{"id":248,"date":"2018-11-09T18:04:52","date_gmt":"2018-11-09T17:04:52","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/?p=248"},"modified":"2018-11-30T20:44:05","modified_gmt":"2018-11-30T19:44:05","slug":"in-memoriam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/index.php\/2018\/11\/09\/in-memoriam\/","title":{"rendered":"In Memoriam"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-242 alignright\" src=\"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Marianne_neu-194x300.jpg\" alt=\"\" width=\"194\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Marianne_neu-194x300.jpg 194w, https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Marianne_neu-768x1189.jpg 768w, https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Marianne_neu-661x1024.jpg 661w, https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Marianne_neu.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 194px) 100vw, 194px\" \/>Heute, 9. November 2018, wurde der irdische K\u00f6rper meiner lieben und unvergesslichen Schw\u00e4gerin, Marianne Sluimer-Ernst auf dem Friedhof in Beatenberg beigesetzt. F\u00fcr mich war es in dreifacher Weise ein Tag des Gedenkens. Marianne war die Frau meines j\u00fcngeren Bruders Werner, eines wunderbaren Bruders, mit dem ich mich sehr gut verstand. Er konnte singen wie eine Lerche &#8211; und wenn wir gemeinsam sangen, harmonierte es auf Anhieb, ohne dass wir vorher gross \u00fcbten.<\/p>\n<p class=\"western\"><!--more-->Nach drei Jahren Ausbildung im Bibel- und Missionsseminar Beatenberg engagierte sich mein Bruder \u00fcberall, wo Not am Mann war. F\u00fcr keinen Dienst war er sich zu schade. 1976 reiste er nach Brasilien in den Missionsdienst. Dort lernte er Marianne Ernst kennen, die mit der Allianzmission ebenfalls in Brasilien arbeitete. Bald folgte die Hochzeit &#8211; ein Fest auf einem anderen Erdteil &#8211; ohne Beteiligung der Verwandtschaft. Erst w\u00e4hrend des ersten Heimataufenthalts lernten wir Marianne, Werners r\u00fchrige und liebensw\u00fcrdige Frau, kennen.<\/p>\n<p>Am 29. Oktober 1982 war pl\u00f6tzlich alles anders. Ich ging fr\u00fch zur Arbeit. Um 7:00 Uhr klingelte mein B\u00fcrotelefon. Am andern Ende meldete sich Paul Sch\u00e4r, der damalige Missionsleiter der Allianzmission. Er sei in Eile, im Begriff, nach Afrika zu reisen. Doch bevor er ins Flugzeug steige, m\u00fcsse er mir eine sehr traurige Nachricht \u00fcbermitteln. Mein Bruder sei in dieser Nacht auf der R\u00fcckfahrt von einem Aussendienst t\u00f6dlich verunfallt. Ob ich so freundlich w\u00e4re &#8211; weil er dies nun nicht selbst tun k\u00f6nnte &#8211; ob ich die Aufgabe \u00fcbernehmen w\u00fcrde &#8211; ob ich dies der Familie mitteile. Er bekundete mir sein Beileid, verabschiedete sich &#8211; und klick &#8211; H\u00f6rer aufgeh\u00e4ngt. Schock. Ich setzte mich aufs Fahrrad und fuhr wieder nach Hause zu meiner Frau. Gemeinsam versuchten wir, mit der ersch\u00fctternden Tatsache klar zu kommen und \u00fcberlegten, wie wir Eltern und Geschwister m\u00f6glichst schonend orientieren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Mein Bruder hinterliess eine schmerzliche L\u00fccke &#8211; auch bei mir.<\/p>\n<p>Marianne harrte allein mit dem Adoptivsohn Danilo bis 11. Juli 1983 in Brasilien aus und kehrte dann in die Schweiz zur\u00fcck. Der beste Freund und Studienkollege meines Bruders, Peter Sluimer, wurde nun ihr neuer Ehemann. Fortan standen die beiden f\u00fcr mich in einem gewissen Sinn an der Stelle des verlorenen Bruders. Beide wollten ihr Leben weiterhin in den Dienst f\u00fcr Gott investieren. Und sie erf\u00fcllten zusammen eine Mission mit Vision:<\/p>\n<p>In der Algarve, Portugal, lassen sich viele \u00e4ltere Personen nieder, um ihren Lebensabend im gem\u00fctlichen mediterranen Klima zu verbringen. Sie stammen aus England, Schottland, Holland, Frankreich usw., aber auch aus der Schweiz. \u00c4usserlich mag alles stimmen. Doch