Wenn ich Ihnen heute die Frage stellen würde, ob Sie wissen, was der Inhalt Ihres Glaubens ist – könnten Sie spontan und mit Überzeugung darauf antworten?
Manche unserer Zeitgenossen leben nach dem Grundsatz: Es kommt nicht darauf an, was man glaubt, Hauptsache jeder hat einen Glauben. Hört sich gut an! Aber bitte, wie würden Sie reagieren, wenn ich sage: Es kommt nicht darauf an, was ich fürs Mittagessen in die Pfanne lege, Hauptsache es ist irgend etwas drin? Würden Sie mit Appetit essen?
Unsere Vorfahren waren sich sehr wohl darüber im klaren, dass der Inhalt ihres Glaubens entscheidend ist. Entsprechend formulierten sie diesen im Glaubensbekenntnis. Und dieses Bekenntnis begleitete die Gemeinde unseres Herrn Jesus Christus durch alle Jahrhunderte. Daraus schöpften die Glaubenden Kraft, um in herausfordernden Zeiten nicht schlapp zu machen. Heisst für uns, dass es durchaus hilfreich wäre, wenn wir uns vermehrt mit der Frage des Glaubensinhalts beschäftigen würden.
Gestern wurde mir dies neu bewusst, als ich eine sehr kurzfristig organisierte Gebetsretraite leiten sollte. Es war eine Gebetszeit mit vielen aufwühlenden Informationen und harten Fakten. Die Teilnehmenden der Retraite sind hautnah mit existentiellen Fragen konfrontiert. Wenn auf menschlicher Ebene alle Optionen in ein Desaster auszumünden drohen – ja da bleibt letztlich nur die demütige Erwartung, dass Gott in übernatürlicher Weise eingreift, auch wenn es nicht klar ist, wie Er dies bewerkstelligen wird.
Mir war es klar, dass es in diesem Gebetsdienst um mehr ging, als um organisatorische, personelle und finanzielle Probleme. Es war ein zusätzliches Beispiel dafür, dass wir in den Turbulenzen unserer Zeit nicht mit „Fleisch und Blut“ (= gegen Menschen) zu kämpfen haben, sondern wie der Apostel Paulus es formuliert (Epheserbrief 6,12): „…gegen dämonische Mächte und Gewalten, gegen die Weltherrscher der Finsternis, gegen die bösartigen Geistwesen in der unsichtbaren Welt.“
Um gegen solche, zwar realen, aber nicht sichtbaren Gegner vorzugehen ist es eine grosse Hilfe, wenn wir vor der sichtbaren und ebenso vor der unsichtbaren Welt anhand des Glaubensbekenntnisses klar und unmissverständlich unseren Glauben bezeugen. In diesem Sinn wollte ich die Gebetszeit mit einem entsprechenden Lied abschliessen. Weil dazu jedoch keine Zeit mehr blieb, habe ich das Lied nachträglich aufgenommen und zugesandt. Somit kann ich es auch meinen Blog-Lesern zur Verfügung stellen.
Der Liedtext:
Ich glaube grosser Gott, an Deine Schöpfertat; ich glaube, dass der Herr Du bist, der Allmacht hat. Die Liebe bist Du auch, das weiss und fühle ich. Vor Deiner Grösse bet‘ ich an und beuge mich.
Ich glaube, Gottes Sohn, dass Du der Christus bist, der von des Vaters Schoße kam und einzig ist. Zu sühnen unsre Schuld, starbst Du als Menschensohn. Als Auferstand’ner stehst Du ein vor Gottes Thron.
Ich glaube Heil’ger Geist, dass Du die Schrift eingabst, und dass als milder Tröster Du die Seelen labst. Du öffnest Herz und Sinn, führst in die Wahrheit ein. Durch Dich wohnt Jesus tief in mir und ich bin Sein.
