{"id":118,"date":"2018-02-21T19:53:31","date_gmt":"2018-02-21T18:53:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/?p=118"},"modified":"2018-04-01T21:48:44","modified_gmt":"2018-04-01T19:48:44","slug":"offener-theismus-welche-kraefte-wirken-hier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/index.php\/2018\/02\/21\/offener-theismus-welche-kraefte-wirken-hier\/","title":{"rendered":"Offener Theismus &#8211; welche Kr\u00e4fte wirken hier?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-122 alignright\" src=\"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Wegweiser_im_Nebel_2-287x300.jpg\" alt=\"\" width=\"287\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Wegweiser_im_Nebel_2-287x300.jpg 287w, https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Wegweiser_im_Nebel_2-768x803.jpg 768w, https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Wegweiser_im_Nebel_2.jpg 924w\" sizes=\"(max-width: 287px) 100vw, 287px\" \/>Am 25. Januar 2018 ver\u00f6ffentlichte Ideaschweiz.ch ein\u00a0 Interview mit Dr. Manuel Schmid unter dem provokativen Titel: \u201eGott hat keinen Plan f\u00fcr dein Leben!\u201c Einsehbar unter folgendem Link: <a href=\"http:\/\/www.ideaschweiz.ch\/glaube\/detail\/gott-hat-keinen-plan-fuer-dein-leben-104002.html\">http:\/\/www.ideaschweiz.ch\/glaube\/detail\/gott-hat-keinen-plan-fuer-dein-leben-104002.html<\/a><\/p>\n<p>Dr. Manuel Schmids Thesen und Argumente wurden in der Zwischenzeit ausreichend und in guter Weise widersprochen. Siehe:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.ideaschweiz.ch\/spektrum\/detail\/gott-hat-alles-unter-kontrolle-104224.html\">http:\/\/www.ideaschweiz.ch\/spektrum\/detail\/gott-hat-alles-unter-kontrolle-104224.html<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/hanniel.ch\/2018\/01\/31\/der-offene-theismus-schliesst-die-luecke-in-der-nach-evangelikalen-dogmatik-eine-stellungnahme\/\">http:\/\/hanniel.ch\/2018\/01\/31\/der-offene-theismus-schliesst-die-luecke-in-der-nach-evangelikalen-dogmatik-eine-stellungnahme\/<\/a><\/p>\n<p>Ich beabsichtige keineswegs diesen Stellungnahmen noch etwas zuzuf\u00fcgen. Mir geht es viel mehr um eine Antwort auf die Frage: Wie ist es \u00fcberhaupt m\u00f6glich, dass Menschen auf der Suche nach der Wahrheit in solchen Irrt\u00fcmern landen? Wenn Sie mit mir dieser Frage nachgehen m\u00f6chten, klicken Sie auf &#8222;weiterlesen&#8220;!<!--more--><\/p>\n<p>H\u00f6ren wir doch mal genau hin, wenn ich hier einige S\u00e4tze zitiere! Ich beschr\u00e4nke mich auf nur drei Aussagen. Was l\u00e4sst sich aus den Formulierungen heraush\u00f6ren?<\/p>\n<ul>\n<li><i>&#8222;Die Gewinne eines offen-theistischen Gottesverst\u00e4ndnisses wiegen meines Erachtens aber die Nachteile auf.&#8220;<\/i> &#8211; Das Problem ist offensichtlich: Der menschliche Verstand w\u00e4hlt das ihm passende Gottesverst\u00e4ndnis im Abw\u00e4gen zwischen Vor- und Nachteilen.<\/li>\n<li><i>&#8222;Was soll das f\u00fcr ein Gott sein, dessen Wille hinter allen Gr\u00e4ueltaten und Katastrophen dieser Welt steht? Offene Theisten wollen Gott dagegen konsequent als Liebe denken.