Am Ziel!

Rosmarie Kuhn-Widmer 7. Januar 1942 bis 1. Januar 2020

Ziel erreicht

Am 27.12.2019 erhielt ich einen Anruf aus dem „Haus Fuhrenmatte“, Boltigen. Meine Ehefrau sei am Sterben, erklärte mir die Leiterin. Sie habe ein gutes Klappbett organisiert, so dass ich die letzten Stunden bei meiner Liebsten verbringen könne.

Aus den erwähnten letzten Stunden wurden schliesslich fünf Tage und fünf Nächte. Eine äusserst anspruchsvolle Zeit für mein sensibles Innenleben. Zum ersten Mal konnte ich den ganzen Vorgang des Sterbens aus nächster Nähe miterleben. Und das nicht einfach als neutraler Beobachter. Es war ja ein Stück von mir, das da endgültig und brutal abgerissen wurde.

Fünf Tage und Nächte – Zeit zum Nachdenken über das Sterben. Unausweichlich steht Gottes Beschluss über jedem Menschenleben, dass wir einmal sterben müssen. Niemand kann sich der göttlichen Anordnung widersetzen.

Ja gewiss, der Tod ist ein besiegter Feind. Jesus Christus hat in seinem Tod und in seiner Auferstehung den Satan samt allen Finsternismächten besiegt – und in diesen Sieg ist auch der Tod eingeschlossen. Trotzdem ist das Hindurchgehen durch den Tod kein Kinderspiel. Es ist ein Weg des Leidens. Während mehr als 100 Stunden wurde ich Zeuge von all den herausfordernden Etappen auf dem Weg, wenn die „irdische Hülle“ verlassen wird.

Für mich als Ehemann war es hart, wenn ich sehen musste, wie meine Liebste nach mehr Luft ringt. Reflexartig möchte man eingreifen und helfen. Schliesslich hatte man in der Militärsanität die Reanimation gelernt und eingeübt. Aber dadurch würde die Leidenszeit nur verlängert. Gewaltsam musste ich mich zurückhalten und in meinen Gedanken zu Rosmarie sagen: „Du musst jetzt hindurch, du bist am Sterben.“ Andererseits war es beruhigend zu wissen, dass meine Frau dank Morphin keine Schmerzen zu leiden hatte.

Grund zur Anbetung

Trotz aller Belastung, die das Begleiten eines Sterbenden mit sich bringt, gibt es auch die erhabene Seite. Und diese führt zum Staunen. Ein Aha-Erlebnis folgt dem anderen. Als erstes wurde mir bewusst, dass Sterben ein Programm ist. In unserem Körper ist es geheimnisvoll veranlagt, vorgegeben.

Meine Ehefrau hatte stets einen guten Appetit. Noch vor drei Wochen hatte ich ihr ein Dessert mit Eiscreme eingelöffelt. Das nahm sie genüsslich und dankbar zu sich. Nur wenige Tage später wurde die Nahrungsaufnahme drastisch schwieriger, egal ob kleingeschnitten oder püriert. Etwas später wurde das Essen ganz verweigert. Die Trinkmenge nahm von Tag zu Tag deutlich ab. Bald wurde auch hier eine Null geschrieben. Das würde sich kein Mensch einfach so antun. Gott hat schon bei der Erschaffung des Menschen an die Zeit nach dem Sündenfall gedacht und dieses geheimnisvolle Programm mit auf den Weg gegeben. Damit wir sterben und so den Leib, in welchem die Sünde wohnt, ablegen können.

Da ich im Blick auf Anatomie und Physiologie nicht ganz ohne Grundkenntnisse bin, wurde mir in jeder Phase des Sterbevorgangs klar, was sich in diesem Körper abspielt. Ein Notlaufmechanismus nach dem anderen wurde zugeschaltet – und dies nach einem vom Schöpfer ausgedachten, intelligenten Worstcase-Programm. Parallel dazu das Sterbeprogramm, das unbeirrt auf das Ziel hin arbeitete.

Nun will ich meine Leser nicht mit Details belasten. Es ist auch nicht nötig. Für mich als Begleiter war es wie ein Film, der mich in tiefe Geheimnisse Gottes einführte. So wie man bei einer Geburt ein wunderbares Handeln Gottes erlebt, wenn ein Menschenleben in diese Welt eintritt, so ist es auch ein wunderbares Handeln Gottes, wenn die Seele eines Menschen ihre irdische Hülle verlässt und zu Gott zurückkehrt. Nur die Anbetung Gottes kann in diesem Geschehen die angemessene Antwort sein.

