{"id":929,"date":"2025-04-18T20:58:24","date_gmt":"2025-04-18T18:58:24","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/?p=929"},"modified":"2025-04-19T21:24:18","modified_gmt":"2025-04-19T19:24:18","slug":"karfreitags-gottesdienst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kuhn-widmer.ch\/index.php\/2025\/04\/18\/karfreitags-gottesdienst\/","title":{"rendered":"Karfreitags-Gottesdienst"},"content":{"rendered":"\n<p>Heute, am Karfreitag 2025, durfte ich den Gottesdienst halten im Alters- und Pflegeheim Beatenberg-Habkern. Das Thema lautete: <br><strong>&#8222;Karfreitag &#8211; eine Liebesgeschichte.&#8220;<\/strong> <br>Bei Menschen auf der letzten Wegstrecke des Lebens muss die Sprache der Predigt sehr einfach gew\u00e4hlt werden. Aber gerade dies passt zum gew\u00e4hlten Thema und l\u00e4sst den gewichtigen Inhalt umso eindr\u00fccklicher erscheinen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>Predigt:<\/strong><br>Heute feiern wir Karfreitag. Die meisten Menschen wissen mit diesem Tag nicht viel oder gar nichts anzufangen. &#8222;Kar&#8220; heisst schwarz. Karfreitag bedeutet also schwarzer Freitag. Was gibt es an einem schwarzen Tag schon zu feiern?<\/p>\n\n\n\n<p>In Wirklichkeit ist es jammerschade, dass der wahre Inhalt von Karfreitag so vielen Menschen verborgen bleibt. Denn Karfreitag ist der H\u00f6hepunkt einer Liebesgeschichte.<br>Diese Geschichte hat schon mit den ersten Menschen auf dieser Erde begonnen. Gott schuf Himmel und Erde, das Meer und das Festland. Er schuf die Pflanzen und die Tiere, die Fische und die V\u00f6gel, wie auch die unz\u00e4hlbare Vielfalt der Krabbeltierchen. Und als Kr\u00f6nung seiner Sch\u00f6pfung erschuf Gott den Menschen. Ein wahres Meisterwerk. <\/p>\n\n\n\n<p>Meistens denkt man gar nicht soweit, dass unser K\u00f6rper und unsere Ganzheit ein einzigartiges Wunderwerk ist. Wir meinen, es w\u00e4re ganz selbstverst\u00e4ndlich, dass unser Body funktioniert. Aber wenn wir im hohen Alter immer mehr vergesslich werden, erst dann wird uns bewusst, dass wir mit einem wunderbaren Verstand ausger\u00fcstet waren. Unser Gehirn hat uns \u00fcber viele Jahrzehnte treu begleitet und gedient. Denken wir ein wenig dar\u00fcber nach! Dann wird uns bewusst: Unser Leben ist ein Liebesgeschenk von Gott.<br>Ja, wir sind wunderbar geschaffen. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber das ist nicht alles. Es gibt noch etwas Gr\u00f6sseres. Gott hat den Menschen nach seinem Bild geschaffen. Er hat uns zu einer Pers\u00f6nlichkeit gemacht, genau so, wie Er eine Pers\u00f6nlichkeit ist. Gott wollte ein Gegen\u00fcber haben. Er wollte einen Menschen haben, mit dem Er in Beziehung treten konnte. Er wollte Menschen haben, damit Er ihnen seine ganze Liebe schenken kann. Menschen, die Ihn dann auch von ganzem Herzen lieben. Menschen, die so zu Ihm geh\u00f6ren, wie eine Braut zum Br\u00e4utigam geh\u00f6rt. Es ist nicht \u00fcbertrieben, wenn ich sage: Gott ist in seine Menschen verliebt. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie war es denn bei uns, als wir in jungen Jahren bis \u00fcber die Ohren verliebt waren? In diesem Zustand war kein Weg zu weit und kein Opfer zu gross. F\u00fcr die Auserw\u00e4hlte, oder f\u00fcr den Auserw\u00e4hlten war man bereit, alles zu tun und alles zu geben. Und genau so ist es auch bei Gott. Er hat alles f\u00fcr uns gegeben. So steht es w\u00f6rtlich in der Bibel:<br>Johannes 3,16: <em>&#8222;Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass Er seinen einzigen Sohn hergab. Nun werden alle, die sich auf den Sohn Gottes verlassen, nicht zugrunde gehen, sondern ewig leben.