{"id":188,"date":"2018-04-26T18:39:48","date_gmt":"2018-04-26T16:39:48","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/?p=188"},"modified":"2018-04-29T13:35:38","modified_gmt":"2018-04-29T11:35:38","slug":"51-sprachen-der-liebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/index.php\/2018\/04\/26\/51-sprachen-der-liebe\/","title":{"rendered":"5+1 Sprachen der Liebe"},"content":{"rendered":"<p>Vor kurzem wurde mir ein neues, sehr empfehlenswertes Buch von Gary Chapman <img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-187 alignright\" src=\"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Cover_gerade_klein-199x300.jpg\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Cover_gerade_klein-199x300.jpg 199w, https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Cover_gerade_klein.jpg 530w\" sizes=\"(max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/>geschenkt: &#8222;Liebe vergisst man nicht&#8220; &#8211; Untertitel: &#8222;Menschen mit Demenz \u00fcber die 5 Sprachen der Liebe erreichen.&#8220; Das Buch ist echt ber\u00fchrend geschrieben und enth\u00e4lt manche hilfreiche Tipps f\u00fcr den liebevollen Umgang mit Menschen, die an dementiellen Krankheiten leiden. Dabei wurde besonders auch an die Bed\u00fcrfnisse der Begleitpersonen gedacht.<\/p>\n<p>Als erstes besch\u00e4ftigte ich mich intensiv mit den im Buch empfohlenen 5 Sprachen der Liebe:<\/p>\n<ol>\n<li>Lob und Anerkennung<\/li>\n<li>Zweisamkeit<\/li>\n<li>Geschenke<\/li>\n<li>Hilfsbereitschaft<\/li>\n<li>Z\u00e4rtlichkeit<\/li>\n<\/ol>\n<p>Jedem dieser f\u00fcnf Punkte sind je 12 Aussagen zugeordnet. Alles recht plausibel. Nachdem ich die Ausf\u00fchrungen verinnerlicht hatte, wurde mir jedoch klar, dass die f\u00fcr mich wichtigste Sprache der Liebe v\u00f6llig unbeachtet blieb. Es handelt sich um jene Sprache, welche meine Ehefrau mit Vorliebe ben\u00fctzte &#8211; und die ich mit der Zeit bei ihr gelernt habe. In dieser Sprache kommunizierten wir in ganz besonderen Augenblicken.<!--more--><\/p>\n<p>Ja, es waren stets besondere Augenblicke, wenn sich meine Liebste ganz nah an mein Herz kuschelte und fl\u00fcsterte: &#8222;Ich m\u00f6chte so gern wieder mal einen Blick in dein Herz tun d\u00fcrfen.&#8220; Dies hat sich im Verlauf unseres Ehelebens ganz nat\u00fcrlich entwickelt und vertieft. Vor allem in der ersten Phase ihrer Erkrankung, als meine Frau die sich abzeichnenden Ver\u00e4nderungen realisierte und darunter litt, hat sie diese Art der Kommunikation intensiviert. Und noch, als die Krankheit schon fortgeschritten war, bezeugte sie mir oft: &#8222;Das hat mir jetzt gut getan, dass ich wieder in dein Herz schauen durfte.&#8220;<\/p>\n<p>Das wesentliche Merkmal dieser Sprache der Liebe ist ihre Ausrichtung von sich selbst weg auf die andere Person. Es ist ein grunds\u00e4tzlicher Unterschied, ob ich gl\u00fccklich bin, weil die andere Person sich f\u00fcr mich interessiert, mich beschenkt, mir zuh\u00f6rt, mich versteht, oder ob ich gl\u00fccklich bin, wenn die andere Person ihr Herz \u00f6ffnet und mir damit die M\u00f6glichkeit schenkt, diesen geheimen Garten zu betreten und am Innenleben des Partners Teil zu haben.<\/p>\n<p>Wenn ich hier f\u00fcr Offenherzigkeit eine Lanze breche, m\u00f6chte ich richtig verstanden werden. Was ich anspreche, hat nichts, aber auch gar nichts zu tun mit oberfl\u00e4chlicher und gedankenloser Redseligkeit, wie etwa das Sprichwort warnt: &#8222;Narren tragen ihr Herz auf der Zunge, und das kann im normalen Alltagsleben gleichermassen dumm wie gef\u00e4hrlich sein.&#8220;<\/p>\n<p>Es setzt ein tiefes Vertrauensverh\u00e4ltnis voraus und verlangt von beiden Seiten her grossen Respekt f\u00fcr den Privatbereich des anderen, wenn dem geliebten Menschen ein Blick ins eigene Herz gew\u00e4hrt wird. Und es braucht eine bewusste Entscheidung, welche die Risiken einer so weitgehenden Offenheit akzeptiert. Offenheit kann sehr leicht missbraucht werden, denn mit Offenheit zeigt man sich selbst verletzbar. Wenn es jedoch gelingt, ein so tiefes Vertrauensverh\u00e4ltnis aufzubauen, dass gegen\u00fcber dem geliebten Menschen die letzten Schranken fallen d\u00fcrfen, wird man mit kostbaren Fr\u00fcchten der Liebe belohnt.