{"id":91,"date":"2018-01-22T10:16:42","date_gmt":"2018-01-22T09:16:42","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/?p=91"},"modified":"2019-11-24T11:50:52","modified_gmt":"2019-11-24T10:50:52","slug":"exorzismus-im-trend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/index.php\/2018\/01\/22\/exorzismus-im-trend\/","title":{"rendered":"Exorzismus im Trend"},"content":{"rendered":"<p>Am 15.01.2018 ver\u00f6ffentlichte Ralf Kaminski im Migros Magazin eine Reportage zum Thema &#8222;Exorzismus in der Schweiz&#8220; mit dem Untertitel: &#8222;Im Kampf gegen D\u00e4monen&#8220;. Dabei wird bemerkenswert sachlich ein aktuelles Fallbeispiel beschrieben. <!--more-->Die junge Frau, deren Geschichte im Artikel vorgestellt wird, hat beim Heilsarmee-Offizier Beat Schulthess und seinem Team Hilfe gesucht. Jener verf\u00fcgt \u00fcber bereits 30 Jahre Erfahrung im Befreiungsdienst.<\/p>\n<p>Dass jetzt dieses Thema immer \u00f6fter von der Presse aufgegriffen wird, hat wohl einerseits mit der Migration zu tun, andererseits jedoch mit der in unserer Gesellschaft stark zunehmenden Offenheit f\u00fcr alle m\u00f6glichen esoterischen Angebote und okkulten Praktiken.<\/p>\n<p>Schlittern wir mit der fortschreitenden Kirchenentfremdung in eine eigentliche Esoterik- und Okkultismus-\u00c4ra? &#8211; mit all den negativen Folgen, die sich dabei einstellen? Und ist die Gemeinde &#8211; die Kirche &#8211; ger\u00fcstet, um die kommende Flut von Hilfesuchenden zu begleiten? Sind die biblischen Prinzipien bekannt, die unsere gewaltige Freiheit begr\u00fcnden, welche uns gegen\u00fcber den M\u00e4chten der Finsternis geschenkt ist? Diese Gedanken bewogen mich, von einer f\u00fcr mich besonders lehrreichen Erfahrung aus der Anfangszeit meines Dienstes zu berichten.<\/p>\n<h2 class=\"western\">Ein Praxisbeispiel<\/h2>\n<p>Es war in der zweiten H\u00e4lfte der Sechziger-Jahre. Als blutjunger Bibellehrer war ich w\u00e4hrend der Sommerferienzeit verantwortlich f\u00fcr das Jugendlager (Teenie-Freizeit). Schon bald beschwerten sich die Betreuer einer bestimmten Gruppe wegen einem Jungen, der wie sie beteuerten, okkult belastet sei und das ganze Lager auf den Kopf stellen w\u00fcrde. Es handelte sich um einen 14-j\u00e4hrigen Jungen, der zuvor von jungen Leuten das Evangelium geh\u00f6rt hatte und sich f\u00fcr ein Leben mit Jesus Christus entscheiden wollte. Aber, so sehr er dies auch wollte, er konnte es nicht. So kam er in unser Lager mit der Absicht, sich hier f\u00fcr Christus zu entscheiden. Sein Verhalten wurde jedoch f\u00fcr die Lagergemeinschaft zunehmend untragbar.<\/p>\n<p>Nun liess ich den Jungen kommen und bat auch einen \u00e4lteren Bibellehrer, das Gespr\u00e4ch zu begleiten. Was wir dann zu h\u00f6ren bekamen, hat uns tief ersch\u00fcttert. Der Junge wurde in einem Kloster von einer Nonne unehelich geboren. Schon in den ersten Lebensjahren wurde er mehrmals von einem Kloster ins andere verschoben, um seine Herkunft zu verschleiern. W\u00e4hrend seiner Kindheit wurde er dann wiederholt (von beiden Geschlechtern!) missbraucht. Schliesslich hat ein M\u00f6nch ihn ins 6. und 7. Buch Mose eingef\u00fchrt. (Diese B\u00fccher haben nichts mit dem Mose der Bibel zu tun, es handelt sich um Zauberb\u00fccher unter diesem Decknamen). Damit er die Macht erhalten w\u00fcrde, die gelernten Zaubereien auch auszu\u00fcben, sollte er sich mit seinem eigenen Blut dem Satan verschreiben. Unter Anleitung des M\u00f6nchs hat er dies getan.