{"id":104,"date":"2018-02-02T09:50:25","date_gmt":"2018-02-02T08:50:25","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/?p=104"},"modified":"2018-05-23T15:04:20","modified_gmt":"2018-05-23T13:04:20","slug":"der-durchblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/index.php\/2018\/02\/02\/der-durchblick\/","title":{"rendered":"Der Durchblick"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_105\" aria-describedby=\"caption-attachment-105\" style=\"width: 237px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-105\" src=\"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Wolkenloch-237x300.jpg\" alt=\"\" width=\"237\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Wolkenloch-237x300.jpg 237w, https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Wolkenloch.jpg 616w\" sizes=\"(max-width: 237px) 100vw, 237px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-105\" class=\"wp-caption-text\">Durchblick<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wie oft ist der Himmel mit Wolken verhangen und sind unsere Wege verdunkelt. Bis die Sonne durch ein Wolkenloch durchdringt und die Konturen im geheimnisvollen Dunkel erkennen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Vor wenigen Tagen berichtete ich von meinem Jubil\u00e4umsfest mitten in herausfordernden Umst\u00e4nden. Und wie ich meine geplante Tischrede &#8222;Grossvater erz\u00e4hlt aus seinem Leben&#8220; sang- und klanglos beerdigen musste.<!--more--><\/p>\n<p>Postwendend reagierte darauf eine meiner Schwiegert\u00f6chter: <em>&#8222;Vielleicht kannst du deine Rede an die Enkel in einem Brief f\u00fcr sie verfassen?&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Dieser Satz wirkte wie eine Initialz\u00fcndung. Sofort sah ich den Zusammenhang zum 1.\u00a0Thessalonicherbrief. Es war eine spannungsgeladene Zeit im Dienst des bew\u00e4hrten Apostels Paulus. Grosse Fragezeichen, die sich theologisch nicht aufl\u00f6sen lassen, begleiten den Bibeltext. Erst der Gesamtzusammenhang f\u00fchrt zum Durchblick. Wie oft hatte ich im Bibelunterricht diesen Text herangezogen, um den Studierenden die Einsicht in Gottes \u00fcbergeordnete Strategie zu vermitteln. Schauen wir uns doch den Zusammenhang n\u00e4her an:<\/p>\n<p>Die Geschichte beginnt in Troas, wo Paulus den Auftrag erkennt, mit seinem Team nach Europa (Mazedonien) hin\u00fcber zu gehen (Apostelgeschichte\u00a016,9\u201110): <i>&#8222;Dort hatte Paulus in der Nacht eine Vision. Ein Mazedonier stand da und bat ihn: Komm her\u00fcber nach Mazedonien und hilf uns!&#8220;<\/i><\/p>\n<p>Die nun folgende &#8222;Aktion Mazedonien&#8220; (Apostelgeschichte\u00a016,11 bis 17,15) war zeitlich von kurzer Dauer und bei jeder Station von enormen Widerst\u00e4nden begleitet. In Philippi endete der Missionseinsatz mit der Gefangennahme der Missionare, Paulus und Silas. Sie wurden mit Ruten geschlagen und verbrachten eine Nacht im Gef\u00e4ngnis, eingespannt ins Folterinstrument &#8222;Block&#8220;. Zu Fuss erreichten sie dann Thessalonich und erlebten einen gewaltigen erwecklichen Durchbruch. Nachdem Paulus an drei Sabbaten in der Synagoge predigen konnte, kam es zu einem Aufruhr. Die Apostel mussten nach Ber\u00f6a fliehen. Nach einem guten und gesunden Aufbruch innerhalb der Synagogengemeinde kamen Juden aus Thessalonich und zettelten auch hier einen Aufruhr an. In einer Nacht- und Nebelaktion wurde Paulus zum Hafen gebracht und auf der Schifffahrt bis Athen begleitet.