{"id":322,"date":"2019-08-20T17:07:07","date_gmt":"2019-08-20T15:07:07","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/?p=322"},"modified":"2020-02-06T21:37:54","modified_gmt":"2020-02-06T20:37:54","slug":"konfliktbewaeltigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/index.php\/2019\/08\/20\/konfliktbewaeltigung\/","title":{"rendered":"Konfliktbew\u00e4ltigung"},"content":{"rendered":"\n<p>Bergidyll<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"906\" src=\"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Rinderalp-1024x906.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-323\" srcset=\"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Rinderalp-1024x906.jpg 1024w, https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Rinderalp-300x265.jpg 300w, https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Rinderalp-768x679.jpg 768w, https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Rinderalp.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>\nGestern\nwar ich eingeladen, als Gast einem herausfordernden Vortrag zum Thema\n&#8222;Konfliktbew\u00e4ltigung&#8220; beizuwohnen. Der Ort der\nZusammenkunft war kein Schulraum, keine Kirche, kein\nKonferenzzentrum. In idyllischer, friedlicher Umgebung sassen wir in\neiner gem\u00fctlichen Tischrunde in der Alph\u00fctte. Auch das feine Essen\nfehlte nicht: Ein reichhaltiges Raclette mit echtem, auf jener Alp\nhergestellten Raclettek\u00e4se. Und wie k\u00f6nnte es anders sein &#8211; zum\nDessert geh\u00f6rte reichlich &#8222;gschwungeni Nidle&#8220;\n(Schlagrahm), die so v\u00f6llig anders schmeckte, als was im Supermarkt\nerh\u00e4ltlich ist. Der Kontrast zwischen Thematik und Ambiente h\u00e4tte\nnicht besser gew\u00e4hlt werden k\u00f6nnen.  \n<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Nein, ich habe nicht die Absicht, hier den Vortrag zu wiederholen.\nVielmehr hat es mit meinem Problem zu tun, wenn ich mich an den Compi\nsetze und tippe. Was ich geh\u00f6rt habe, werde ich so schnell nicht\nwieder los. Da gibt ein Gedanke den anderen und zum Schluss scheint\nmir doch Einiges davon wert zu sein, es meinen Lesern mitzuteilen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der vergangenen Nacht des Nachdenkens wurde mir folgendes klar:\nDie treibende Kraft hinter den zur Eskalation tendierenden Konflikten\nist doch in unserem Machtanspruch begr\u00fcndet. Das wird schon im\nersten Trotzalter sichtbar. Wie verteidige ich meinen Anspruch\ngegen\u00fcber meinen Eltern? Wer hat den l\u00e4ngeren Atem?  Wenn in\nfr\u00fcheren Zeiten die kleinen Schreih\u00e4lse um jeden Preis Verlierer\nsein mussten, so sind es heute oft die hilflosen Eltern samt deren\nUmfeld, die von ihrem Nachwuchs tyrannisiert werden. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Und am Schluss des Lebens schliesst sich der Kreis. Seit sich\nmeine liebe Ehefrau in Heimpflege befindet, habe ich aufgrund meiner\nallw\u00f6chentlichen Besuche mehr Einsicht erhalten \u00fcber Ver\u00e4nderungen\nim Alter. Ungeschminkt zeigen sich wieder Verhaltensweisen aus der\nKindheit, besonders auf dem Hintergrund dementieller Erkrankungen.\nWas sich in einem solchen Umfeld pl\u00f6tzlich und ohne Vorwarnung\nabspielen kann, erfordert von den Pflegenden grosses Geschick im\nUmgang mit Konflikten, denn auch die total Schwachen besitzen noch\ndie F\u00e4higkeit, ihre Anspr\u00fcche unmissverst\u00e4ndlich zu signalisieren\nund ihr Umfeld zu tyrannisieren. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Nun kann ich kein Lebensthema abhaken, ohne einen Blick in Gottes\nWort zu werfen. In der Bibel wird uns vermittelt, was Jesus gelehrt\nund vorgelebt hat. Das war eine ganz neue Grundlage f\u00fcr das\nZusammenleben. Total umwerfend! Den N\u00e4chsten lieben wie sich selbst.\nWer unter euch der Gr\u00f6sste sein will, der sei aller Diener. Nicht\nzur\u00fcckschlagen, sondern nachdem man geschlagen wurde, die andere\nBacke hinhalten. Freude in Situationen von Verleumdung und Verfolgung\nusw. Auf der ganzen Linie geht es um einen Machtverzicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schlussfolgerung:<\/strong><br> Mit seiner Lehre und mit seinem Leben hat Jesus seiner Gemeinde die Grundlage gegeben f\u00fcr ein konfliktfreies Zusammenleben. <\/p>\n\n\n\n<p>Leider werden diese Anweisungen Jesu oft auch von Christen bel\u00e4chelt. So kann man doch nicht leben. Wenn man nicht gelernt hat, sich durchzusetzen, w\u00fcrde dies als Charakterschw\u00e4che ausgelegt, und man w\u00fcrde dauernd ausgenutzt. Hinzu kommt, dass Menschen in der Welt oft sehr genau wissen, wie Christen sich (nachgebend!) verhalten sollten.  <\/p>\n\n\n\n<p>Zeugen die Verhaltensweisen Jesu von Charakterschw\u00e4che? Das\nGegenteil ist wahr: Jesus hat diese Anweisungen in vollkommener\nCharakterst\u00e4rke vorgelebt. Als Er im Garten Gethsemane verhaftet\nwurde, sagte Er zu dem J\u00fcnger, der mit dem Schwert dreinschlagen\nwollte (Matth\u00e4us&nbsp;26,53\u201154): <em>&#8222;Oder meinst du, Ich\nk\u00f6nnte meinen Vater nicht bitten, und Er w\u00fcrde mir sogleich mehr\nals zw\u00f6lf Legionen Engel schicken? Wie w\u00fcrde dann aber die Schrift\nerf\u00fcllt, dass es so geschehen muss?&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Jesus hatte jederzeit alle Macht, um jede Situation sofort zu\nver\u00e4ndern. Unter der Leitung seines Vaters setzte Er diese Autorit\u00e4t\nein, um andere Menschen zu heilen, zu befreien, vom Tod aufzuwecken\nund die vielen Zuh\u00f6rer zu unterweisen. Aber Er verzichtete bewusst\nauf die M\u00f6glichkeit, diese Macht f\u00fcr seine eigenen Interessen oder\nzu seinem Selbstschutz zu beanspruchen. F\u00fcr Ihn war der Schutz\nseiner Person und das Sorgen f\u00fcr sein Wohlergehen die Angelegenheit\nseines himmlischen Vaters. Im Vertrauen auf seinen Vater lebte Jesus\neine konsequente Aufgabentrennung.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus lebte nicht f\u00fcr sich selbst, sondern zielorientiert f\u00fcr\nunsere Errettung (Markus&nbsp;10,45): <em>&#8222;Der Menschensohn ist\nnicht gekommen, dass Er sich dienen lasse, sondern dass Er diene und\nsein Leben gebe als L\u00f6segeld f\u00fcr viele.&#8220;<\/em>  Es ging unserem\nHerrn stets darum, in all seinem Reden und Handeln die Wesensmerkmale\nseines Vaters sichtbar zu machen. Damit schuf Er die Voraussetzung,\ndass wir von Ihm lernen k\u00f6nnen und dass auch unser Leben vom Wesen\ndes Vaters gepr\u00e4gt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist klar, dass eine solche Lebensweise provoziert. Das war so bei Jesus. Er endete am Kreuz. Und Er sagte uns auch, dass jeder, der Ihm folgen will, sein Kreuz auf sich nehmen soll. Er wies uns darauf hin (Johannes&nbsp;15,20): <em>&#8222;Haben sie Mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen.&#8220;<\/em>  Wom\u00f6glich w\u00e4ren wir noch bereit, von Seiten der Welt Nachteile in Kauf zu nehmen. Wenn es sich aber um Konflikte in der Gemeinde, um Machtanspr\u00fcche unter Gl\u00e4ubigen handelt, wird es schwieriger. Eigentlich m\u00fcsste die &#8222;Gemeinschaft der Heiligen&#8220; ein konfliktfreies Feld sein, weil wir in den Anweisungen Jesu die Grundlage dazu erhalten haben. Umso mehr ist es besch\u00e4mend und betr\u00fcblich, wenn unter Glaubensgeschwistern Konflikte nicht nur brodeln, sondern allzu oft eskalieren und sich zerst\u00f6rerisch auswirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Und Gott &#8211; der unbestechliche, durch und durch heilige Gott, der\nalle Macht hat &#8211; Er l\u00e4sst das zu?!? &#8211; Dieser Gott, der so viel f\u00fcr\nunsere Rettung aufgewendet hat, muss eine unbeschreibliche Tragkraft\nhaben, um diesen frommen (oft scheinfrommen) Haufen ertragen zu\nk\u00f6nnen. Nur ganz am Rande l\u00e4sst Er eine Erkl\u00e4rung durchschimmern.\nSie hilft uns zu verstehen, warum Er nicht mit dem eisernen Besen\neingreift und in seiner Gemeinde Ordnung schafft\n(1Korinther&nbsp;11,18\u201119):  <em>&#8222;Wenn ihr in der Gemeinde\nzusammenkommt, sind Spaltungen unter euch; und zum Teil glaube ich&#8217;s.\nDenn es m\u00fcssen ja Spaltungen unter euch sein, auf dass die unter\neuch offenbar werden, die bew\u00e4hrt sind.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Bew\u00e4hrung ist f\u00fcr Gott so wichtig, dass Er erstaunlich\nviel Negatives zul\u00e4sst. Denn wie k\u00f6nnten wir die linke Backe\nhinhalten, wenn uns nicht jemand auf die rechte geschlagen hat? Wie\nk\u00f6nnten wir B\u00f6ses mit Gutem vergelten, wenn uns niemand etwas B\u00f6ses\nantut?<\/p>\n\n\n\n<p>Nun m\u00f6chte ich richtig verstanden werden. Wenn unsere Bew\u00e4hrung\nnegative Erfahrungen als Hintergrund voraussetzt, so ist dies\nkeineswegs ein Alibi, um anderen Menschen Unrecht zuzuf\u00fcgen. Im\nGegenteil. Wir werden vor Gott f\u00fcr all unser Handeln zur\nRechenschaft gezogen. Aber es ist hilfreich zu wissen, dass die\nnegativen Umst\u00e4nde und Erfahrungen uns zur Bew\u00e4hrung dienen m\u00fcssen.\nDieses Wissen hilft uns, auf das Durchsetzen unseres Machtanspruchs\nzu verzichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bergidyll Gestern war ich eingeladen, als Gast einem herausfordernden Vortrag zum Thema &#8222;Konfliktbew\u00e4ltigung&#8220; beizuwohnen. Der Ort der Zusammenkunft war kein Schulraum, keine Kirche, kein Konferenzzentrum. In idyllischer, friedlicher Umgebung sassen wir in einer gem\u00fctlichen Tischrunde in der Alph\u00fctte. Auch das feine Essen fehlte nicht: Ein reichhaltiges Raclette mit echtem, auf jener Alp hergestellten Raclettek\u00e4se. 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