
Vortrag von
Heinrich Kuhn
7. Juni 2023
in der FMG-
Unterseen-
Interlaken
Einführung
Es fällt auf, dass in letzter Zeit die Vorschläge für eine bessere Welt sich häufen. Von unterschiedlichsten Perspektiven her wird das Thema erörtert. Allen gemeinsam ist das Prädikat: Der Status quo ist nicht gut. Leid, Krieg und Hunger sollte es nicht geben. Auch Klaus Schwab präsentierte seine Lösung für das Jahr 2030 und verspricht mit seinem „Great Reset“, dass dann alle Menschen glücklich sein werden. Ob das die richtige Lösung ist … ?
Wir fragen uns: Hat die Bibel eine Lösung, um Kriege zu verhindern?
Es gibt in 2Könige 6 ein treffendes Beispiel, wie eine Liebestat den Krieg verhinderte. Der syrische König unternahm immer wieder Raubzüge gegen Israel. Nun sandte er sein Heer gegen Dotan, wo der Prophet Elischa wohnte. Der Prophet bat den HERRN: „Schlage sie mit Blindheit!“ – und Gott tat es. Dann führte Elischa das ganze Heer in die Hauptstadt Samaria und bat den HERRN: „Öffne ihnen die Augen!“ In diesem Moment erkannten die Syrer, dass sie in einer Falle stecken. Der König Israels wollte gleich losschlagen, aber Elischa befahl ihm:
„Gib ihnen lieber etwas zu essen und zu trinken, und dann sollen sie zu ihrem König zurückkehren! Darauf liess der König von Israel ein reiches Mahl für sie bereiten. Sie assen und tranken und durften dann heimkehren. Seitdem unternahmen die Syrer keine Raubzüge mehr in das Gebiet Israels.„(2Könige 6,22)
Das war in der Zeit des Alten Testaments. Was sagt das Neue Testament?
Röm 13,10 (GNB) „Wer liebt, fügt seinem Mitmenschen nichts Böses zu.„
In der Bergpredigt sagte Jesus in Mt 5,44-45: „Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für alle, die euch verfolgen.So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel. Denn Er lässt seine Sonne scheinen auf böse Menschen wie auf gute, und Er lässt es regnen auf alle, ob sie Ihn ehren oder verachten.„
Die Bergpredigt ist nicht einfach wohlgemeinte Empfehlung, sondern es handelt sich um die Thronrede unseres HERRN. Seit Himmelfahrt sitzt Er zur Rechten des Vaters auf dem Thron und hat alle Macht im Himmel und auf der Erde. In jener Thronrede verkündete Er die Verfassung des Himmelreichs – und diese Verfassung ist verbindlich für alle seine Nachfolger. Auch jener Befehl „liebt eure Feinde“ gehört zur verbindlichen Messschnur für unser Leben.
Unser König Jesus ist anders als alle politischen Führer in dieser Welt. Jene erlassen Gesetze für ihre Untertanen. Jesus hat zuallererst seine Gesetze selbst eingehalten. Jesus hat tatsächlich seine Feinde geliebt. Und zwar nicht nur mit lieben Worten oder leeren Versprechungen, sondern mit der Tat. Er hat nicht nur seine Jünger geliebt, sondern auch für seine Verfolger gebetet. Hinter seinem Liebesgebot steht also sein authentisches Leben. Und dieses Leben war von A bis Z gelebte Liebe. Ja, Er konnte gar nicht anders leben, denn Gott ist Liebe (1Joh 4,16).
→ Nach diesen Worten müssten wir eigentlich unsere Frage mit Ja beantworten: Liebe kann Kriege verhindern, denn Jesus hat die Liebe in die Welt gebracht und hat uns aufgefordert, die Liebe zu leben. Ist nun damit schon alles klar?
Werfen wir einen Blick in die reale Geschichte:
In der Nacht, als Jesus geboren wurde, verkündete der Engel: „Friede auf Erden!„ Kurze Zeit später liess Herodes alle männlichen Kleinkinder in Bethlehem ermorden. Ist das Friede?
Jesus hat in seinem ganzen Leben die vollkommene Liebe ausgelebt, Er hat sogar für seine Feinde sein Leben hingegeben. Hat dies in seiner Zeit alle Zwietracht beseitigt und ein Friedensreich gebracht? Hat die Liebe von Jesus Christus die Feindschaft ausgelöscht? Wie war es wirklich? Das Gegenteil war der Fall. Seine Liebe provozierte, sie löste Neid, Eifersucht und Hass aus. Und dies führte dazu, dass ungefähr im Jahr 30 der grösste Kriegszug aller Zeiten stattfand: Satan und seine Dämonen benutzten scheinfromme Menschen, um gegen den Sohn Gottes in den Krieg zu ziehen und Ihn zu töten.
Ist damit unsere Frage beantwortet? Wir fragten: Kann Liebe Krieg verhindern? Müssen wir jetzt kleinlaut zugeben: Nein, Liebe kann trotz all unseren Erwartungen Kriege nicht verhindern? Ist das die letzte Erkenntnis? Nein! Auf keinen Fall! Wir wollen gemeinsam zu einer ausgewogenen Antwort kommen. Dazu werde ich vier Fragen nachgehen:
Die erste Frage: Was ist Liebe ihrem Wesen nach?
Als erstes: Liebe ist das Markenzeichen eines Christen. Leider wird das Christsein so oft negativ definiert mit allem, was ein Christ eben nicht tut. Aber das, was wir unterlassen, ist doch zweitrangig. Das Allerwichtigste ist, dass ein Christ Jesus über alles liebt. Und von daher regelt sich alles andere, auch das, was wir unterlassen.
