{"id":737,"date":"2023-02-14T21:29:53","date_gmt":"2023-02-14T20:29:53","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/?p=737"},"modified":"2023-02-24T17:59:43","modified_gmt":"2023-02-24T16:59:43","slug":"erfahrungsbericht-zum-thema-versoehnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/index.php\/2023\/02\/14\/erfahrungsbericht-zum-thema-versoehnung\/","title":{"rendered":"Erfahrungsbericht zum Thema &#8222;Wenn es nicht zur Vers\u00f6hnung kommt&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-cover\"><span aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-cover__background has-background-dim\"><\/span><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" class=\"wp-block-cover__image-background wp-image-738\" alt=\"\" src=\"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Versoehnung-1024x768.jpg\" data-object-fit=\"cover\" srcset=\"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Versoehnung-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Versoehnung-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Versoehnung-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Versoehnung.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><div class=\"wp-block-cover__inner-container\">\n<p class=\"has-text-align-center has-large-font-size\">Die Sonne darf \u00fcber eurem Zorn nicht untergehen!<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><strong><em>Mein eindr\u00fccklichstes Erlebnis zum Thema:<br>Uneinigkeit unter gl\u00e4ubigen Christen &#8211; oder<br>wenn Christen Handlanger des Feindes werden.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der Anfangszeit meiner T\u00e4tigkeit als Bibellehrer hatte ich die Verantwortung f\u00fcr die Evangelisationswochen w\u00e4hrend des Winterpraktikums. Mitte der 1960-er Jahre war ich mit einer Gruppe von Studierenden in einer Stadt in der N\u00e4he von Stuttgart im Einsatz.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Anreise verteilten wir uns in die zugeteilten Quartiere. Beim Abendessen fiel mir die gedr\u00fcckte Stimmung meiner Gastgeber auf. Schliesslich wandte sich der Hausherr ganz direkt mit der Frage an mich: &#8222;Was erwarten Sie von dieser Woche?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ich brauchte nicht lange zu \u00fcberlegen. Meine Antwort war: &#8222;Es sollen in dieser Woche Menschen zum Glauben an Jesus Christus kommen.&#8220; Darauf erwiderte der Fragesteller: &#8222;Wir hatten in dieser Stadt viele Evangelisationen &#8211; jedes Jahr &#8211; und nie hat sich jemand f\u00fcr Jesus entschieden. In dieser Stadt gibt es keine zwei Gl\u00e4ubige, die eins w\u00e4ren.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich nahm dies zur Kenntnis, aber liess mich nicht entmutigen, denn schliesslich hat das Wort Gottes Kraft und kommt nicht leer zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch am selben Abend hatten wir die erste Veranstaltung. Sie begann mit einem Lied unseres M\u00e4nnerquartetts. Ich stimmte das Lied an, aber falsch und musste nochmals anstimmen. Obwohl wir gut vorbereitet waren, wollte der Gesang nicht richtig harmonieren, es klang v\u00f6llig trocken und leblos. Dann kam der Lebensbericht eines Teambruders. Er stotterte w\u00e4hrend des Redens, was f\u00fcr ihn v\u00f6llig ungewohnt war. In meiner Predigt hatte ich das Gef\u00fchl, dass ich gegen eine Mauer spreche. Ich hatte enorm M\u00fche, mich zu konzentrieren &#8211; und als ich die Anwesenden aufforderte, in die Nachfolge Jesu einzutreten, erfolgte nicht die geringste Reaktion. Ich war am Ende total verschwitzt, und das Schlusslied des Quartetts war wieder farblos wie das erste.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Erfahrung liess uns umso mehr im Gebet zusammenstehen. Schliesslich ist Jesus der grosse Sieger von Golgatha &#8211; und das muss doch sichtbar werden. Die zweite Veranstaltung kam. Und sie verlief exakt so, wie die erste. So ging es w\u00e4hrend der ganzen Woche weiter. Nichts ver\u00e4nderte sich. Nach der letzten Veranstaltung am Freitag Abend waren wir v\u00f6llig abgek\u00e4mpft, ersch\u00f6pft, desillusioniert, oder besser gesagt: Unser Glaubensmut war v\u00f6llig am Boden. Die unheimliche Realit\u00e4t des Wortes &#8222;verstockt&#8220; wurde uns in der ganzen tragischen Bedeutung bewusst.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun war am Samstag Nachmittag noch eine Jugendveranstaltung. Hier herrschte eine ganz andere Atmosph\u00e4re. Wir hatten aufmerksame H\u00f6rer vor uns. Und an diesem Nachmittag haben manche Jugendliche ihr Leben bewusst unter die F\u00fchrung von Jesus Christus gestellt. Diese jungen Leute waren noch nicht involviert in die Zwistigkeiten der \u00e4lteren Generation. Hier fand Gottes Geist den Zugang zu den Herzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch heute \u00fcberf\u00e4llt mich ein Schaudern, wenn ich an jene Erfahrung zur\u00fcckdenke &#8211; wenn ich an die unausweichlichen Folgen denke:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wer nicht vergibt, dem wird Gott keine Vergebung schenken! Matth\u00e4us 6,15:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wer nicht vergibt, von dem wird die ganze Schuld seines Lebens eingefordert:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Matth\u00e4us 18,23-35 <br>Hier stellt Jesus das Gleichnis vom hartherzigen Schuldner vor. Der Gl\u00e4ubiger hatte diesem die unbezahlbar hohe Schuldsumme erlassen. Diese Amnestie versetzte den von Schuld Befreiten in die moralische Pflicht, dass auch er seinen Mitmenschen gegen\u00fcber alle Schuldanspr\u00fcche erlassen sollte.  <\/p>\n\n\n\n<p>Unter Missachtung seiner moralischen Pflicht forderte er jedoch ein Guthaben bei einem Schuldner ein. Ein Guthaben, das im Vergleich zu dem ihm erlassenen recht klein war. Dadurch verlor er die Amnestie. Seine fr\u00fchere Schuldsumme wurde ihm wieder voll angerechnet und er wurde hart bestraft. <\/p>\n\n\n\n<p>Jesus f\u00fcgte diesem Gleichnis einen erschreckend deutlichen Kommentar hinzu:<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;So wird auch mein Vater im Himmel <strong>jeden von euch<\/strong> behandeln, der seinem Bruder nicht von Herzen vergibt.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Vergeben heisst im Klartext: Ich verzichte auf meinen realen Rechtsanspruch. Ich bin dazu verpflichtet, weil der Vater im Himmel mir gegen\u00fcber auf seinen Rechtsanspruch verzichtet hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Herr Jesus Christus l\u00e4sst uns kein Schlupfloch offen. Wenn wir nicht zur Vers\u00f6hnung bereit sind, setzen wir unser eigenes Heil aufs Spiel, und wir hindern Gottes Wirken in dieser Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2192 empfohlenes Lied von Manfred <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=IKnGoftTMs0\">Siebald<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein eindr\u00fccklichstes Erlebnis zum Thema:Uneinigkeit unter gl\u00e4ubigen Christen &#8211; oderwenn Christen Handlanger des Feindes werden. In der Anfangszeit meiner T\u00e4tigkeit als Bibellehrer hatte ich die Verantwortung f\u00fcr die Evangelisationswochen w\u00e4hrend des Winterpraktikums. Mitte der 1960-er Jahre war ich mit einer Gruppe von Studierenden in einer Stadt in der N\u00e4he von Stuttgart im Einsatz. 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