<\/p>\n<p>Unsere offene Umgangsweise gr\u00fcndete in einer bewussten Entscheidung. W\u00e4hrend der Verlobungszeit legten wir ein Bild mit zwei sich aneinander schmiegenden Bergkristallen in den gemeinsamen Ordner ab und versprachen uns gegenseitig, dass wir f\u00fcreinander stets so transparent sein wollen wie die abgebildeten Kristalle. Es hat dann Zeit gebraucht, viel Zeit, viele Gespr\u00e4che und viel Vergebung. Was aber herangereift ist, stellt alle aufgewendete M\u00fche weit in den Schatten.<\/p>\n<p>Wenn ich hier so ungesch\u00fctzt aus unserem Eheleben berichte, tue ich dies nicht gedankenlos. Das Augenmerk der Leser soll auf etwas noch viel Gr\u00f6sseres und Wichtigeres gelenkt werden, denn was wir in der Ehe erleben durften, ist nur ein kleines Abbild von dem unermesslichen Beziehungsreichtum, den unser Gott uns zueignen m\u00f6chte. Er will uns im wahrsten Sinne des Wortes Anteil schenken an dem, was in seinem Herzen ist. Er will uns ein Fenster zu seiner Pers\u00f6nlichkeit \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Eine Pers\u00f6nlichkeit l\u00e4sst sich nicht wissenschaftlich erforschen. Wer es doch versuchen w\u00fcrde, k\u00e4me zu einem toten, statistischen Resultat und nicht zu der lebendigen Wirklichkeit. Wenn dies schon f\u00fcr irdische Pers\u00f6nlichkeiten gilt, wie viel mehr trifft es f\u00fcr Gott zu, der kein Mensch ist, sondern unendlich viel h\u00f6her und gr\u00f6sser. Wie wollten wir den Wahrhaftigen, Lebendigen und Ewigen erforschen, den wir mit unseren 5 Sinnen nicht wahrnehmen und mit unserem begrenzten Verstand nicht ausdenken k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Der einzige Weg, um eine Pers\u00f6nlichkeit wirklich kennen zu lernen, f\u00fchrt \u00fcber die Selbstoffenbarung. Und genau das hat Gott getan. Schon in der Zeit des Alten Bundes offenbarte Er sich den vielen Menschen, die uns im Glauben vorangegangen sind. Sie alle waren mit Gott unterwegs und durften etwas von seinem Wesen, von seinen Gedanken, von seinen Empfindungen, von seiner Macht und Herrlichkeit erkennen. Und sie haben es uns in der Bibel mitgeteilt. Somit ist die Bibel ein Fenster, durch das wir Gott sehen und kennenlernen d\u00fcrfen. Ist uns dieses gewaltige Vorrecht bewusst, wenn wir die Bibel aufschlagen? Ben\u00fctzen wir es auch geb\u00fchrend und mit dankbarem Herzen? Ist uns bewusst, dass jedes Mal, wenn wir durch dieses Fenster in das Wesen Gottes hineinschauen, zugleich eine Ver\u00e4nderung an uns selbst geschieht? Dass wir n\u00e4mlich von diesem Wesen Gottes mehr und mehr gepr\u00e4gt werden?<\/p>\n<p>Nun haben wir das grosse Vorrecht, dass wir in der Zeit des Neuen Bundes leben d\u00fcrfen. Weil Gott so unbegreiflich gross ist, wir aber so klein und begrenzt, trieb Ihn seine unergr\u00fcndbare Liebe dazu, dass Er sich selbst ganz klein und f\u00fcr uns Menschen gew\u00f6hnlich machte. Er kam als Neugeborenes, als Wickelkind in diese Welt hinein. Der Sch\u00f6pfer des Universums machte sich abh\u00e4ngig von der Pflege einer stillenden Mutter und dem Schutz eines Pflegevaters. Er hat alle Phasen des praktischen Lebens genau wie wir durchlaufen. In Jesus war Gott zum Anfassen mitten unter uns. Was f\u00fcr ein weit ge\u00f6ffnetes Fenster, um die Wirklichkeit der Liebe Gottes kennen zu lernen!<\/p>\n<p>Dann kam die Zeit seines \u00f6ffentlichen Wirkens. Das war nicht einfach eine Anh\u00e4ufung guter Taten, sondern ein weit ge\u00f6ffnetes Fenster in den Himmel. In diesen Taten wurden der Wille und die Gedanken des himmlischen Vaters praktisch sichtbar. Jesus sagte (Johannes\u00a05,19):<em> &#8222;Der Sohn kann nichts von sich selbst aus tun; Er tut nur, was Er den Vater tun sieht. Was immer der Vater tut, das tut auch der Sohn.&#8220;<\/em> Seinem Nachfolger Philippus sagte Jesus (Johannes 14,9): <em>&#8222;Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du da sagen: Zeig uns den Vater?