Wahre Liebe ist also auf eine Person ausgerichtet, und zwar eine Person, die während der ganzen Menschheitsgeschichte ihre Liebe zu uns unter Beweis gestellt hat. Gott in seiner Person ist der Inbegriff der Liebe und sein Handeln ist ein Handeln aus Liebe.
Die Liebe, welche Gott den Menschen schenkt, ist primär nicht ein Gefühl, sondern eine Entscheidung, und zwar eine Entscheidung, die Gott getroffen hat, bevor Er die Welt erschuf. Schon damals hat Er sich vorgenommen, uns kleinen Erdenmenschlein seine uneingeschränkte Liebe zu schenken. Und trotz aller Untreue und trotz allem Versagen der Menschen bleibt Gott seiner Entscheidung treu.
Gott nimmt seine Entscheidung so ernst, dass Er jeder Konkurrenz mit Eifersucht begegnet. Das wurde schon sichtbar, als Gott mit seinem auserwählten Volk Israel einen Bund schloss. Unmittelbar nach dem Bundesschluss provozierte Ihn sein Volk mit einem goldenen Kalb (2Mose 31). Sie waren im Begriff, ihre Liebe zu Gott mit einem Götzen zu teilen. Aber Liebe kann man nicht teilen. Mose hat jenes Kalb zerschlagen und verbrannt. Israel kann nicht Eigentum des lebendigen Gottes sein und daneben sich noch einem Götzen hingeben. Das heisst:
Das wesentlichste Merkmal der Liebe ist ihre Ausschliesslichkeit.
Vielleicht haben wir Mühe mit diesem Gedanken der Ausschliesslichkeit. Weil Gott unsere Denkmuster und unsere Schwächen genau kennt, gab Er uns eine Anschauungshilfe: Gott hat die Ehe gestiftet als Abbild für seine Liebe zu seinen erlösten Menschen.
Wie war es bei mir, als ich noch Single war? Da gab es eine riesige Schar schöne Frauen im heiratsfähigen Alter. Ich habe mich für eine entschieden. Sie war die Auserwählte, d.h. all die vielen Millionen schönen Frauen in der Welt waren nicht auserwählt. Mein Ja zu der einen Auserwählten hat gleichzeitig ein Nein bedeutet gegen all die vielen nicht Auserwählten. Und die Eine hat sich für mich entschieden. Und sie hat damit ein klares Nein gesagt zu all den anderen Bewerbern, die auch da waren.
Natürlich hatte ich das Recht, mich für die Eine zu entscheiden. Aber in der Folge gab es manche böse Reaktionen von Seiten solcher, die eben nicht auserwählt waren. Das ist menschlich. Das ist verständlich. Aber diese Reaktionen, die vom Neid geleitet waren, bergen den Keim des Krieges in sich. So liegen Liebe und Krieg sehr nahe beieinander.
Genau so ist es auch bei Gott.
Natürlich hat Gott das Recht, eine Wahl zu treffen. Er hat ein exklusives „Ja“ gesagt zu seiner Auserwählten, zum Volk Israel in der Zeit des Alten Bundes. Er hat dieses Volk als sein besonderes Eigentum erwählt. Und alle anderen Völker waren nicht erwählt. Wir erschrecken, wenn wir in Maleachi 1,2-3 (GNB) lesen:
„Darauf antwortet der HERR: Sind nicht Esau und Jakob Brüder? Trotzdem liebe ich Jakob (hier ein Synonym für Israel), Esau aber hasse ich. Ich habe das Erbland der Nachkommen Esaus, das Bergland von Edom, zur Wüste gemacht und es den Schakalen überlassen.„
Das Wort „hassen“ darf hier nicht in der Schroffheit verstanden werden, wie es in unserer deutschen Sprache rüber kommt. Es drückt einfach das unnachgiebige „Nein“ aus gegenüber denen, die nicht erwählt sind.
In der Zeit des Neuen Bundes hat Gott sein erwähltes Volk Israel für eine gewisse Zeit beiseite gestellt. Nun ist die Gemeinde Jesu Christi die Auserwählte. Es ist die Ekklesia (die Kirche), auf Deutsch die Herausgerufene. Es sind die Menschen, die Er aus allen Völkern herausgerufen und zu seinem Eigentum erklärt hat. Und wieder gilt der gleiche Grundsatz: Gott sagt Ja zur Erwählten, zur Gemeinde, und Er sagt Nein zu allen Nicht-Erwählten. Und dieses Nein geht so weit, dass Paulus mit Überzeugung sagt (Römer 8,38-39 GNB):
„Ich bin ganz sicher, dass uns nichts von seiner Liebe trennen kann: weder Tod noch Leben, weder Engel noch Dämonen noch andere gottfeindliche Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,weder Himmel noch Hölle. Kein anderes Geschaffenes kann uns jemals trennen von der Liebe Gottes, die uns verbürgt ist in Jesus Christus, unserem Herrn.„
Haben wir gut gehört? Gottes Liebe ist so ausschliesslich, dass gleich vorweg jede Konkurrenz ausgeschaltet ist. Wenn Paulus sagt, „kein anderes Geschaffenes kann uns von der Liebe Gottes trennen„, so lässt sich daraus schliessen: Selbst wenn es theoretisch noch auf einer entfernten Galaxie Leben geben sollte und dort Menschen leben sollten, so ist uns trotzdem die erste Liebe unseres HERRN Jesus Christus garantiert – und ER bleibt dabei. Das gibt unserem Vertrauen einen festen Boden.
