
So praktisch kann Gottes Wort helfen
Während Jahrzehnten hatte ich das Vorrecht, in der Heiligen Schrift zu forschen. Auf diese Weise wurde in der langen Zeit insgesamt viel biblisches Wissen gespeichert. Und jedes Mal erfüllt es mich mit Genugtuung, wenn ich auf diesen reichen Schatz zurückgreifen kann, sei es in Gesprächen mit Menschen, oder wenn ich um Rat gefragt werde.
Die praktische Anwendung dieses Wissens steht allerdings auf einem anderen Blatt. Und es ist hilfreich, wenn gewisse Alltagserlebnisse dies stets wieder in Erinnerung rufen.
Gestern Vormittag war ich beim Arzt. Wegen Thrombose. Für sieben Tage wurde Fraxiparine verordnet. Die erste Spritze verabreichte mir gestern der Arzt. Ab heute muss ich das selbst erledigen. Früher wäre dies nie ein Problem gewesen, da ich eher zu einer mutigen Grundhaltung neigte und die Sache mir nicht fremd ist. Seit der letzten solchen Übung sind erst knapp drei Jahre vergangen. Irgendwie hat sich etwas verändert. Bei den Erlebnissen der letzten Jahre ist meine Haut dünner geworden – und eben nicht nur die äussere.
Heute war ich also an der Reihe. Obwohl ich nicht ohne Erfahrung bin, schob ich die Angelegenheit hinaus. Mein erster Gedanke war, dass sich die Aufgabe eher nach dem Frühstück erledigen lasse, statt mit leerem Magen. Aber auch nach dem Essen sass ich mit mulmigem Gefühl auf meinem Stuhl – die Spritze in der Hand. Und die Nadel weigerte sich partout, von selbst ins Bein zu stechen.
So machte ich denn meine Morgenandacht. Psalm 60 war heute an der Reihe. In den Versen 13-14 bittet David seinen HERRN (nach GNB): „Komm Du uns in unserer Not zu Hilfe; auf Hilfe von Menschen ist kein Verlass! Mit Gott auf unserer Seite vollbringen wir Grosses; denn Er wird unsere Feinde zertreten.“ Was für eine Kraft geht aus diesem Wort Gottes hervor!
So wie David es bezeugt, durfte auch ich jetzt Gott bitten: „Komm Du mir in meiner Not zu Hilfe!“
„…auf Hilfe von Menschen ist kein Verlass“ – ja, so ist es. Weil ich alleine wohne, ist kein Mensch da, der mir jetzt helfen würde. Aber mein Gott ist mir ganz nahe.
„Mit Gott auf unserer Seite vollbringen wir Grosses;“ Welch andere Blickrichtung! Ich stehe der Aufgabe nicht alleine gegenüber. Gott ist auf meiner Seite. Zusammen wird das Ziel erreicht.
„…denn Er wird unsere Feinde zertreten.“ – Ja, der innere Widerstand gegen das Spritzen stand mir wie ein Feind entgegen. Aber mein Gott ist grösser. Er zertritt diesen Feind!
Problem gelöst. Zumindest für heute – und für morgen hat mein HERR bereits seine Fürsorge versprochen.

Er hat auch insofern vorgesorgt, indem die Nadeln dünner wurden, glücklicherweise!