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Genau das ist Karfreitag &#8211; eine Liebesgeschichte. Aber wie ist es soweit gekommen? Die Geschichte hat schon im Paradies begonnen. Die geliebten Menschen, Adam und Eva, haben auf die Schlange geh\u00f6rt. Sie liessen sich verf\u00fchren. Sie haben sich von dem liebenden Gott abgewandt und sich einem Konkurrenten zugewandt. Die Liebesbeziehung ist in Br\u00fcche gegangen und es gab kein Zur\u00fcck mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum gab es kein Zur\u00fcck mehr? Mit dem Ausbrechen aus der Beziehung mit Gott haben sich die Menschen schuldig gemacht. Und die Strafe f\u00fcr diese Schuld ist der ewige Tod. Das betrifft auch alle Nachkommen von Adam und Eva. Alle stehen bei Gott in Schuld. Und weil Gott gerecht und wahrhaftig ist, muss Er die angedrohte Strafe auch ausf\u00fchren. Wenn Er \u00fcber unserer Schuld einfach die Augen zudr\u00fccken w\u00fcrde, w\u00e4re Er selbst unglaubw\u00fcrdig.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist ein echtes Dilemma. Gott liebt seine Menschen, und Er will ihnen Gutes tun. Aber wegen seiner Gerechtigkeit und Wahrheit muss Er sie verdammen. Und wenn die Strafe ausgef\u00fchrt wird, hat Gott seine Menschen f\u00fcr alle Ewigkeit verloren. Das ist extrem schmerzlich. Unsere Verlorenheit schmerzt nicht nur uns Menschen, sondern in aller erster Linie schmerzt es Gott selbst. Er leidet am allermeisten unter der zerbrochenen Beziehung. Und Er war bereit, alles zu unternehmen, damit die Beziehung wieder hergestellt werden kann. Wie soll Er das machen? Der Schaden ist ja ein ewiger Schaden. Gott hat seine geliebten Menschen f\u00fcr ewig verloren. Wie ist da Rettung noch m\u00f6glich?<\/p>\n\n\n\n<p>Im Sprichwort heisst es doch so sch\u00f6n: Liebe macht erfinderisch. Gott findet einen Ausweg. Wenn jemand zahlungsunf\u00e4hig ist, kann ein anderer f\u00fcr ihn einspringen und an seiner Stelle bezahlen. Genau so hat es Gott gemacht. Er stellte sich an unsere Stelle und bezahlte f\u00fcr uns den ganzen Schuldbetrag. Er hat die Strafe in ihrer ganzen H\u00e4rte ausgef\u00fchrt, aber nicht an uns, nicht an den Schuldigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Er rechnete unser Schuldkonto seinem vollkommen gerechten Sohn zu. Dann strafte Er Seinen Sohn wie einen Schwerverbrecher. Sein Sohn, Jesus Christus, musste f\u00fcr uns den Tod erleiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Gott ging in seiner Liebe bis zum \u00c4ussersten. Er opferte sein Bestes, seinen eigenen Sohn. Eine gr\u00f6ssere Liebe kann man sich nicht vorstellen. Auf diese Weise wurde der Karfreitag zum H\u00f6hepunkt der g\u00f6ttlichen Liebesgeschichte. Ich erinnere an jenen Vers, den wir schon geh\u00f6rt haben in Johannes 3,16:<br><em>&#8222;Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass Er seinen einzigen Sohn hergab. Nun werden alle, die sich auf den Sohn Gottes verlassen, nicht zugrunde gehen, sondern ewig leben.&#8220;<\/em><br>Ja, Gott wollte die Menschen retten. Und Seine Liebe hat am Kreuz den einzigen Weg zur Rettung gefunden. Das ist Karfreitag.