Diese Ausschliesslichkeit gilt natürlich auch in umgekehrter Richtung. Unsere Liebe zu Jesus Christus verträgt keine Konkurrenz. Darüber spricht Jesus in Matthäus 6,24 sehr klar:
„Niemand kann zwei Herren dienen … ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.„
Und auch in 1Joh 2,15 kommt dies klar zum Ausdruck:
„Wenn jemand die Welt liebt, hat die Liebe des Vaters keinen Platz in ihm.“ Diese beiden Seiten schliessen sich aus.
Fazit:
Gottes Liebe ist also keine Liebe mit der Giesskanne. Ja, gewiss, Gott liebt alle Menschen als seine Geschöpfe, und Er lässt deshalb Regen fallen über Gute und Böse. Und aus Liebe hat Christus am Kreuz die Sünde der ganzen Welt weggetragen. Er hat die ganze Welt mit Gott versöhnt. Aber die Liebe zu seiner Auserwählten, die teilt Er mit niemandem sonst. Und genau so ist es für uns. Wir sollen alle Menschen lieben, die Liebeswürdigen und die nicht Liebeswürdigen. Aber unsere Liebe zu Jesus, die können wir mit niemandem und mit gar nichts teilen.
Noch ein Hinweis auf unsere Liebe auf der waagrechten Ebene: Das Thema lautet ja, gelebte Liebe. Es handelt sich folglich um die Liebe, welche auf die andere Person ausgerichtet ist. Diese Liebe wird von dem Anliegen getragen, dass es den anderen gut geht. Und dies ist bereits ein erster entscheidender Schritt hin zum Frieden.
Unsere zweite Frage lautet: Was ist Krieg?
Der Krieg beginnt in 1. Mose 3 beim Sündenfall.
Satan dringt in den Garten Eden ein, inkarniert als Schlange. Und es gelingt ihm, die ersten Menschen aus der Liebesbeziehung mit Gott zu lösen.
- Durch eine Frage: „Sollte Gott gesagt haben …“ Mit dieser Frage säte er Misstrauen und Zweifel an Gottes Liebe.
- Durch eine Lüge: „Ihr werdet nicht sterben …“ Das heisst im Klartext: Gott hat euch angelogen, als Er sagte ihr müsstet sterben, wenn ihr von diesem Baum esst.
- Durch ein Versprechen: „Ihr werdet sein wie Gott …“ Das bedeutet: Ihr könntet von Gott unabhängig und selbstbestimmt leben, ihr könntet Gott auf Augenhöhe begegnen, aber Gott gönnt euch das nicht. Das Resultat war:

Adam und Eva sind als Geschöpf Gott unterordnet, von Ihm abhängig. Gleichzeitig sind sie in einer Liebesbeziehung mit Gott verbunden. Darum ist die Abhängigkeit nicht Unterdrückung, sondern liebevolle Fürsorge. Und der erwartete Gehorsam ist nicht Zwang, sondern Ausdruck der Liebe zum Schöpfer.
Dann kommt die Schlange und ködert die Menschen. Der Satan will, dass die Menschen ihn lieben und dass sie seinen Willen tun.
Mit seiner ersten Frage löst er die Menschen aus der Liebesbeziehung zu Gott und verführt sie dazu, dass sie Gottes Gebot übertreten.
Von nun an ist die Beziehung zu Gott durch Ungehorsam und Rebellion geprägt. Und dadurch wird der Mensch vor Gott schuldig. Als Rebell und mit Schuld beladen hat der Mensch keinen Zugang mehr zu Gott. Er ist von der Lebensquelle abgetrennt.

Und weil die Menschen dem Satan gehorchten, geraten sie in eine Abhängigkeit von ihm und müssen ihm nun gehorchen.
Die Folgen bleiben nicht nur auf die Menschen beschränkt, sondern auch auf ihren Verwaltungsbereich, denn Gott hatte seine Menschen als Verwalter alles Geschaffenen auf der Erde eingesetzt (1Mose 1,28b nach GNB):
„…Ich setze euch über die Fische im Meer, die Vögel in der Luft und alle Tiere, die auf der Erde leben, und vertraue sie eurer Fürsorge an.“
Alles Geschaffene auf der Erde gehört also in den Verantwortungsbereich der Menschen. Aber weil die Menschen Gottes Anordnung missachteten und dem Satan gehorchten, konnte der Satan in den Verantwortungsbereich der Menschen eindringen und diesen an sich reissen.
Seither versteht er sich als Fürst dieser Welt. Er nimmt dieses Recht für sich in Anspruch, und er wird in der Bibel oft auch so bezeichnet. Sein Ziel ist eindeutig die Weltherrschaft.
Wir mögen erschrecken, wenn wir in der Versuchungsgeschichte lesen, was der Satan Jesus gegenüber behauptet z.B. in Lukas 4,6-7 (nach GNB):
„Ich will Dir die Macht über alle diese Reiche in ihrer ganzen Grösse und Pracht geben. Sie ist mir übertragen worden und ich kann sie weitergeben, an wen ich will. Alles soll Dir gehören, wenn Du Dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.“
Das war eine perfide Versuchung aus der Trickkiste Satans! Er bot Jesus die Weltherrschaft an, ohne dass Er den schweren Weg ans Kreuz hätte gehen müssen. Aber der Preis: → die Anbetung Satans! Das hätte bedeutet, dass Jesus nur als untergeordneter Vasallenkönig unter der Herrschaft Satans regiert hätte. Wie dürfen wir dankbar sein, dass Jesus der Versuchung widerstanden hat.
Der Sündenfall trifft Gott an zwei äusserst empfindlichen Stellen:
- Er trifft Gott in seiner Liebesbeziehung zu den Menschen, weil ein Konkurrent die Sympathie seiner geliebten Menschen gewinnt und sie aus der Beziehung zu Gott ausspannt!
