Römer 8,28 – Ein Axiom und die Konsequenzen

Mit dem Besuch der Notfallstation beginnt eine ganze Abfolge von Terminen. Untersuchungen, Diagnosestellung, Operation. Darauf folgt eine äusserst spannende Zeit, bis das Resultat der Histologie (Gewebeuntersuchung) bekannt gegeben wird. In dieser Zeit ist kein Ausweichen möglich, kein Verdrängen, kein Schönreden. Die Grundstruktur des Denkens und des Gottvertrauens werden in einem hellen Scheinwerferlicht durchleuchtet und geprüft. Und man muss Antworten finden, die dem Sturm standhalten. Es ist das, was ich gerade durchlebe, während ich dies schreibe.

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Vorbild in der Anbetung

Meine Eltern leiteten eine Gebetsgruppe, die sich zweiwöchentlich jeweils am Mittwoch bei uns versammelte. Für uns Kinder war diese Gruppe von einem geheimnisvollen Schleier umwoben.

An meinem 16. Geburtstag lud mich mein Vater in jenen Gebetskreis ein. Es war eine Geste, die enorme Wertschätzung ausdrückte. Dafür bin ich Vater heute noch dankbar. Ich durfte dazugehören. Ich wurde von diesen bewährten Christen ernst genommen und konnte von ihnen lernen.

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War dies soeben eine Glaubensübung?

Schon verschiedentlich haben mir bekannte Personen angedeutet, es sei vorbildlich, wie ich meine schwierige Situation im Glauben angehe.

Was ist da vorbildlich? Ich tue ja nur das Einzige, was mir geblieben ist, was mir möglich und richtig erscheint. Ich klammere mich, wie seinerzeit der Prophet Habakuk, an meinen Gott an. Dazu braucht es wahrlich keinen starken Glauben, sondern einen starken Gott. Und weil dieser starke Gott uns in seiner göttlichen Kraft trägt, kann Er es sich leisten, seine Kinder immer wieder mal durch ein Übungsfeld zu führen. „War dies soeben eine Glaubensübung?“ weiterlesen