Im Hinblick auf das Erlebte scheint es mir ein bedauerlicher Verlust zu sein, wenn der Sterbevorgang in unserer Kultur grösstenteils aus dem Familienumfeld ausgelagert wird. Eine grundlegende Erfahrung, die für das ganze Leben hilfreich wäre, geht so unserer Generation verloren.

Grund zur Freude

Aus allem, was das Neue Testament über die Zeit danach lehrt, lässt sich zusammenfassend sagen: Das was kommt, ist viel, viel wichtiger und herrlicher als das, was vergeht. Wenn wir Paulus dazu hören – immerhin wurde ihm eine Einblicknahme ins Himmlische gewährt (2Korinther 12,2-4) – so brauchen wir keine Bedenken zu haben, dass wir vielleicht in einem Totenschlaf irgendwo auf unsere Auferstehung warten müssten. Paulus sagt voll Überzeugung (Philipper 1,23) : „Ich möchte am liebsten aus diesem Leben scheiden und bei Christus sein; das wäre bei weitem das Beste.“

Jesus selbst hat in seiner Bitte an seinen Vater klar seinen Willen ausgedrückt (Johannes 17,24): „Vater, Ich will, dass die, die Du mir gegeben hast, dort sind, wo Ich bin. Sie sollen bei mir sein, damit sie meine Herrlichkeit sehen.“ So dürfen wir uns zusammen mit Rosmarie freuen, dass sie jetzt da ist, wo Jesus ist, der sie und uns geliebt hat und der sie nun ans Ziel gebracht hat. Sie darf ihren Retter schauen.

Kinder haben damit keine Probleme. Gestern kam meine Enkelin Jemima mit einer Frage zu ihren Eltern: „Darf ich Jesus bitten, dass Er Grossmueti einen Gruss von mir ausrichtet?“ Ja, so einfach ist das!

Freitag, 10. Januar 2020

Heute wurde der irdische Leib meiner lieben Gattin auf dem Friedhof Beatenberg zur Ruhe gelegt. Die Abschiedsfeier in der sehr vollen Kirche hat viele Teilnehmer angesprochen und bewegt. Es war mir ein Anliegen, dass jenes Lied, welches ich meiner Rosmarie in Boltigen so oft vorgesungen habe, auch bei der Trauerfeier einen Platz fand. Natürlich war in meiner Verfassung nicht an live-singen zu denken, deshalb habe ich das Lied zwei Tage vor der Abschiedsfeier aufgenommen. Nun können es auch meine Blog-Leser im unten eingefügten Audio hören:

„Dann wird es kein Leid mehr geben …“ Liedvortrag von Heinrich Kuhn

Lebenslauf von Rosmarie Kuhn-Widmer

Am 7. Januar 1942 wurde ich als zweites Kind des Ehepaars Werner und Barbara-Frieda Widmer-Hüni in Zürich im Inselhof geboren. Meine Mutter hatte als Verdingkind eine schwere Jugendzeit hinter sich, aber auch mein Vater hatte es nicht einfach. Als Linkshänder wurde er von seinem Vater als „der Linke“ abgestempelt. Trotz der erlebten Verletzungen gaben sich die Eltern sehr viel Mühe, uns eine gute Kinder- und Jugendzeit zu ermöglichen.

Um die Schweiz herum tobte der zweite Weltkrieg, deshalb befand sich der Vater im Aktivdienst. Zu meiner Geburt erhielt er Urlaub und konnte für kurze Zeit nach Hause kommen. Schon mit drei Monaten erkrankte ich an Keuchhusten.

Als ich in den Kindergarten kam, zügelten wir aus der engen Dachwohnung am Ilanzhofweg in die erste Etage. Ich war glücklich und hatte viele Freunde. Meine Mutter war nicht so glücklich, denn sie musste mich oft suchen, weil ich meistens irgendwo auf Besuch war, vor allem in Haushaltungen mit Babys und Kleinkindern. Da meine Mutter Nähkurse besuchte, hatten wir auch diverse Aufgaben im Haushalt zu erledigen.

Ein besonderer Kindergartenfreund war Wernerli. Er war hellblond wie ich. Wir warteten immer aufeinander und die Leute fragten uns, ob wir Zwillinge seien. Das reizte uns, „ja“ zu sagen. Aber an einem Vormittag war ich alleine. Wo bleibt denn dein Bruder, ist er krank? Nein, er ist fortgezogen.

Besondere Bewahrung

Unsere Nachbarn im Parterre hatten einen kleinen Wienerknaben für Ferien aufgenommen, der als Kriegswaise Erholung benötigte (psychisch traumatisiert). Da wurde entsprechend gespielt. Er hatte vor Kriegsende miterlebt, wie SS-Verbände die Frontrückkehrer an Bäumen aufhängten. Nach der Kapitulation ging es umgekehrt. Jetzt baumelten die SS-Leute an den Bäumen. Und nun wollte der Wiener Junge uns zeigen, was er gesehen hatte. Wenn Gott nicht rechtzeitig meine Mutter und eine Nachbarin auf das lebensbedrohliche Spiel aufmerksam gemacht hätte … – ich hatte bereits einen Strick um den Hals!

Die 1. und 2. Klasse besuchte ich im evangelischen Lehrerseminar Unterstrass in Zürich. Wir waren das Übungsfeld der zukünftigen Lehrer. Es war eine gute Zeit. Auch da fand ich sofort auf Hilfe angewiesene Kinder.

Als ich die 6. Klasse besuchte, zogen wir nach Feldmeilen.

Soweit der von Rosmarie Kuhn selbst verfasste Lebenslauf.

Fortsetzung durch Ehemann und Kinder verfasst

Mit 7 Jahren durfte Rosmarie zum ersten Mal an einem Kinderlager der Bibelschule Beatenberg teilnehmen. Dort traf sie die Entscheidung, die für ihr ganzes weitere Leben richtungweisend wurde: Sie wollte Jesus Christus nachfolgen und war überzeugt, dass sie ihr ganzes Leben in den Dienst Gottes stellen werde. Mit Eifer erzählte sie ihren Klassenkameradinnen von Jesus und versorgte sie mit Kindertraktaten. Bald durfte sie erleben, dass auch andere den Weg mit Jesus wählten.

Rosmaries Berufsziel war Kinderkrankenschwester. Für den Eintritt in die Lehre war sie jedoch nach Abschluss der Sekundarschule noch zu jung. Also nutzte sie die Zeit für eine Erstausbildung als Damenschneiderin in der Frauenfachschule in Zürich. Ein ausserordentlich nützlicher Beruf, wenn man später eine eigene Familie mit Kleidern auszurüsten hat.

Die Lehre als Kinderkrankenschwester absolvierte Rosmarie im Inselhof in Zürich. Sie liebte die Kinder und hatte ein ausgesprochenes Händchen, um sie zu pflegen. Denjenigen Patientchen, die von anderen Pflegenden weniger Zuwendung erhielten, brachte sie besonders viel Liebe entgegen. So kam es, dass ihr vor allem die Problemkinder anvertraut wurden.

Nach einem anschliessenden Praktikumsjahr im Kinderspital Basel trat Rosmarie am 1. September 1965 ins Bibel- und Missionsseminar Beatenberg ein. Es war eine für sie sehr prägende Zeit. Was sie aus dem Wort Gottes erkannte, wollte sie im eigenen Leben auch umsetzen. Nach Abschluss der zweijährigen Ausbildung entschloss sie sich, zusätzlich einen Katechetikkurs zu belegen – ohne zu wissen, dass ein junger Bibellehrer auf sie wartete. Am 9. November 1967 war es dann so weit, dass jener Bibellehrer um ihre Hand warb. Obwohl dies all ihre Pläne zum Einstürzen brachte, erkannte sie es als Gottes Führung, dass sie „Ja“ sagen sollte. Ja zum Heiraten, und Ja zum Bleiben als Mitarbeiterin an der Bibelschule.

Ein Jahr später, 1968 – wiederum am 9. November – gaben sich Heinrich und Rosmarie Kuhn das offizielle JA-Wort. Beatenberg, der Ort, der Rosmarie schon im frühen Kindesalter zur Herzensheimat wurde, sollte von nun an ihre Heimat sein und bleiben.

Im August 1969 wurde dem jungen Ehepaar eine Tochter geschenkt – Claudia. Im Januar 1971 kam Matthias zur Welt, und im Dezember 1973 erweiterte sich die Familie mit dem 3. Kind, Christoph.