- Der Sündenfall trifft Gott in seiner Stellung als Schöpfer und Herr dieser Welt. Der geliebte Mensch verlässt die Fürsorge seines Schöpfers. Er wechselt unter die Schirmherrschaft eines anderen Herrn und bringt damit die Schöpfung unter den Machtanspruch Satans.
Das bedeutet: Seit dem Sündenfall besteht auf der Erde eine himmelschreiend verkehrte Situation. Und dies ist bereits seit Jahrtausenden der Fall.
Dies führt uns zu zwei sehr wichtigen Überlegungen. Wie hätte Gott auf den Angriff Satans reagieren können, um Krieg zu vermeiden?
A) Er hätte den Menschen und seine Schöpfung auf der Erde preisgeben und dem Satan überlassen können. Er hätte sich in den Himmel zurückziehen können, so wäre Ruhe eingekehrt. Aber die Konsequenz: Wir hätten für immer auf der falschen Seite gelebt. Für Gott ist dies keine Option, weil seine Liebe konstant ist. Auch nach dem tragischen Fall liebt Gott seine Menschen, obwohl sie auf der Seite des Feindes stehen.
B) Gott hätte aufgrund seiner Allmacht den Satan ausschalten können. Der Fall wäre erledigt gewesen. Das tut Er jedoch nicht. Warum nicht? Es ist klar, Adam und Eva haben falsch entschieden. Sie sind auf das Angebot des Feindes Gottes hereingefallen. Trotzdem:
Gott nimmt seine Menschen als Persönlichkeiten ernst und respektiert ihre falsche Entscheidung. Das ist Ausdruck der Liebe. Liebe respektiert die Persönlichkeit des anderen. Liebe kann nicht erzwungen werden, sondern beruht auf einer freiwilligen Entscheidung. Darum wartet Gott in seiner Liebe, bis sein verirrter Mensch freiwillig zurückkehrt. Dies wird wunderbar dargestellt im Gleichnis vom Vater und den beiden verlorenen Söhnen in Lukas 15.
Und noch ein Grund: Gott schaltet den Satan nicht aus, weil Er auch mit diesem bösen Erzfeind fair umgeht. Gott ist in jeder Hinsicht gerecht.
Trotzdem, Gott wird den Status quo nach dem Sündenfall auf keinen Fall so hinnehmen. Er wird den Menschen niemals aufgeben. Und Er wird seine wunderbare Schöpfung niemals abschreiben und dem Satan überlassen.
Sofort nach dem Sündenfall wurde Gott aktiv: Er gab eine erste Verheissung auf den kommenden Erlöser, den Nachkommen der Eva:
In 1Mose 3,15 verkündet Gott sein Urteil gegen die Schlange (gegen diese Inkarnation des Satans): „Ich stelle Feindschaft zwischen dich und die Frau, deinem Nachwuchs und ihrem. Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihm die Ferse zerbeissen.“
Normalerweise betrachten wir diesen Vers als ersten Hinweis auf den Erlöser Jesus Christus. Das ist richtig. Aber es ist nur die eine Seite. Im Klartext ist dies eine Kriegserklärung gegen den Satan und sein Reich – und diese Kriegserklärung geht von Gott aus! Das muss uns erst mal bewusst werden! Achten wir in diesem Vers auf 3 Stichworte:
- Ich will Feindschaft setzen – Zum ersten Mal hören wir hier in der Bibel das Wort Feindschaft. Diese Feindschaft geht aktiv von Gott aus. Und Feindschaft ist an und für sich die treibende Kraft für den Krieg.
- Er (der Nachkomme der Frau) wird dir den Kopf zertreten. Christus wird den Satan am Kreuz besiegen. Einem Sieg geht immer ein Kampf voraus.
- Du wirst ihm die Ferse zerbeissen. Satan wird den Sohn Gottes am Kreuz zum Tode bringen. Töten ist das, was im Krieg geschieht.
Hier, liebe Freunde, beginnt Krieg. Hier liegt die Wurzel alles Kriegsgeschehens. Es ist sicher nicht jeder Krieg ein Religionskrieg, aber dies hier ist der unsichtbare und ursprüngliche Hintergrund hinter allen Kriegen auf der Erde.
Mit unseren Augen sehen wir natürlich nur, was mit Waffengewalt zwischen Menschen und zwischen Nationen ausgetragen wird. Und das ist stets mit viel Not und Elend verbunden. Es ist das, was uns so sehr bedrückt. Aber es ist nur die eine Seite der Medaille.
Der Hauptaspekt des Krieges vollzieht sich im unsichtbaren Bereich. Davon spricht Paulus in Epheser 6,12 (NEÜ):
„Wir kämpfen ja nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut, sondern gegen dämonische Mächte und Gewalten, gegen die Weltherrscher der Finsternis, gegen die bösartigen Geistwesen in der unsichtbaren Welt.„
Weil wir davon nichts sehen, blenden wir diese Dimension oft in unserem Denken aus. Trotzdem geschieht hier das Entscheidende. Im Buch Daniel wird der Vorhang ein ganz klein wenig beiseite gezogen, so dass wir durch einen Spalt in die jenseitige Welt blicken dürfen. Hier erscheint dem Daniel ein gewaltiger, machtvoller Engel. In Kapitel 10,5 schildert der Prophet diese Erscheinung (NEÜ):
„Als ich aufblickte, sah ich einen Mann vor mir stehen. Er hatte ein Leinengewand an und war an den Hüften mit feinstem Gold umgürtet.
In den Versen 12-13 beschreibt er dann die Botschaft des Engels:
„Hab keine Angst, Daniel! denn vom ersten Tag an, als du dich vor deinem Gott beugtest, um seinen Plan zu verstehen, hat Er dein Gebet erhört. Und wegen deiner Worte bin ich gekommen.