&#8220;<\/i><br \/>\nAuch hier zeigt sich die gleiche Grundhaltung: Der menschliche Verstand entscheidet, welches Gottesbild f\u00fcr ihn akzeptabel ist und welches nicht.<\/li>\n<li><i>&#8222;Die Unvorhersehbarkeit r\u00fchrt daher, dass Gott nicht im Voraus weiss, was der Mensch mit seinem freien Willen tun wird. Wenn er es w\u00fcsste, w\u00e4re der Wille nicht wirklich frei \u2026&#8220;<\/i><br \/>\nAls Beweis, dass Gott in seinem Wissen begrenzt sei, wird hier ein f\u00fcr den menschlichen Verstand logisches Argument eingesetzt &#8211; &#8222;wenn \/ dann&#8220;. Was f\u00fcr ein Wahnwitz! Es ist so als ob der unendlich grosse und herrliche Gott sich in die kleinkarierte menschliche Logik seiner Gesch\u00f6pfe einf\u00fcgen m\u00fcsste, um f\u00fcr diese akzeptabel zu sein.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In allen drei Zitaten wird der gleiche gedankliche Mechanismus sichtbar: Der begrenzte menschliche Verstand wird an die Stelle Gottes gesetzt. Er untersucht und beurteilt Gott, seinen Sch\u00f6pfer. Einfach ausgedr\u00fcckt: Das Verh\u00e4ltnis Gott und Mensch wird auf den Kopf gestellt. Was wir hier feststellen, entspricht genau dem, was die Schlange im Garten Eden Eva versprochen hatte: <i>&#8222;&#8230;an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet <\/i><i><b>sein wie Gott und wissen<\/b><\/i><i>, was gut und b\u00f6se ist.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>Dieses &#8222;Sein-wollen-wie-Gott&#8220; ist der eigentliche Kern der S\u00fcnde. Und er wirkte sich im Laufe der Menschheits- und Kirchengeschichte bis heute &#8211; auch in der Theologie! &#8211; als zerst\u00f6rerischen Fluch aus.<\/p>\n<p>Darum ist es gut, wenn wir unser theologisches Forschen und Arbeiten mal grunds\u00e4tzlich in Frage stellen lassen. Meine Fragen m\u00f6gen zwar ketzerisch klingen. Trotzdem will ich sie hier bewusst in den Raum stellen, damit wir ehrlich dar\u00fcber nachdenken k\u00f6nnen.<\/p>\n<ol>\n<li>Die Kompetenzfrage: Ist es uns Menschen erlaubt, eine Lehre \u00fcber Gott anzufertigen? Darf das Gesch\u00f6pf seinen Sch\u00f6pfer in ein Denkschema verpacken? Und d\u00fcrfen wir uns mit einer solchen Aufgabenstellung grunds\u00e4tzlich und masslos \u00fcberfordern?<\/li>\n<li>Die Inhaltsfrage: Wenn die Lehre \u00fcber Gott unserem menschlichen Verstand durchwegs logisch erscheinen w\u00fcrde, w\u00e4re dann ein solcher Gott noch das, was Er in Wirklichkeit ist, n\u00e4mlich der Ursprung alles Geschaffenen im sichtbaren und im unsichtbaren Bereich, die erhabenste, alles bestimmende und allein anbetungsw\u00fcrdige Autorit\u00e4t im ganzen Universum?<\/li>\n<li>Die juristische Frage: Darf der Mensch, der grunds\u00e4tzlich vor Gott schuldig und daher gerichtsw\u00fcrdig ist, sich als Richter \u00fcber Gott aufspielen &#8211; z.B. mit jenem oben bereits zitierten Satz: <i>&#8222;<\/i><i>Was soll das f\u00fcr ein Gott sein, dessen Wille hinter allen Gr\u00e4ueltaten und Katastrophen dieser Welt steht?<\/i><i>&#8222;<\/i><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wir merken, das geht uns allen, die wir im Lehrdienst t\u00e4tig sind (resp. waren) sehr nahe. Es geht um die grunds\u00e4tzliche Befugnis, \u00fcber Gott zu lehren. D\u00fcrfen wir das?