„Ein König stirbt“ – Bibelstudium zum Karfreitag

Kruzifix in Saas Fee

Als meine Ehefrau im Herbst 2016 noch einigermassen reisefähig war, besuchten wir Saas Fee im Wallis. Dort entstand nebenstehendes Bild vom gekreuzigten Christus. Über Kruzifixe kann man geteilter Meinung sein. „Wir haben keinen toten Heiland, Jesus lebt“, wird oft – und natürlich auch zu Recht – argumentiert. Aber ohne Karfreitag gibt es kein Ostern, ohne Kreuzestod keine Auferstehung! Jedenfalls hat mich dieses Kreuz angesprochen, nicht wegen der Skulptur mit allem Drum und Dran, sondern wegen dem Zitat aus Philipper 2,8. „Er war gehorsam bis zum Tod am Kreuz.“ Damit wird die Bedeutung des Kreuzestodes Jesu auf den Punkt gebracht.

Karfreitag ist der Tag, an welchem Jesus Christus für uns am Kreuz gestorben ist. Das Wort „kar“ stammt aus dem althochdeutschen „kara“ und bedeutet Klage, Kummer, Trauer. Aber werden wir dem Karfreitag gerecht, wenn wir ihn als Trauertag betrachten? War der Tod Jesu ein tragisches Schicksal? War Jesus ein Opfer des jüdischen Klerus und dessen Neid? War Er ein Opfer politischen Kalküls des römischen Prokurators?

Über allem, was mit Jesus an jenem Tag geschah, heisst es in Apostelgeschichte 2,23: So hatte Gott es nach seinem Plan im Voraus bestimmt. