{"id":489,"date":"2020-06-22T20:54:47","date_gmt":"2020-06-22T18:54:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/?p=489"},"modified":"2020-06-24T14:16:22","modified_gmt":"2020-06-24T12:16:22","slug":"eine-unvergessliche-lektion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/index.php\/2020\/06\/22\/eine-unvergessliche-lektion\/","title":{"rendered":"Eine unvergessliche Lektion"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"225\" height=\"225\" src=\"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tagetes.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-490\" srcset=\"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tagetes.jpeg 225w, https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tagetes-150x150.jpeg 150w, https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Tagetes-100x100.jpeg 100w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><figcaption>Tagetes &#8211; sie wecken alte Erinnerungen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Es war in den ersten 1980-er Jahren. Meine liebe Ehefrau legte grossen Wert darauf, dass unser Zuhause einen gediegenen, schmucken Eindruck erweckt. Schliesslich sind wir Kinder des allergr\u00f6ssten K\u00f6nigs. Das soll man auch von aussen her wahrnehmen k\u00f6nnen. So legte sie vor dem Hauseingang eine Blumenrabatte an und bepflanzte sie mit Tagetes in froh leuchtenden Farben.  <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Als ich abends nach Hause kam, fiel mir als erstes das\nangefangene, aber nicht zu Ende gef\u00fchrte Kunstwerk auf. Alle\nPflanzen liessen Bl\u00fcten und Bl\u00e4tter nach unten h\u00e4ngen.  Ziemlich\nver\u00e4rgert trat ich ins Haus ein. Meine liebe Gattin musste sich\neinen Vortrag anh\u00f6ren \u00fcber Tagetes als beliebtes Schneckenfutter,\numso begehrter noch, wenn die Setzlinge trotz Hitze und Sonne nicht\nbegossen wurden. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Wortlos zog sich meine Liebste zur\u00fcck. Nach einer Weile erschien\nsie wieder und sagte v\u00f6llig gefasst und mit \u00dcberzeugung: &#8222;Es\ngeht keine Schnecke zu den Blumen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie bitte? Darauf kam die Erkl\u00e4rung: &#8222;Ich wurde von der\nArbeit weg ans Telefon gerufen und hatte ein langes und\nherausforderndes Seelsorgegespr\u00e4ch. Anschliessend dachte ich nicht\nmehr an die Blumen. Jetzt sagte ich meinem Herrn: Ich habe mich f\u00fcr\nDich eingesetzt und nun schaue Du zu, dass keine Schnecke zu den\nBlumen geht!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Ist das nicht zu einfach? &#8211; dachte ich. In den folgenden Tagen und\nWochen warf ich jeweils beim Heimkommen einen ersten Blick in die\nBlumenrabatte. W\u00e4hrend des ganzen Sommers entdeckte ich kein\neinziges Schnecklein. Ging ich jedoch anschliessend in den\nGem\u00fcsegarten, wimmelte es dort von diesen gefr\u00e4ssigen, kriechenden,\nschleimigen und ungeliebten G\u00e4sten. Ich hatte viel zu tun mit\nSch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung. Und langsam d\u00e4mmerte es mir:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Wer den Herrn durch Vertrauen ehrt, wird mit Segen belohnt.\n\t<\/li><li>Wer es selbst im Griff haben will, hat M\u00fche und Arbeit und\n\tobendrein noch Verlust.