<\/p>\n<p>Da stand er nun vor uns und sagte mit einer d\u00e4monischen Grimasse: <i>&#8222;Es hat gar keinen Wert, dass ihr euch mit mir abgebt. Wenn ich verrecke fahre ich schnurgerade zum Satan in die H\u00f6lle.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>Ich f\u00fchlte mich v\u00f6llig \u00fcberfordert. Und das war gut so, denn so wusste ich mich ganz auf Gottes Hilfe angewiesen. In dieser herausfordernden Situation sandte ich einen Notruf nach oben, zu meinem Herrn &#8211; und erhielt sofort den hilfreichen Gedanken: Ich sagte dem Jungen: <i>&#8222;Der M\u00f6nch, der dich angeleitet hat, dich mit deinem Blut dem Satan zu verschreiben, hat dir den Weg in die Freiheit gewiesen.&#8220;<\/i> Da schaute er mich v\u00f6llig verdutzt und fragend an. Und ich erkl\u00e4rte: <i>&#8222;Du hast doch eben erz\u00e4hlt, jener M\u00f6nch habe dir gesagt, wenn du den Vertrag jemals brechen solltest, w\u00fcrde dies deinen Tod bedeuten. Also hat er dir doch gesagt, dass du den Vertrag brechen kannst. Du kannst <\/i><i>wirklich<\/i><i> frei werden, aber es kostet dein Leben.&#8220;<\/i> Nachdem ich ihn einen Augenblick lang \u00fcberlegen liess, erg\u00e4nzte ich: <i>&#8222;Du kannst frei werden, und es kostet dein Leben. Aber nun ist ein anderer an deinen Platz getreten, Jesus, der Sohn Gottes. Und Er ist bereits an deiner Stelle gestorben. Wenn du jetzt den Vertrag brichst, ist der Tod an Jesus Christus bereits ausgef\u00fchrt worden und Er schenkt dir das Leben.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>Das hat der Junge begriffen. Es brauchte keine weiteren Erkl\u00e4rungen mehr, kein exorzistisches Vorgehen, kein Lossagegebet, einfach nichts. Wir knieten nieder, der Junge nahm kindlich einfach den Herrn Jesus Christus in sein Leben auf und dankte Ihm, seinem Retter. &#8211; Und war frei!<\/p>\n<h3 class=\"western\">Die theologische Auswertung<\/h3>\n<p>Nat\u00fcrlich kann die oben beschriebene Erfahrung nicht einfach generell kopiert werden. Jeder Fall ist wieder ein Fall f\u00fcr sich, und in jedem einzelnen Fall sollte man sich in der Vorgehensweise von Gottes Geist leiten lassen. Grunds\u00e4tzlich muss aber ein Befreiungsdienst immer auf der Grundlage des Evangeliums erfolgen. Und genau das ist es, was wir in der erw\u00e4hnten Befreiung jenes Teenagers lernen k\u00f6nnen: Sie entspricht in jedem einzelnen Punkt dem Evangelium.<\/p>\n<p><b>Mittelpunkt des Evangeliums ist der Gekreuzigte. Durch seinen Tod am Kreuz hat Er eine umfassende Erl\u00f6sung bewirkt. Die wichtigsten Punkte sind:<\/b><\/p>\n<ol>\n<li>Unsere Schuld wurde bezahlt. Das ist die Voraussetzung daf\u00fcr, dass Gott uns Vergebung schenken kann. R\u00f6mer\u00a03,25 (nach NG\u00dc): <i>&#8222;Ihn hat Gott vor den Augen aller Welt zum S\u00fchneopfer f\u00fcr unsere Schuld gemacht. Durch sein Blut, das <\/i><i>E<\/i><i>r vergossen hat, ist die S\u00fchne geschehen, und durch den Glauben kommt sie uns zugute.