<\/p>\n<p>Meine Antwort: Von ganzem Herzen &#8222;Ja&#8220;, aber nur auf dem Weg, den uns das Wort Gottes vorzeigt. Die biblische Wegweisung ist hier unmissverst\u00e4ndlich klar. Es geht um ein &#8222;Nicht&#8220; und ein &#8222;Sondern&#8220;.<\/p>\n<p><b>Das <\/b><b>&#8222;<\/b><b>Nicht<\/b><b>&#8222;<\/b><b>:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Spr\u00a03,5: <i>&#8222;<\/i><i>Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und <\/i><i><b>verlass dich nicht auf deinen Verstand<\/b><\/i><i><b> <\/b><\/i><i>&#8230;&#8220;<\/i><br \/>\nHier spricht der Verfasser die Leitstelle unseres Denkens und Handelns an. Das gilt in erster Linie auch in allem theologischen Forschen und Lehren. Der Verstand ist zwar ein grossartiges Gottesgeschenk. Im theologischen Arbeiten darf er jedoch nicht die Rolle als oberste Leitstelle \u00fcbernehmen.<\/li>\n<li>Joh\u00a05,38\u201140 (ELB): <i>&#8222;&#8230;und sein Wort habt ihr nicht bleibend in euch; denn dem, den er gesandt hat, <\/i><i><b>dem glaubt ihr nicht<\/b><\/i><i>. Ihr erforscht die Schriften, denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir zeugen; und <\/i><i><b>ihr wollt nicht zu mir kommen<\/b><\/i><i>, damit ihr Leben habt.&#8220;<\/i><br \/>\nJesus spricht hier die f\u00fchrenden Juden an. Sie waren schriftkundig, aber sie forschten im Unglauben, obwohl sie gl\u00e4ubige Juden waren. Wahrer Glaube dr\u00fcckt sich eben im <b>Gehorsam<\/b> und in der <b>Unterordnung<\/b> unter Gott aus. Beides fehlte bei jener geistlichen Elite: Sie erforschten zwar die Schriften, welche von Jesus zeugen, aber sie wollten nicht zu Ihm kommen. Somit f\u00fchrte ihre Theologie quer an der Wirklichkeit Gottes vorbei &#8211; in eine abgrundtiefe Finsternis.<\/li>\n<li>Kol\u00a02,8 (NG\u00dc): <i>&#8222;<\/i><i>Nehmt euch vor denen in Acht, die euch mit einer leeren, <\/i><i><b>tr\u00fcgerischen Philosophie<\/b><\/i><i> einfangen wollen, mit Anschauungen rein <\/i><i><b>menschlichen Ursprungs<\/b><\/i><i>, bei denen sich alles um die Prinzipien dreht, die in dieser Welt herrschen, und nicht um Christus.<\/i><i>&#8222;<\/i><br \/>\nUrsprung, Antrieb und Methoden des philosophischen Nachdenkens \u00fcber Gott sind im Menschen begr\u00fcndet. Darum f\u00fchrt auch das Resultat nicht zur Wirklichkeit Gottes, sondern notwendigerweise zum Menschen zur\u00fcck. Zu Recht spricht Paulus hier von der tr\u00fcgerischen Philosophie.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Das &#8222;Sondern&#8220;:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Spr 9,10: <i>&#8222;<\/i><i>Der Weisheit Anfang ist die Furcht des HERRN, und den Heiligen erkennen, das ist Verstand.