\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Es war die praktische Veranschaulichung dessen, was Gott seinem Volk durch den Propheten Maleachi sagen liess (Maleachi&nbsp;3,10\u201111 nach GNB):   <em>&#8222;Stellt mich auf die Probe, sagt der Herr, der Herrscher der Welt, macht den Versuch, ob Ich dann nicht die Fenster des Himmels \u00f6ffne und euch mit Segen \u00fcbersch\u00fctte! Ich werde auch die Sch\u00e4dlinge von euren Feldern und Weinbergen fern halten, damit sie die Ernte nicht verderben. Das sage Ich, der Herrscher der Welt!&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ist das nur eine alte Geschichte aus l\u00e4ngst vergangenen Zeiten? Bitte: Hat sich Gott in der Zwischenzeit etwa ge\u00e4ndert? Ist Er heute nur noch f\u00fcr geistliche Anliegen zust\u00e4ndig? Sind unsere praktischen Alltagsprobleme f\u00fcr Ihn weniger wichtig? Hat nicht Jesus selbst seinen J\u00fcngern das Vertrauen in den einfachen praktischen Bed\u00fcrfnissen &#8211; Essen und Kleidung &#8211; mit Nachdruck befohlen? Auch heute gilt das Jesuswort (Matth\u00e4us 8,13): <em>&#8222;Dir geschehe, wie du geglaubt hast.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nun aber zur\u00fcck zur oben erw\u00e4hnten Geschichte, die uns der Prophet Maleachi \u00fcberlieferte. Hier forderte Gott sein Volk auf, Ihn zu pr\u00fcfen, d.h. die Echtheit seiner Zusage auf die Probe zu stellen. Warum dies? Was war voraus gegangen? &#8211; <br>Gott beklagt, dass sein Volk Ihn beraube. Die im Gesetz vorgeschriebenen Abgaben wurden nicht, resp. nur teilweise abgeliefert. In der Folge mangelte es den Priestern, welche im Tempel Dienst verrichteten, an gesichertem Einkommen.  <\/p>\n\n\n\n<p>Warum wurden denn die Priester nicht richtig versorgt? Die Israeliten litten selbst unter Mangel, denn die Ernten wurden wiederholt durch Schadinsekten verdorben. Logisch, dass man dann zuerst ans eigene \u00dcberleben denkt. Und so hatten die Priester das Nachsehen.  <\/p>\n\n\n\n<p>Aus unserer menschlichen Optik betrachtet, m\u00fcsste Gott nun zuerst f\u00fcr gute Ernten besorgt sein. Dann k\u00f6nnten die Israeliten die Priester wieder vollumf\u00e4nglich versorgen. Aber Gott w\u00e4hlt nicht diesen Weg, denn so h\u00e4tte sein Volk nichts gelernt. Sein Weg aus der Sackgasse wird im ersten Teil von Vers 10 beschrieben:  <\/p>\n\n\n\n<ol><li><em>&#8222;Bringt den zehnten Teil eurer Ertr\u00e4ge unverk\u00fcrzt zu meinem Tempel, damit meine Priester nicht Hunger leiden.&#8220; <\/em><br>Dieser Befehl gilt trotz der mangelnden Vorr\u00e4te. Und wie steht es dann mit der Versorgung der eignen Familie?  <\/li><li>Erst im zweiten Teil des Verses steht die Zusage, dass Gott dann die Fenster des Himmels \u00f6ffnen und Segen herabsch\u00fctten wird. Die Zusage ist an die Bedingung des Gehorsams gekn\u00fcpft. Die Reihenfolge dieser beiden Schritte l\u00e4sst sich nicht umdrehen. <\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnen wir die existentielle Spannung zwischen den beiden Teilen dieses Verses nachempfinden? Gott erwartet zuerst den Gehorsam. Sein Volk soll geben, was Ihm, dem HERRN zusteht. Und das Risiko? Es kann einzig aufgrund von Gottes Zusage umgangen werden. Die Spannung zwischen den beiden Schritten &#8211; Gott gehorchen und die eigene Versorgung von Ihm abh\u00e4ngig machen &#8211; kann nur durch den Glauben, d.h. durch das Vertrauen in die Zuverl\u00e4ssigkeit der Zusage Gottes \u00fcberwunden werden.   <\/p>\n\n\n\n<p>Warum geht Gott diesen Weg? Unsere Verhaltensmuster im gelebten Alltag sind eine visuelle Predigt, die von unseren Mitmenschen gelesen wird. In dieser Predigt soll f\u00fcr alle sichtbar zum Ausdruck kommen, wer Gott wirklich ist. In der konkreten Situation zur Zeit Maleachis sollten die Israeliten sichtbar machen, dass Gott und seine Zusagen so unersch\u00fctterlich, so verl\u00e4sslich sind, dass man die eigene Existenz davon abh\u00e4ngig machen kann.   <\/p>\n\n\n\n<p>Nun vermittelt die Geschichte im bereits zitierten Vers 11 einen weiteren Aspekt:  <em>&#8222;Ich werde auch die Sch\u00e4dlinge von euren Feldern und Weinbergen fern halten, damit sie die Ernte nicht verderben. Das sage Ich, der Herrscher der Welt!&#8220; <\/em>&#8211; Eine wunderbar bequeme Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung, k\u00f6nnten wir denken. Aber Gott erzieht sein Volk nicht zur Bequemlichkeit. Er verfolgt eine andere Absicht.  <\/p>\n\n\n\n<p>Von der Sch\u00f6pfung her sind wir dazu berufen, mit Gott zusammen zu arbeiten. Wo auch immer zusammen gearbeitet wird, braucht es Regeln. Es muss klar sein, wer macht was. So ist es auch zwischen Gott und uns. Er erledigt nicht f\u00fcr uns, was unsere Aufgabe ist. Und Er will nicht, dass wir uns mit Dingen abm\u00fchen, die in seine Kompetenz geh\u00f6ren. Was ist also die Aufgabe des Volks? Es soll Gott gehorchen und die Priester mit den ungeschm\u00e4lerten Abgaben versorgen. Und es soll Gott vertrauen, dass Er f\u00fcr die gesegnete, \u00fcberreiche Ernte sorgen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Gott hingegen \u00fcbernimmt die Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung, welche das Volk aus Vertrauen Ihm \u00fcberlassen soll. Somit wird Gott in dreifacher Weise geehrt: Er wird geehrt, wenn sein Volk Ihm Gehorsam leistet und Ihn somit als HERRN anerkennt. Er wird durch das Vertrauen seines Volkes geehrt. Und Er wird durch sein liebevolles und zuverl\u00e4ssiges Sorgen f\u00fcr sein Volk geehrt.  <\/p>\n\n\n\n<p>Diese Gedanken f\u00fchren mich zur\u00fcck zu den Tagetes. F\u00fcr meine liebe Ehefrau war es ein vordringliches Anliegen, dass in allem Gott geehrt wird. Sie hat Gott geehrt, als sie die Arbeit liegen liess und sich voll dem Seelsorgegespr\u00e4ch widmete. Und sie hat Gott geehrt, als sie das Problem, das wegen diesem Dienst entstanden war, einfach in die Verantwortung und F\u00fcrsorge Gottes abgegeben hat. Und Gott wurde geehrt, indem Er sich treu zu seiner Dienerin gestellt und ihr Anliegen in seine H\u00e4nde genommen hat.     <\/p>\n\n\n\n<p>In der konsequenten Unterscheidung, was ist meine Aufgabe und was ist Gottes Aufgabe, war mir meine liebe Ehefrau ein sehr grosses Vorbild:  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;Ich habe mich f\u00fcr Dich eingesetzt und nun schaue Du zu, dass keine Schnecke zu den Blumen geht!&#8220; <\/strong>Tats\u00e4chlich verging sich keine Schnecke an den Tagetes, denn Gott hatte es ihnen verboten.  <\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6ge dieses Vorbild meiner verstorbenen Ehefrau bei all den Lesern meiner Website weiter Frucht hervorbringen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war in den ersten 1980-er Jahren. Meine liebe Ehefrau legte grossen Wert darauf, dass unser Zuhause einen gediegenen, schmucken Eindruck erweckt. Schliesslich sind wir Kinder des allergr\u00f6ssten K\u00f6nigs. Das soll man auch von aussen her wahrnehmen k\u00f6nnen. 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