Rosmarie liebte es, Zeit mit ihren eigenen Kindern zu verbringen. Nebenher arbeitete sie nach Kräften an der Bibelschule mit. Mit der Zeit wurde das Leben und Arbeiten als Familie innerhalb des Grossbetriebs immer herausfordernder. Auf ärztlichen Rat hin drängte sich eine Änderung der Wohnsituation auf. Der Wunsch nach einer Wohnung im Dorfteil Waldegg kam auf. Nur: Mietwohnungen suchte man dort zu jener Zeit vergeblich.

Was dann folgte, war typisch Rosmarie:

Eine im Dorf geachtete Person sagte ihr: „Wenn ihr in die Waldegg ziehen wollt, müsst ihr etwas kaufen“ – und hat ihr gleich ein Objekt empfohlen. Als Rosmaries Mann abends nach Hause kam, war schon alles eingefädelt. „Morgen müssen wir ein Haus anschauen.“ So lautete die Begrüssung. Und es gab nichts mehr daran zu rütteln. Als die beiden dann am nächsten Nachmittag das Chalet Marianne besichtigten, drehte sich Rosmarie schon im Korridor um und flüsterte ihrem Gatten ins Ohr: „Hier fühle ich mich wohl, das Haus kriegen wir.“

Das ganze Vermögen auf dem Sparbuch der Familie zählte zu jenem Zeitpunkt nur 80 Schweizerfranken. Die Entlöhnung in der Bibelschule bestand damals lediglich aus Taschengeld, Haushaltungsgeld und freier Wohnung. Ein Hauskauf schien also unmöglich!!! Aber zwei Wochen nach jenem Termin der Hausbesichtigung fand die Überschreibung beim Notar statt. Für Rosmarie war es selbstverständlich, dass Gott ein Gott ist, der Wunder tut, was Er in diesem Moment auch in grossem Masse tat. Rosmaries Devise lautete: Wir sind Kinder des grössten Königs, und ein König lässt seine Kinder nicht darben. Die entsprechende Erfahrung hat sich auch ihren Kindern tief eingeprägt.

Kurz nach dem Einzug ins neue Eigenheim vervollständigte Markus im April 1979 das Familienglück. Trotz der anspruchsvollen Aufgabe mit einer inzwischen 6-köpfigen Familie, Haus und Garten, fand Rosmarie noch Zeit, sich in verschiedene Aufgaben zu investieren. So betreute sie während mancher Jahre eine Kinder-Bibelgruppe im Dorf. In den 70-er Jahren nahm sie mit diesen Kindern drei biblische Hörspiel-Kassetten auf und verlieh den Hörspielen mit ihren selbstgeschriebenen Liedern und ihrer jungen Erzählstimme ihre ganz persönliche Note. Bis heute sind diese Hörspiele gerade für die Enkelkinder eine ganz besondere Erinnerung an Grossmueti.

In Heinrichs vielfältigen Arbeitsbereichen konnte er mit Rosmarie auf eine geschickte und stets hilfsbereite Gattin zählen. Beim Aufbau eines Tonstudios legte sie tatkräftig Hand an und war auch jedes Mal dabei, wenn mit dem Bibelschul-Chor oder mit auswärtigen Chören Tonaufnahmen für die Kassettenherstellung gemacht wurden.

Über Jahrzehnte öffnete Rosmarie ihr Herz und Haus für Anliegen und Nöte anderer Menschen, insbesondere für Studentinnen der Bibelschule, die so manchen Kummer bei ihr abladen durften.

Ebenfalls korrigierte sie schriftliche Prüfungsaufgaben aus dem Unterricht ihres Mannes, was sich zugleich als Vorbereitungszeit erwies für eine besondere Aufgabe, die anschliessend an die Pensionierung noch auf das Ehepaar wartete.

Über eine längere Zeit reifte nämlich der Gedanke, neben dem Studienangebot auf dem Campus der Bibelschule auch ein zeitgemässes Angebot via Internet anzubieten. Mit der technischen Umsetzung durch den Sohn Markus, welcher sich zu jener Zeit im Informatik-Studium befand, ging das Projekt «Online-Bibelkurs» im Herbst 2002, kurz vor Heinrichs Pensionierung, an den Start.