allein vom Lebensgenuss hat der Mensch noch nicht gelebt. Geistlich waren diese Leute v\u00f6llig vernachl\u00e4ssigt. Nebst den Pensionierten gibt es in der Algarve auch viele junge Menschen mit internationalem Hintergrund. Sie haben dort in der Hotellerie usw. Arbeit gefunden. Und nat\u00fcrlich gibt es in diesem Ferienparadies viele Touristen. Hier sahen Marianne und Peter ihre Aufgabe. Sie gr\u00fcndeten eine internationale evangelische Gemeinde. Gott schenkte Gedeihen. Die Gemeinde wuchs, und bald wurde es n\u00f6tig, eine Kirche zu bauen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend 24 Jahren wirkten die beiden in der Algarve. Darauf folgten, nach der Einf\u00fchrung eines neuen Pastorenehepaars, einige Jahre in Frankreich. Im Sommer 2014 zogen sie nach Beatenberg, um ihren Lebensabend in dieser wundersch\u00f6nen Gegend zu verbringen. Vor allem aber war ihnen wichtig, da zu sein, wo sie am meisten ihrer Freunde hatten.<\/p>\n<p>Leider meldete sich schon bald nach dem Umzug Mariannes schwere Krankheit zur\u00fcck. Sie liess sich kaum etwas anmerken und engagierte sich, wo immer sie gebraucht wurde. So wie mein Bruder damals dienend in Gottes Herrlichkeit ging, so wollte auch sie bis zum Schluss eine treue Dienerin sein.<\/p>\n<p>Nun feierten wir heute in der Kirche Abschied. &#8211; Dieser Tag hat jedoch noch eine andere Bedeutung. Genau heute vor 50 Jahren haben Rosmarie Widmer und ich einander das Ja-Wort gegeben. Es w\u00e4re der Tag unserer goldenen Hochzeit. Ein Tag, den man gross feiern m\u00fcsste. Aber so wie wir heute in der Kirche Abschied gefeiert haben, so befindet sich meine liebe Frau mitten auf der Wegstrecke eines langen Abschieds. Sie wird die Bedeutung dieses Tages nicht mehr erfassen k\u00f6nnen. Nichtsdestotrotz:<\/p>\n<p>Morgen wird es im Haus Fuhrenmatte in Boltigen eine kleine Feier geben, so abgemessen, dass meine Liebste es in ihrem sehr schwachen Zustand verkraften kann. Nur zwei meiner S\u00f6hne und ich werden hinfahren. \u00c4usserlich wird es sehr bescheiden zugehen. Im Himmel jedoch wird man nichts von Bescheidenheit feststellen. Da werden sich die Engel freuen \u00fcber alles, was Gott in seiner \u00fcberreichen Gnade in diese 50 Jahre hineingelegt hat. Und es wird Freude herrschen, weil auch meine liebe Ehefrau bis zum Schluss ihr Leben eingesetzt hat, um anderen Menschen zu dienen.<\/p>\n<p>Warum treffen wir heute drei Mal auf dieses Prinzip des Dienens? Ganz einfach, weil Jesus so gelebt hat. Er sagte (Markus 10,45): <em>&#8222;Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass Er sich dienen lasse, sondern dass Er diene und sein Leben gebe als L\u00f6segeld f\u00fcr viele.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Das ist der eigentliche Sinn unseres irdischen Lebens, dass wir Jesus \u00e4hnlich werden. F\u00fcr Jesus war das Dienen mit viel Schmerzen verbunden. Sein aufopferungsvoller Dienst f\u00fchrte Ihn zum Tod am Kreuz. Darum ist es nichts Aussergew\u00f6hnliches, wenn diejenigen, die Jesus dienen, auch schmerzvolle Wege gef\u00fchrt werden. Es ist nichts Aussergew\u00f6hnliches, wenn heute das eine Auge weint und das andere sich freut, entsprechend Psalm 126,5-6:<\/p>\n<p><em>&#8222;Wer unter Tr\u00e4nen die Saat ausstreut, wird voll Jubel die Ernte einbringen. Weinend geht der S\u00e4mann jetzt \u00fcber den Acker, mit sich tr\u00e4gt er den Samen zur Aussaat. Voll Jubel kommt er dann heim von der Ernte, den Arm voller Garben.&#8220;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute, 9. November 2018, wurde der irdische K\u00f6rper meiner lieben und unvergesslichen Schw\u00e4gerin, Marianne Sluimer-Ernst auf dem Friedhof in Beatenberg beigesetzt. F\u00fcr mich war es in dreifacher Weise ein Tag des Gedenkens. Marianne war die Frau meines j\u00fcngeren Bruders Werner, eines wunderbaren Bruders, mit dem ich mich sehr gut verstand. 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