&#8220;<\/em> So hat sich der unsichtbare Gott f\u00fcr uns Menschen ganz praktisch erkennbar und erfahrbar gemacht.<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Der Weg des Gottessohnes f\u00fchrte schliesslich ans Kreuz. Jesus ist Gottes Lamm, das durch seinen Kreuzestod die S\u00fcnde der Welt wegnehmen sollte. Aber wie kam es dazu, dass Er sein Leben am Kreuz beendete? Er hat in seinen Worten, mit seinen Taten und mit seinem ganzen Leben den Vater offenbart. Er war ein weit ge\u00f6ffnetes Fenster, durch welches die Menschen das Herz des Vaters kennen lernen sollten. Wer sich so \u00f6ffnet, macht sich verletzbar. Genau das ist eingetroffen. Seine wunderbaren Reden \u00fcber die Liebe des Vaters, \u00fcber die Stellung und die Sendung des Sohnes sind b\u00f6swillig umgedeutet worden. Von Neid angetrieben wurden sie als Indizien f\u00fcr seine Verurteilung missbraucht.\u00a0 Aber der t\u00f6dliche Hass der religi\u00f6sen Elite musste letztlich dazu dienen, dass sich Gottes Wille erf\u00fcllte.<\/p>\n<p>Was sich an jenem Karfreitag ereignete, war grausam. K\u00f6nnen wir die Berichte in den Evangelien lesen, ohne dass uns die Tr\u00e4nen kommen? Es ist Offenbarung der Liebe Gottes, die nicht will, dass jemand verloren gehe. Um uns zu retten, vollzog der Vater das Gericht, das wir mit unserer Schuld verdient haben, stellvertretend an seinem Sohn. So offenbart das Kreuz von Golgatha den Abgrund unserer S\u00fcnde und gleichzeitig die unermessliche Retterliebe Gottes.<\/p>\n<p>Wie viel Wertsch\u00e4tzung bringt uns Gott entgegen: Wir d\u00fcrfen bei allem, was am Kreuz geschah, durch dieses offene Fenster hinein schauen in Gottes liebendes Herz! Wie oft ben\u00fctzen wir dieses Fenster? Und wie reagieren wir darauf? Die einzig angemessene Antwort lautet: Anbetung! (Z.B. Offenbarung 1,5-6): <em>&#8222;Ihm, der uns liebt und uns durch sein Blut von unseren S\u00fcnden erl\u00f6st hat, Ihm, der uns zu Mitherrschern in seinem Reich und zu Priestern f\u00fcr seinen Gott und Vater gemacht hat, Ihm geb\u00fchrt die Ehre und die Macht f\u00fcr immer und ewig. Amen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Beim Anbeten d\u00fcrfen wir unserem Herrn ganz einfach sagen, was seine Liebe f\u00fcr uns bedeutet und was wir empfinden, wenn wir durch das Fenster seiner Selbstoffenbarung in sein Herz hineinschauen. Das macht Ihm Freude.<\/p>\n<p>Eine Liebesbeziehung hat stets zwei Seiten. So m\u00f6chte unser Herr auch einen Blick in unser Herz werfen. Nat\u00fcrlich ist Ihm alles im Voraus bewusst, und Er kennt unsere Gedanken noch viel besser als wir selbst. Aber in diesem Fall will Er nicht auf sein Vorwissen zur\u00fcck greifen. Es geht Ihm um Gemeinschaftspflege. Darum erwartet Er, dass auch ich mein Herz Ihm gegen\u00fcber \u00f6ffne und Ihm sage, wie es hier drinnen aussieht. Dass ich das Sch\u00f6ne, Erhabene, Liebensw\u00fcrdige anspreche, aber auch das weniger Sch\u00f6ne, ja das Notvolle und Unerledigte erw\u00e4hne. Einfach alles &#8211; und alles ganz ehrlich.<\/p>\n<p>Geh\u00f6rt diese Sprache der Liebe zu unserem Alltag? Eines ist sicher: Je mehr wir das offene Fenster ben\u00fctzen und uns Zeit nehmen, um in Gottes liebendes Herz zu schauen, und je mehr wir unser Fenster \u00f6ffnen und unseren Herrn in unser eigenes Herz hinein schauen lassen, desto mehr wird sich unser Leben ver\u00e4ndern. Denn die Herrlichkeit, die wir in Gottes Herzen erkennen, wird als Herrlichkeit aus unserem Leben strahlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor kurzem wurde mir ein neues, sehr empfehlenswertes Buch von Gary Chapman geschenkt: &#8222;Liebe vergisst man nicht&#8220; &#8211; Untertitel: &#8222;Menschen mit Demenz \u00fcber die 5 Sprachen der Liebe erreichen.&#8220; Das Buch ist echt ber\u00fchrend geschrieben und enth\u00e4lt manche hilfreiche Tipps f\u00fcr den liebevollen Umgang mit Menschen, die an dementiellen Krankheiten leiden. 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