Rosmarie war aktiv daran beteiligt, passende Lektionen für das Selbststudium auszuarbeiten. Weiter betreute sie die administrativen Belange und korrigierte die eingesandten Aufgaben der Teilnehmer. In den Jahren 2009 und 2010, bevor zusätzliche Korrektoren eingesetzt wurden, korrigierte sie pro Jahr an die 1000 Aufgaben. Ihre Motivation für diese Arbeit war stets, dass interessierte Christen in allen Lebenslagen die Möglichkeit erhalten, sich intensiv mit der lebensveränderndern Botschaft der Bibel zu beschäftigen. Im Jahr 2013 konnte die Verantwortung für diesen Onlinekurs in jüngere Hände gegeben werden.

In all ihren Aufgaben fiel es Rosmarie nie schwer, sich viel Zeit für die Kinder zu nehmen. In den letzten 22 Jahren waren dies besonders ihre Enkelkinder – schlussendlich 16 an der Zahl – für die sie immer behutsame Fürsorge, ein offenes Ohr, ein Spässchen oder eine fesselnde Geschichte bereit hielt. Die Kinder zauberten selbst in schweren Stunden immer ein Lächeln auf ihr Gesicht. Auch liebte sie es, in der schönen Beatenberger Natur zu sein, sei es für einen ausgiebigen Spaziergang, oder eine Auszeit auf der Chüematte.

Leider machte sich vor ca. 7 Jahren dann Rosmaries schwere Alterskrankheit verstärkt bemerkbar, was ein Geniessen des Lebensabends zunehmend schwieriger machte. Wichtiger als das Geniessen können ist jedoch dieses felsenfeste, und doch kindliche Gottvertrauen, welches Rosmarie ausgemacht hat. Sie wusste sich von Gott geliebt und hat uns in all den Jahren viel, viel Liebe mit auf den Weg gegeben.

Niemand wünscht sich ein Lebensende als Demenz-Patient. Schon das Wort an sich löst bei vielen Menschen Ängste aus. Und so stellt sich uns die Frage: Hört Gottes liebende Fürsorge auf, wenn Er eine dementielle Erkrankung zulässt? – Nein, das ist unmöglich! Der Gott, der uns so sehr liebt, dass Er seinen Sohn für uns am Kreuz sterben liess, der kann uns unmöglich einen schlechten Weg führen, selbst dann nicht, wenn wir aus unserer Optik den Sinn nicht erkennen können. Seine Liebe ist beständig, darum können wir Ihm vertrauen.

Am 16. Januar 2017 begann für Rosmarie die letzte Lebensetappe. An diesem Tag trat sie ins Pflegeheim „Haus Fuhrenmatte“ in Boltigen ein. Es ist bemerkenswert, dass die Segenslinie über ihrem Leben mit dem Heimeintritt nicht aufhörte. Mit ihrer Ausstrahlung hat sie weiterhin Liebe ausgestreut, sodass manche Pflegende während sie Rosmarie umsorgten, selbst wieder aufgerichtet wurden. So bleibt uns zum Schluss nur das dankbare Aufschauen zu dem Gott, der Rosmarie das Leben geschenkt hat, der sie mit vielen Gaben und einem liebevollen Wesen ausgerüstet und auf der ganzen Lebensreise treu bewahrt hat.

Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen, der Name des Herrn sei gelobt!

2 Antworten auf „Am Ziel!“

  1. Ein reiches Leben mit viel Durchführung bis zum Ziel – ja, „unsere Zeit steht in Seinen Händen“, wie wir es damals in Unterseen mit dem Chor aufnahmen mit Euch. In diesem Sinn, Dir Heinrich weiter viel Mut und Aufblick auf Jesus – Hebr. 12:1-3 – im Gebet verbunden aus Norditalien – Alfred & Marion

  2. Christus sei gepriesen über Rosmaries Leben, das zu allen Zeiten ein lebendiges Zeugnis war, für das, was Christus in einem Leben bewirken kann, das sich IHM ganz hingibt.
    Ich danke Gott dafür, dass er Dir Heinrich, diese wunderbare, tief-gläubige, auf Gott bauende und vertrauende Rosmarie, als liebende, kompetente Gehilfin geschenkt hat.
    Nun hat Christus Rosmarie zu sich gerufen; und weil er Dich liebt, wird er selber Dir aufs wunderbarste beistehen.
    Verbunden im Gebet
    Schwester Sonja Dürrenmatt

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