Aber der Engelfürst von Persien hat sich mir 21 Tage lang entgegengestellt. Da kam Michael, einer der höchsten Engelfürsten, mir zu Hilfe, so dass ich beim Kampf um Persien entbehrlich wurde.“
Im irdisch sichtbaren Bereich ging es damals um Kriegszüge der expansionshungrigen Perser. Und im Blick auf die Heilsgeschichte spielten die Perser eine bedeutende Rolle für Israel. Die Israeliten waren soeben aus der Babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrt und mussten dann durch eine schwierige Zeiten gehen. Auf der Erde war viel los.
Das Entscheidende ereignete sich jedoch im unsichtbaren Bereich. Dort wird zwischen dem Reich Gottes und dem Reich der Finsternis erbittert gekämpft. Und diese finsteren Mächte im unsichtbaren Bereich haben ein erklärtes Ziel. Sie wollen Gottes Plan verhindern, sie wollen dem Satan zur Weltherrschaft verhelfen. Und sie wollen den Menschen schaden, weil wir nach Gottes Bild erschaffen wurden. Darum bezeichnet Jesus den Satan als Menschenmörder → Johannes 8,44. Das ist eine treffende Bezeichnung.
Darüber gäbe es nun viel zu sagen, aber der Zeit wegen will ich nur auf einen Zusammenhang eintreten, der die Ziele und Arbeitsmethoden des Satans aufzeigt:
Das Buch der Offenbarung nimmt uns mit zu einem Schauplatz im Zusammenhang mit Gottes Gericht über die unbussfertige Menschheit. Diese Szene wird eingeleitet mit der sechsten Zornschale, welche der Engel auf den Strom Euphrat ausgiesst. Dann lesen wir in Offenbarung 16,13-14:
„Ich sah, wie aus dem Maul des Drachen, aus dem Maul des Tieres und aus dem Maul des falschen Propheten drei böse Geister herauskamen, die wie Frösche aussahen. Es handelte sich um Dämonen, die Aufsehen erregende Wunder vollbrachten. Sie machten sich zu den Königen der ganzen Erde auf, um sie zusammenzubringen und ihre Armeen in den Kampf zu führen, der am grossen Tag Gottes, des allmächtigen Herrschers, stattfinden wird.“
Das wichtigste Detail wird in Vers 16 erwähnt:
„Jene dämonischen Geister versammelten nun die Könige an dem Ort, der auf Hebräisch Harmagedon heisst.“
Harmagedon heisst „Hügel von Megiddo“. Das ist ein Ort in Nordisrael, wo schon viele grosse Kriege ausgetragen wurden. Dahin werden also die Heere der Nationen versammelt. Aber wofür? Das wird uns etwas später verraten, in Offenbarung 19,11:
„Nun sah ich, dass der Himmel geöffnet war. Und auf einmal erschien ein weisses Pferd, auf dem jemand sass. Der Reiter heisst »der Treue und Wahrhaftige«, und Er kommt als gerechter Richter und führt einen gerechten Krieg“.
Es ist Jesus Christus bei seinem zweiten Kommen in Macht und Herrlichkeit. Er kommt als Richter. Und Er führt Krieg. Und dieser Krieg ist ein gerechter Krieg!!! Warum? Weil Er alles in den richtigen Stand setzt. In Vers 19 lesen wir die weiteren Details:
„Schliesslich sah ich auch das Tier und die Könige der ganzen Erde. Ich sah, wie sie mit ihren Armeen gemeinsam gegen den Reiter auf dem weissen Pferd und gegen sein Heer in den Kampf zogen.“
Was für eine Vermessenheit! Der Satan schickt hier die Menschen gegen den wiederkommenden Christus in den Krieg. Er will den rechtmässigen König stürzen und entthronen. Ein völlig lächerliches Unterfangen. Es endet mit der Vernichtung des ganzen Heeres. Hier sehen wir die wahren Absichten Satans. Er missbraucht die Menschen als Kanonenfutter, um seine eigenen Ziele durchzusetzen. Und er führt alle in den Tod. Er ist – genau so wie Jesus es formulierte – ein Menschenmörder.
Die dritte Frage lautet: Was ist Friede?
Es gibt ein wunderschönes Lied, das es auf den Punkt bringt: „Friede sei mit dir – nicht jenes Warten, wenn die Waffen schweigen, … wenn sich Verlierer vor den Siegern beugen … / nicht jene Stille, die den Tod verkündet, da wo es früher einmal Leben gab …“ Diesen echten Frieden, nach dem wir uns alle sehnen, diesen inneren Frieden kann nur Gott geben.
Dieser Friede zeigt sich als unerschütterliche Realität in den Extremsituationen des Lebens. In Apostelgeschichte 12 wurde der Apostel Jakobus hingerichtet. Kurze Zeit später wurde Petrus verhaftet. In der Nacht bevor er getötet werden sollte, war er mit zwei Ketten an zwei Wachsoldaten gefesselt und weitere Soldaten bewachten den Ausgang. Petrus weiss, dass ihm am Morgen nach einem Schauprozess der Kopf abgeschlagen wird. Aber er schläft tief und fest, so dass der Engel, der zu seiner Befreiung kam, ihn mit einem kräftigen Stoss wecken muss.
Das ist Ausdruck des von Gott geschenkten Friedens!!!
Und wie steht es um den Frieden in den zwischenmenschlichen Beziehungen?