<\/i><i>&#8222;<\/i><br \/>\nWas der Spruchdichter uns hier mitteilt, l\u00e4sst sich einfacher und klarer nicht mehr ausdr\u00fccken. Ausgangspunkt und Voraussetzung f\u00fcr echtes theologisches Forschen ist die Ehrfurcht vor dem HERRN. Dann erst wird der Verstand angesprochen, und gleichzeitig wird auch seine Arbeitsweise festgelegt, n\u00e4mlich &#8222;den Heiligen erkennen&#8220;. Der biblische Begriffsinhalt f\u00fcr &#8222;erkennen&#8220; umfasst weit mehr als das gedankliche Erfassen einer Sache, eines Tatbestandes, eines Vorgangs etc.. Die biblische Art des Erkennens ist an die Offenbarung Gottes gebunden und darum nur innerhalb der Grenzen seiner Offenbarung m\u00f6glich. Praktisch ausgedr\u00fcckt heisst dies: Wenn ich Gott erkenne, werde ich nicht prim\u00e4r etwas \u00fcber Gott erfahren und mein Wissen \u00fcber Ihn vermehren, sondern ich werde zuerst seiner Person, seiner Wirklichkeit begegnen.<\/li>\n<li>2Kor\u00a010,4\u20115 (NG\u00dc): <i>&#8222;<\/i><i>Die Waffen, mit denen wir unseren Kampf f\u00fchren, sind nicht die Waffen dieser Welt. Es sind Waffen von durchschlagender Kraft, die dazu dienen, im Einsatz f\u00fcr Gott feindliche Festungen zu zerst\u00f6ren. Mit diesen Waffen bringen wir eigenm\u00e4chtige Gedankengeb\u00e4ude zum Einsturz und rei<\/i><i>ss<\/i><i>en allen menschlichen Hochmut nieder, der sich gegen die wahre Gotteserkenntnis auflehnt. Das ganze selbstherrliche Denken nehmen wir gefangen, damit es Christus gehorsam wird.<\/i><i>&#8222;<\/i><br \/>\nWer Theologie betreiben will, ist t\u00e4glich herausgefordert, diesen von Paulus beschriebenen Kampf auf sich zu nehmen und in aller Entschlossenheit zu f\u00fchren. Es ist ein Kampf an zwei Fronten. Einerseits ein Kampf gegen den Hochmut, der im eigenen Denken veranlagt ist, dann aber auch ein Kampf gegen den Hochmut, welcher uns andauernd in Lehrmeinungen und Zeitstr\u00f6mungen begegnet.<\/li>\n<li>Die folgende Stelle, welche Jesus aus Jes\u00a06,10 zitiert, handelt zwar vom Gericht \u00fcber Gottes AT-Bundesvolk. Trotzdem wird uns darin deutlich aufgezeigt, worauf es beim &#8222;geistlichen Erkennen&#8220; ankommt:<br \/>\nMt 13,15: <i>&#8222;Denn das Herz dieses Volkes ist verfettet, und mit ihren Ohren h\u00f6ren sie schwer, und ihre Augen haben sie geschlossen, auf dass sie nicht <\/i><i><b>mit den Augen sehen und mit den Ohren h\u00f6ren und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, dass ich sie heile.<\/b><\/i><i>&#8222;<\/i><br \/>\nBeachten wir die vollst\u00e4ndige Reihenfolge: Zuerst muss die Information, d.h. die Offenbarung Gottes aufgenommen werden (mit den Augen Gottes Wort lesen, resp. sein Handeln erkennen, mit den Ohren die Predigt h\u00f6ren). Im n\u00e4chsten Schritt kommt es zum Verstehen. Aber wo? Nicht im Verstand, sondern im Herzen. Das ist entscheidend. Man kann sich nat\u00fcrlich streiten, was mit dem Herzen gemeint ist. Ich m\u00f6chte mich nicht anatomisch festlegen, sondern meine, dass es sich schlicht und einfach um den Ort handelt, an welchem Gottes Geist sich uns mitteilt. Es ist der &#8222;Kontaktpunkt&#8220; zu dem lebendigen Gott. Darf ich es in einem so modernen biotechnischen Bild der Befruchtung einer Zelle ausdr\u00fccken? Es ist der Ort, wo der lebendige Gott bei uns kleinen, hinf\u00e4lligen Menschen andockt und sich selbst, sein g\u00f6ttliches Wesen und Leben, uns mitteilt. Beim dritten Schritt gibt der Mensch Antwort auf Gottes Appell und erlebt dann als vierten Schritt Gottes heilendes Wirken. Diese Art Theologiestudium ist doch sehr einfach.