&#8220;<\/i><\/li>\n<li>Die S\u00fcnde (das Wesen der S\u00fcnde) wurde gerichtet. 2Korinther\u00a05,21 (Nach NG\u00dc): <i>&#8222;Den, der ohne jede S\u00fcnde war, hat Gott f\u00fcr uns zur S\u00fcnde gemacht, damit wir durch die Verbindung mit Ihm die Gerechtigkeit bekommen, mit der wir vor Gott bestehen k\u00f6nnen.&#8220;<\/i><\/li>\n<li>Mit dem &#8222;L\u00f6segeld&#8220; seines Blutes hat Er uns losgekauft 1Petrus\u00a01,18\u201119 (LUT): <i>&#8222;denn ihr wisst, dass ihr nicht mit verg\u00e4nglichem Silber oder Gold erl\u00f6st seid von eurem nichtigen Wandel nach der V\u00e4ter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes.<\/i><i>&#8222;<\/i><i> <\/i><\/li>\n<li>Am Kreuz hat Jesus den Satan und alle gottfeindlichen M\u00e4chte besiegt Kolosser\u00a02,14\u201115 (HFA): <i>&#8222;Gott hat den Schuldschein, der uns mit seinen Forderungen so schwer belastete, f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rt. Ja, <\/i><i>E<\/i><i>r hat ihn zusammen mit Jesus ans Kreuz genagelt und somit auf ewig vernichtet. <\/i><i>Auf diese Weise wurden die M\u00e4chte und Gewalten entwaffnet und in ihrer Ohnmacht blo<\/i><i>ss<\/i><i>gestellt, als Christus \u00fcber sie am Kreuz triumphierte.&#8220;<\/i><\/li>\n<\/ol>\n<p>Obwohl die Wirkungen des Todes Jesu am Kreuz so umfassend sind, werden nicht alle Menschen automatisch gerettet. Jesus ist zwar stellvertretend f\u00fcr alle Menschen gestorben (2Korinther\u00a05,15a), aber der einzelne Mensch muss Jesus pers\u00f6nlich aufnehmen, resp. den stellvertretenden Tod Jesu f\u00fcr sich in Anspruch nehmen. Dadurch wird die Stellvertretung erst rechtskr\u00e4ftig, genau so wie auch im s\u00e4kularen Bereich stets beide Parteien einverstanden sein m\u00fcssen, damit ein Kontrakt G\u00fcltigkeit hat.<\/p>\n<h2 class=\"western\">Ein entscheidender Punkt<\/h2>\n<p>Paulus verweist in 2Korinther\u00a05,14b auf unsere neue Lebensgrundlage (nach NG\u00dc): <i>&#8222;Wenn einer f\u00fcr alle gestorben ist, dann sind alle gestorben.<\/i><i>&#8222;<\/i><\/p>\n<p>Wie ist das zu verstehen? Wie kann Paulus behaupten, dass wir gestorben sind, wenn ich doch noch munter lebe? \u00dcberlegen wir uns folgendes: Warum musste Christus f\u00fcr uns sterben? Antwort: Weil wir mit unserer S\u00fcnde unser Leben verwirkt hatten. Wir haben den ewigen Tod, die ewige Verdammnis verdient.<\/p>\n<p>Nun hat Jesus an unserer Stelle das Todesurteil erhalten, und das Urteil wurde an Ihm ausgef\u00fchrt. F\u00fcr den g\u00f6ttlichen Richter ist somit die Forderung des Gesetzes erf\u00fcllt. Er sieht mich als jemanden, dessen verdiente Strafe ausgef\u00fchrt ist. Ich bin gleichsam mit Jesus in seinem Tod vereinigt. Somit sieht mich Gott vom juristischen Standpunkt her als einen Hingerichteten. Und das muss auch die unsichtbare Welt der Finsternis respektieren. Ich bin f\u00fcr diese M\u00e4chte ein Gestorbener. Wie viele Rechtsanspr\u00fcche kann man gegen\u00fcber einem Toten geltend machen? Nat\u00fcrlich keine. Darum ist unser Einssein mit Jesus in seinem Tod der Schl\u00fcssel zur Freiheit. Das hat jener Teenager kapiert &#8211; und erlebte sofort die Freiheit der Kinder Gottes.