In unseren Jugendjahren haben wir uns viel gestritten. Dann haben die Eltern oft den Spruch zitiert: „De Gschiider git nah, de Esel bliibt stah.“ Ja, so können Konflikte tatsächlich gelöst werden. Zumindest für den Augenblick. Aber ist das auf Dauer ein gerechter Friede? Ist es nicht so, dass die Nachgiebigkeit des einen zur Machtausübung des anderen ausgenützt wird? Auf einer ungerechten Grundlage kann kein dauerhafter Friede entstehen. Darum nochmals die Frage: Was ist Friede wirklich?
Friede ist ein Zustand der Gerechtigkeit und der Rechtssicherheit!
Entscheidend ist vor allem die Balance. D.h. die Gerechtigkeit und die Rechtssicherheit dürfen nicht nur für mich stimmen, sie müssen genauso für alle anderen stimmen. Dies ist die Ausgangsbasis für gegenseitiges Vertrauen. Und Vertrauen ist wiederum die Ausgangsbasis für den Frieden. Vertrauen ist eine Frucht der Liebe und gleichzeitig deren Grundlage. Ein praktisches Beispiel:
Wenn zwei Persönlichkeiten eine Liebesbeziehung eingehen wollen, schenken sie sich gegenseitig Vertrauen. Und dieses Vertrauen muss wachsen, bis man den Bund fürs Leben schliesst. Es ist eine wunderschöne Erfahrung, und doch nicht ungefährlich. Warum? Wenn man Vertrauen schenkt, macht man sich verletzbar. Vertrauen kann missbraucht werden. Darum ist für beide Seiten eine Grundsicherheit nötig. D.h. man schliesst einen Vertrag ab.
Der Ehevertrag beinhaltet ein Regelwerk. Junge Verliebte machen sich darüber oft keine Gedanken, aber es ist wichtig, dass der Staat dieses Regelwerk im Ehevertrag festgeschrieben hat. Deshalb werden ja auch bei der Ziviltrauung und bei der kirchlichen Trauung Fragen gestellt. Und die Trauung kommt nur zustande, wenn diese Fragen mit „Ja“ beantwortet werden. Damit hat der Bundesschluss eine verlässliche Grundlage.
Genau so ist es auch zwischen Gott und den Menschen. Gott hat Bündnisse geschlossen, damit unsere Beziehung zu Ihm auf einer verlässlichen Grundlage steht. Da ist zunächst der Noahbund mit der Menschheit nach der Sintflut, dann der Gesetzesbund mit Israel als auserwähltem Volk Gottes. Zur Zeit Davids gab Gott den Königsbund und schliesslich etablierte Er den Neuen Bund, der auch für uns gültig ist und der unsere Beziehung zu Gott regelt.
Jeder Bundesschluss enthält ein Vertragswerk, das von allen Parteien unterzeichnet werden muss. Auf diese Weise wird eine verbindliche Ordnung festgelegt, die für alle Vertragsparteien gültig ist. Die beiden Begriffe Ordnung und Friede liegen ganz nahe beieinander. Dies sehen wir z.B. in 1Korinther 14,33, wo Paulus sagt: „Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern ein Gott des Friedens.„ Das ist aufschlussreich, denn das Gegenstück zu „Gott der Unordnung“ wäre „Gott der Ordnung“, was hier jedoch zu „Gott des Friedens“ umbenannt wird.
Wenn das Leben gelingen soll, wenn der Friede Bestand haben soll, muss also eine Ordnung eingehalten werden. Das heisst nun nicht, dass es in meiner Wohnung keine Chaosecken gäbe. Ja, die gehören auch dazu, denn das Leben ist nicht statisch, sondern dynamisch. Aber es gibt eine Grundordnung. Dazu gehört z.B. dass meine Schubladen angeschrieben sind. Und ebenso habe ich beim Spültrog, im Putzschrank und am Computer-Bildschirm je ein Etikett aufgeklebt mit dem Hinweis: „Gottesdienst“. Es gehört also zur Ordnung, dass es sich bei diesen Tätigkeiten um einen Gottesdienst handelt.
Ordnung im Kleinen ist wichtig, aber wie steht es im Grossen? Wie steht es mit der Ordnung in dieser Welt? Hier gibt es grundsätzlich zwei Ordnungen: Gott hat uns in seinem Wort seine Lebensordnung mitgeteilt. Z.B. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!„ Aber der Satan vertritt auch eine Lebensordnung. Z.B. „Geniesse dein Leben, egal wenn du es zu Lasten der anderen lebst, egal, wenn deine Gesundheit dabei kaputt geht.„
In der Schweiz rühmen wir uns unserer Neutralität. Wir halten uns aus allem raus und sind so ungeschoren durch zwei Weltkriege gekommen. Können wir uns auch gut schweizerisch verhalten, wenn es um den Entscheid geht, ob wir nach Gottes Ordnung oder nach der Ordnung dieser Welt leben wollen?
Warum ist in diesem Bereich keine Neutralität möglich? Ganz einfach deshalb, weil Krieg herrscht zwischen Gott, der uns seine Lebensordnung gegeben hat und dem Fürsten dieser Welt, der uns seine Ordnung mit einem lustorientierten Leben schmackhaft machen will. Wir können nicht auf Dauer Grenzgänger bleiben, sondern müssen uns entscheiden, welcher Seite wir uns unterordnen wollen.
Wenn wir dieser Entscheidung nicht ausweichen, sondern uns ganz auf eine Seite stellen, heisst dies zugleich, dass wir Widerstand leisten müssen gegen die andere Ordnung. Und mit diesem Ausdruck „Widerstand“ sind wir schon wieder ganz nah am Krieg. Von da her muss uns klar sein, dass es immer Auseinandersetzungen geben wird, solange diese beiden Rechtsordnungen da sind. Als wiedergeborene Christen tragen wir den Frieden Gottes im Herzen, aber gleichzeitig haben wir uns im guten Kampf des Glaubens zu bewähren. Im neuen Himmel und auf der neuen Erde wird es einmal nur eine einzige Rechtsordnung geben. Dann wird endgültig Friede herrschen.