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Liebe Gottes ist ein Geschenk an uns, ein riesiges Geschenk. Wir k\u00f6nnen es nicht verdienen, wir k\u00f6nnen es nur dankend annehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig ist: Gott liebt nicht ins Leere. Seine Liebe wartet auf eine Antwort. So ist es doch auch bei uns Menschen. Ein Liebesverh\u00e4ltnis kommt erst zustande, wenn von beiden Seiten ein &#8222;Ja&#8220; kommt. Gott hat am Kreuz &#8222;Ja&#8220; gesagt zu uns. Nun wartet Er darauf, dass wir Seine Liebe erwidern und &#8222;Ja&#8220; sagen zu Ihm,  dass wir Ihn mehr als alles andere lieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn zwei Menschen den Bund f\u00fcrs Leben schliessen wollen, wird oft der Satz zitiert: &#8222;F\u00fcr immer und ewig.&#8220; Allerdings sind Menschen nicht besonders zuverl\u00e4ssig. Darum kommt es leider \u00f6fter vor, dass das &#8222;immer und ewig&#8220; ein unsch\u00f6nes Ende nimmt. Aber bei Jesus gibt es keine Unzuverl\u00e4ssigkeit. Was am Kreuz geschah, gilt wirklich f\u00fcr immer und ewig. Er nimmt Sein &#8222;Ja&#8220; nicht zur\u00fcck. Das gibt unserem Leben festen Stand. Wer sich auf Jesus einl\u00e4sst, wer sich auf das verl\u00e4sst, was Jesus am Karfreitag vollbracht hat, der hat sich einer Liebe anvertraut, die ewigen Bestand hat. So sagt es der Apostel Paulus im R\u00f6merbrief:<br>R\u00f6mer 8,31-39:<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Was bleibt zu alldem noch zu sagen? Gott selbst ist f\u00fcr uns, wer will sich dann gegen uns stellen?<br>Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern hat Ihn f\u00fcr uns alle in den Tod gegeben. Wenn Er uns aber den Sohn geschenkt hat, wird Er uns dann noch irgendetwas vorenthalten?<br>Wer kann die Menschen anklagen, die Gott erw\u00e4hlt hat? Gott selbst spricht sie frei.<br>Wer kann sie verurteilen? Christus ist f\u00fcr sie gestorben, ja noch mehr: Er ist vom Tod erweckt worden. Er hat seinen Platz an Gottes rechter Seite. Dort tritt Er f\u00fcr uns ein.<br>Kann uns noch irgendetwas von Christus und seiner Liebe trennen? Etwa Leiden, Angst und Verfolgung, Hunger oder K\u00e4lte, Gefahren f\u00fcr Leib und Leben oder gar die Hinrichtung?<br>Es ergeht uns wirklich so, wie es in den Heiligen Schriften steht: \u00bbWeil wir zu dir, Herr, geh\u00f6ren, sind wir st\u00e4ndig in Todesgefahr. Wir werden angesehen wie Schafe, die zum Schlachten bestimmt sind.\u00ab<br>Aber mitten in alldem triumphieren wir als Sieger mithilfe dessen, der uns so sehr geliebt hat.<br>Ich bin ganz sicher, dass nichts uns von seiner Liebe trennen kann: weder Tod noch Leben, weder Engel noch D\u00e4monen noch andere gottfeindliche M\u00e4chte, weder Gegenw\u00e4rtiges noch Zuk\u00fcnftiges,<br>weder Himmel noch H\u00f6lle. Nichts in der ganzen Welt kann uns jemals trennen von der Liebe Gottes, die uns verb\u00fcrgt ist in Jesus Christus, unserem Herrn.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Amen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute, am Karfreitag 2025, durfte ich den Gottesdienst halten im Alters- und Pflegeheim Beatenberg-Habkern. Das Thema lautete: &#8222;Karfreitag &#8211; eine Liebesgeschichte.&#8220; Bei Menschen auf der letzten Wegstrecke des Lebens muss die Sprache der Predigt sehr einfach gew\u00e4hlt werden. 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