<\/p>\n<h2 class=\"western\">Die Konsequenz f\u00fcr unser Leben<\/h2>\n<p>Bibelverse sind keine Zauberformel, die wir nach Belieben f\u00fcr unsere Zwecke einsetzen k\u00f6nnten. Hinter dem Wort Gottes steht derjenige, welcher selber &#8222;die Wahrheit&#8220; ist. Und wenn wir mit diesem Einen in dessen Tod und Leben vereinigt sind, muss logischerweise auch unser Leben dieser Wahrheit entsprechen. Was bedeutet das? \u00dcberlegen wir uns mal: W\u00fcrde es mit der Wahrheit \u00fcbereinstimmen, wenn ich, nachdem ich Jesus in mein Leben aufgenommen habe, mein egozentrisches, selbstbestimmtes Leben weiter f\u00fchren w\u00fcrde? W\u00fcrde es mit der Wahrheit \u00fcbereinstimmen, wenn mich Jesus um den Preis seines kostbaren Blutes erkauft hat und ich w\u00fcrde weiterhin so leben, wie wenn ich mir selbst geh\u00f6ren w\u00fcrde? Nein, so w\u00e4re mein ganzes Leben Heuchelei und L\u00fcge. Das w\u00fcrden auch die M\u00e4chte der Finsternis so interpretieren und \u00fcber alle Befreiungsanstrengungen nur lachen.<\/p>\n<p>Wie ein Leben aussieht, welches der Wahrheit entspricht, zeigt uns Paulus in der Fortsetzung des obigen Textes 2Korinther\u00a05,15: <i>&#8222;<\/i><i>Und Er ist deshalb f\u00fcr alle gestorben, damit die, die leben, nicht l\u00e4nger f\u00fcr sich selbst leben, sondern f\u00fcr den, der f\u00fcr sie gestorben und zu neuem Leben erweckt worden ist.&#8220;<\/i> Ein Leben, welches der Wahrheit entspricht, ist demnach ein Leben in der Hingabe an Jesus Christus, ein Leben auf der Grundlage eines klaren &#8222;Nein&#8220; gegen die S\u00fcnde und eines klaren &#8222;Ja&#8220; zu Gottes Wegen.<\/p>\n<h2 class=\"western\">Nachwort<\/h2>\n<p>Was ich hier geschrieben habe, soll in keiner Weise ein Lehrkurs f\u00fcr Okkultseelsorge sein, erhebt auch nicht im Geringsten den Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit. Es ging mir lediglich darum, einige Akzente zu setzen, die in der Seelsorge an okkult belasteten Menschen beachtet werden sollten. Wenn aufgrund dieser Ausf\u00fchrungen grunds\u00e4tzliche Fehler vermieden werden, ist der Zweck erf\u00fcllt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 15.01.2018 ver\u00f6ffentlichte Ralf Kaminski im Migros Magazin eine Reportage zum Thema &#8222;Exorzismus in der Schweiz&#8220; mit dem Untertitel: &#8222;Im Kampf gegen D\u00e4monen&#8220;. Dabei wird bemerkenswert sachlich ein aktuelles Fallbeispiel beschrieben.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[7,8],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/91"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=91"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/91\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":366,"href":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/91\/revisions\/366"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=91"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=91"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=91"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}