Heute sind wir jedoch noch auf der Erde. Und da ist es für unser geistliches Bestehen und Vorankommen so wichtig, dass wir uns als Gemeinde und als einzelne Glieder der Gemeinde der täglichen Herausforderung stellen und die Lebensordnung einhalten, welche uns unser HERR in seinem Wort überliefert hat.
Die vierte Frage: Wie kommt Friede zustande?
Auf dem Hirtenfeld in Bethlehem verkündete der Engel:
„Friede auf Erden!“
Das war nicht nur ein frommer Wunsch, sondern ein reales Angebot unseres Gottes. Er hat am Kreuz tatsächlich Frieden gemacht. Davon spricht Paulus im Kolosserbrief 1,19-20: „Denn Gott hat beschlossen, mit seiner ganzen Fülle in Christus zu wohnen und alles im Himmel und auf der Erde durch Ihn mit sich zu versöhnen. Ja, Gott hat Frieden gestiftet, als Jesus am Kreuz sein Blut vergoss.“
Dieses Friedensangebot ist rechtskräftig, und es gilt seit bereits 2000 Jahren! Warum merken wir denn so wenig davon? Ein Friedensangebot führt erst zum Frieden, wenn es angenommen wird. Wir können aber niemanden zwingen, die Friedensbedingungen anzunehmen, d.h. durch Umkehr und Vertrauen zu Jesus zu kommen.
Wir können nur anbieten. Aber an diesem Punkt stehen wir vor der grossen Frage: Wie machen wir das? Sagen wir das Evangelium weiter, weil ein guter Christ das tun soll? Oder weil es die anderen auch machen und wir nicht zurückstehen wollen? Oder weil wir sonst ein schlechtes Gewissen hätten? Oder sind wir von einer brennenden Liebe getrieben, die darunter leidet, dass es Menschen gibt, die für ewig verloren gehen?
Eine selbstlose, opferbereite Liebe ist der Türöffner zu den Herzen und wird somit zu einem effektiven Instrument zur Rettung von verlorenen Menschen und damit auch zu einem effektiven Instrument zur Friedensförderung.
Dies ist zum Beispiel sichtbar geworden, als vor einem Jahr die Stadt Odessa in der Südukraine so massiv bombardiert wurde. Es gab viele zerstörte Häuser, viele Tote und Verwundete. In dieser Situation sind Christen aus umliegenden Städten und Dörfern sofort mit Hilfsgütern hingefahren und haben unter eigener Lebensgefahr die Obdachlosen und Mittellosen mit allem nötigen versorgt. Diese gelebte Liebe zeigte Wirkung. Kurz darauf wurde eine Evangelisation durchgeführt. Ein Saal für 300 Personen wurde gemietet. Bei der Eröffnung standen jedoch zweieinhalbtausend Menschen vor der Tür und auf der Strasse! Warum? Sie hatten selbstlose, echte Liebe erlebt.
Warum geschieht dies nicht auch bei uns in diesem Mass? Vielleicht gibt uns Offenbarung 12,11 (GNB) Antwort darauf: „
- Unsere Brüder und Schwestern haben ihn (den Satan) besiegt durch das Blut des Lammes
- und durch ihr standhaftes Bekenntnis.
- Sie waren bereit, dafür ihr Leben zu opfern und den Tod auf sich zu nehmen.“
Die ersten beiden Punkte mögen bei uns sicher auch zutreffen. Aber ist unsere Liebe zu Jesus so gross, dass wir auch bereit sind, unser Leben zu opfern für Gottes Sache?
Wenn uns der Friede in der Welt und die Rettung von verlorenen Menschenseelen ein brennendes Anliegen ist, wird man dies in unserem Gebetsleben feststellen können.
Paulus fordert uns auf in 1Timotheus 2,1-2 (nach GNB):
„Betet für die Regierenden und für alle, die Gewalt haben, damit wir in Ruhe und Frieden leben können, in Ehrfurcht vor Gott und in Rechtschaffenheit.“
Haben wir heute Morgen für Wladimir Putin und Wolodimir Selenski gebetet? Haben wir gebetet für den Bundesrat? für den Nationalrat? für den Ständerat? Es ist wichtig, wen wir im Oktober in die Bundesversammlung wählen, aber das Gebet für die Regierenden ist noch viel wichtiger.
Zusammenfassung:
- Kriege sind Auswirkung des Sündenfalls – das müssen wir akzeptieren.
- Kriege sind die Lustbefriedigung des Satans Johannes 8,44 (SLT): Als die Juden Jesus steinigen wollten, sagte Er: „Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun! Der war ein Menschenmörder von Anfang …“
- Kriege sind eine Zuchtrute Gottes für die Völker. Das war so während der ganzen Menschheitsgeschichte.
- Kriege sind ein Weckruf: Gott ruft zur Umkehr. Wenn wir jene Menschen an der Front und die Menschen in den Schutzkellern lieben, dann beten wir, dass Gott sich ihnen offenbart und ihnen die Tür zum Glauben öffnet, damit sie Ihn erkennen.
- Kriege haben auch mit dem Versagen der Gemeinde zu tun. Könnte unsere Kraftlosigkeit damit zusammenhängen, dass wir uns auf die Schiene der Wohlfühlgesellschaft begeben haben?