<\/p>\n<p>K\u00f6nnen wir uns die Sorgen des Apostels vorstellen. An drei Orten hinterliess er je eine gerade eben entstandene Gemeinde. Alle drei Gemeinden waren jetzt &#8222;vaterlos&#8220; und mussten auf eigenen F\u00fcssen stehen. Und dies in schwierigsten \u00e4usseren Bedingungen, unter dem Druck der Verfolgung. Der um seine &#8222;geistlichen Kinder&#8220; leidende Apostel braucht Nachrichten. Er gibt seinen Begleitern einen Auftrag an Silas und Timotheus. Die beiden sollen ihn so bald wie m\u00f6glich in Athen besuchen (Apostelgeschichte\u00a017,15). Von Athen aus sendet er dann Timotheus zur\u00fcck nach Thessalonich (1Thessalonicher\u00a03,1\u20112).<\/p>\n<p>Erst w\u00e4hrend des Aufenthalts des Paulus in Korinth stossen die beiden Mitarbeiter (Timotheus aus Thessalonich und Silas, dessen Einsatzort nicht n\u00e4her genannt wird) wieder zu Paulus und bringen gute Nachrichten (Apostelgeschichte\u00a018,5).<\/p>\n<p>Inzwischen war Paulus dermassen in Sorge um die Mazedonischen Christen, dass er zweimal versucht hatte, selber hinzureisen (1Thessalonicher\u00a02,18): <i>&#8222;Darum wollten wir zu euch kommen, ich, Paulus, einmal und noch einmal, doch der Satan hat uns gehindert.&#8220;<\/i> Diese Formulierung wirft grunds\u00e4tzliche Fragen auf:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Die Situation:<\/strong><br \/>\nDie mazedonischen Gemeinden m\u00fcssen dringend gepflegt und im Glauben weiter gef\u00fchrt werden, damit die &#8222;eingebrachte Ernte&#8220; nicht wieder verloren geht.<\/li>\n<li><strong>Gottes Macht:<\/strong><br \/>\nEs ist Gottes Anliegen, dass die Christen in Mazedonien weiter gef\u00fchrt werden, und Er hat alle Macht, um dies durchzusetzen. Christus hat am Kreuz den Satan besiegt, und es gibt keine Macht, die Gottes Werk aufhalten k\u00f6nnte.<\/li>\n<li><strong>Die praktische Erfahrung:<\/strong><br \/>\n<em>&#8222;&#8230;doch der Satan hat uns gehindert.&#8220;<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie bitte? Ist nun Gottes Sieg doch nicht vollkommen? Gibt es, wie es scheint, Bereiche, in welchen der Satan das Sagen hat? Nein, das ist unm\u00f6glich. Und doch steht da: Der Satan hat uns gehindert.<\/p>\n<p>Ich will niemanden l\u00e4nger auf die Folter spannen. Fragen wir uns, was Paulus unternahm, weil ihm ein Besuch in Mazedonien verwehrt wurde: Er schrieb die beiden Thessalonicherbriefe. W\u00e4re sein Plan mit einem Besuch in Thessalonich gelungen, w\u00e4ren zwar jene Christen damals im Glauben gest\u00e4rkt worden. Aber wir w\u00e4ren leer ausgegangen. Und weil Gott auch an uns heute und unsere geistlichen Bed\u00fcrfnisse dachte, hat Er es zugelassen , dass Satan den Plan des Apostels verhindern konnte, damit auch wir in den Besitz dieser beiden kostbaren Briefe kommen.<\/p>\n<p>Jawohl, der Satan ist endg\u00fcltig besiegt. Aber Gott setzt ihn noch ein. Der Widersacher Gottes muss mit seinen b\u00f6sen Absichten letztlich nur dazu beitragen, dass Gottes Pl\u00e4ne zustande kommen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu meinen Enkelkindern. Ich wollte ihnen mit einer Tischrede ein Verm\u00e4chtnis hinterlassen. Gott fand, dass dies zu kurz gegriffen sei, zu sehr auf den Moment ausgerichtet, und hat es verhindert. Damit etwas Besseres entstehen kann. Ein Brief, vielleicht sogar ein B\u00fcchlein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie oft ist der Himmel mit Wolken verhangen und sind unsere Wege verdunkelt. Bis die Sonne durch ein Wolkenloch durchdringt und die Konturen im geheimnisvollen Dunkel erkennen l\u00e4sst. 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