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zur\u00fcck zu Frage 1: Ist es uns Menschen erlaubt, eine Lehre \u00fcber Gott anzufertigen? Meine Antwort ist bewusst \u00fcberspitzt: Nein, das ist uns nicht erlaubt. Und warum nicht? Weil die Lehre \u00fcber Gott bereits steht. Sie ist uns vorgegeben in der Heiligen Schrift. Sie ist die Summe aller Offenbarung Gottes. Alles, was die Bibel \u00fcber Gott aussagt. Alles, was Gott in seinem Wort \u00fcber sich selbst spricht. Alles, was die Geschichte \u00fcber Gott offenbart. Den zentralsten Platz in der Offenbarung Gottes nimmt die Menschwerdung, das Leben, Lehren und Wirken, das Leiden, Sterben und Auferstehen des Gottessohnes ein. Und wie komme ich zu dieser von Gott vorgegebenen Theologie? Der weitaus beste und folgerichtige Weg lautet: Die Bibel selbst in ehrf\u00fcrchtiger Haltung lesen. Und lesen. Und lesen. Und immer wieder lesen. Scheint uns dies zu wenig? Erweckt es bei uns den Eindruck von Kindergarten? Wer sich jedoch auf diesen schlichten Weg begibt, erf\u00e4hrt wie recht der Psalmist hat (Ps\u00a0119,99 nach NG\u00dc): <i>&#8222;Ich bin verst\u00e4ndiger als alle meine Lehrer, weil ich immer wieder nachsinne \u00fcber das, was du bezeugst.&#8220;<\/i><\/p>\n<h3 class=\"western\">Fazit<\/h3>\n<p>Ganz zu Anfang erkl\u00e4rte ich meine Absicht, dass ich eine Antwort suche auf die Frage: <i>&#8222;Wie ist es \u00fcberhaupt m\u00f6glich, dass Menschen auf der Suche nach der Wahrheit in solchen Irrt\u00fcmern landen?&#8220;<\/i> In meinem Exkurs habe ich versucht, einige Regeln aufzuzeigen, deren Beachtung mir im theologischen Arbeiten wichtig erscheint. Nun d\u00fcrfte es nachvollziehbar sein, dass mit dem Verlassen dieser Leitlinien allen m\u00f6glichen falschen Lehren T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet werden. Trotzdem bleibt es f\u00fcr mich ein St\u00fcck weit r\u00e4tselhaft, dass offensichtlich falsche Betonungen in der Lehre \u00fcber Gott sich in einschl\u00e4gigen evangelikalen Lehranstalten einschleichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Doch! Da gibt es vermutlich einen Zusammenhang. Ich erinnere mich an eine Diskussionsrunde anl\u00e4sslich einer KBA-Tagung (Konferenz Bibeltreuer Ausbildungsst\u00e4tten). In jener Diskussion wurde unter anderem auch die Frage aufgeworfen: <i>&#8222;Was m\u00fcssen wir tun, dass unser Bibelkunde-Unterricht nicht zur Tretm\u00fchle wird?&#8220;<\/i> Spontan meldete ich mich zu Wort und sagte: <i>&#8222;Solange wir die Bibelkunde am Text vorbereiten, kann der Unterricht nicht zur Tretm\u00fchle werden.&#8220;<\/i> Daraufhin kam wie aus der Pistole geschossen die R\u00fcckfrage: <i>&#8222;Ja, wer von uns hat denn noch die Zeit, sich am Text vorzubereiten?&#8220;<\/i><\/p>\n<p>Meine Einsicht in der R\u00fcckschau: Wie kann ein Baum den Sturmb\u00f6en standhalten, wenn seine Wurzeln nicht tief im Erdreich verankert sind? Und was k\u00f6nnen wir falschen Lehrbetonungen entgegen setzen, wenn wir selbst und auch unser Dozieren nicht tief im Wort Gottes verwurzelt sind?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 25. 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