- Kriege sind die gerechte Abrechnung wegen des vergossenen unschuldigen Blutes. Im Zusammenhang mit dem Noahbund sagte Gott: 1Mose 9,6
„Das Leben des Menschen will Ich einfordern von einem jeden anderen Menschen. Wer Menschenblut vergiesst, dessen Blut soll um des Menschen willen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht.“
Diese Grundordnung hat Gott bis heute nie aufgehoben. Und Seinem Volk Israel sagte Er in 4Mose 35,33 (NEÜ):
„Ihr dürft das Land, in dem ihr lebt, nicht entweihen! Denn Blut entweiht das Land. Und dem Land kann für einen Mord keine Sühne erwirkt werden, ausser durch das Blut dessen, der den Mord begangen hat.„
Wir gehen oft so gedankenlos über solche Bibelstellen hinweg. Aber Gott zählt – mathematisch genau. Als das Volk Israel in die Verbannung geführt wurde, hat Gott sehr anschaulich gezeigt, dass jenes Land durch das unschuldig vergossene Blut unrein geworden war und seine Bewohner nicht mehr tragen konnte. Was will ich damit sagen?
Aus der Statistikwebseite globometer.com entnehme ich folgende Daten:
Zitat: „Die Zahl der weltweit durchgeführten Abtreibungen wird auf mehr als 40 Millionen jährlich geschätzt.“ Hoch gerechnet sind dies seit der Jahrtausendwende bald 1 Milliarde Kinder, die im Mutterleib getötet wurden. Das ist mehr als die Gesamtbevölkerung von Europa. Es sind unschuldige, ungeborene Menschen, deren Blut zu Gott schreit. Und Gott zählt – und Er übt Rache für dieses Blut. Hat es uns etwas zu sagen, wenn wir in Offenbarung 6 lesen, dass ein Viertel aller Menschen durch Krieg, Hunger, Seuchen und wilde Tiere sterben werden? Könnte es eine Abrechnung für vergossenes Blut sein?
Und nun noch ein letzter Punkt – aus meiner Sicht ist es der Hauptpunkt:
Kriege sind die gerechte Abrechnung wegen der Ablehnung unseres Retters. Was empfindet Gott, wenn seine Menschen achtlos am Friedensangebot vorbeigehen? Gott hat Sein Äusserstes gegeben. Er hat Seinen einzigen geliebten Sohn an unserer Stelle geopfert, damit wir gerettet werden können. Seit 2000 Jahren lässt Er das Friedensangebot verkündigen. Und der Grossteil von denen, die Er beschenken will, die verachten Seine Liebe, sie verachten Sein Geschenk, sie sagen Nein zu ihrem einzigen Retter.
Die Ablehnung gegen die Botschaft der Bibel nimmt weltweit zu. Christenverfolgungen nehmen extrem zu. Da wird Gott emotional! Das lässt Ihn nicht kalt! Er hält sich zwar noch in Geduld zurück, damit noch Menschen gerettet werden können. Aber schon bald wird Er seinem Zorn freien Lauf lassen. Davon lesen wir in Offenbarung 6,16 (NGÜ):
„Sie flehten die Berge und Felsen an: Fallt doch auf uns und verbergt uns vor den Blicken dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes!“
Zorn des Lammes?! – Solche Ausdrücke sind wir uns nicht gewohnt. Wir sprechen lieber von Gottes Güte. Aber es muss uns klar werden: Wenn die Liebe Gottes konstant verschmäht wird, reagiert der Gott der Liebe mit einem alles verzehrenden Zorn. Das heisst:
Kriege sind Gottes gerechte Antwort auf die Ignoranz seiner Menschen gegenüber seinem Heilsangebot.
Ich will nicht mit diesem düsteren Bild schliessen. Wir haben als Nachfolger unseres HERRN Jesus einen Auftrag in dieser Welt. Wir sollen Seine Zeugen sein als solche, die die rettende Liebe Gottes erfahren haben. Was wir empfangen haben, sollen wir weiter geben. Ganz praktisch bedeutet dies (2Korinther 5,20):
„So sind wir nun Botschafter für Christus, und es ist Gott, der durch uns mahnt. Wir bitten im Auftrag von Christus: Nehmt die Versöhnung an, die Gott euch anbietet!“
Wenn wir Jesus, unseren Retter, lieben, nehmen wir diesen Auftrag ernst und setzen alles daran, dass Menschen gerettet werden. Und dies ist meines Erachtens der beste Weg, auf welchem den Kriegen entgegen gewirkt werden kann.
Begründung: Wenn Menschen zu Jesus finden, wird ihnen die ganze Schuld ihres Lebens vergeben. Als Versöhnte leben sie dann nicht mehr im Ungehorsam und haben einen freien Zugang zum lebendigen Gott. In der Folge lassen sie sich nicht mehr von Satan einspannen für dessen Ziele.

Wenn Menschen eine Liebesbeziehung zu Jesus und dem Vater eingehen, wird auch ihr Leben im Gehorsam gegen Ihn gelebt. Dann bekommen sie auch eine neue Beziehung zu ihrem Verantwortungsbereich. Sie tragen Sorge zu dem, was Gott geschaffen hat.
Und wer Gott kennt, hat grossartige Möglichkeiten im Gebet. Als Kinder Gottes haben wir im Gebet Zutritt zur höchsten Regierungsstelle, zu dem Gott, der die Geschicke dieser Welt lenkt. Wenn wir aus Liebe zu unserem HERRN und aus Liebe zu unseren Nächsten ernstlich darum bitten, wird Gott die Machenschaften des Teufels zunichte machen, damit es zur Befriedung von Konflikten kommen kann. So können wir aktiv zum Frieden in der Welt beitragen.
Damit schliesse ich und zitiere die Worte Jesu aus Matthäus 5,9:

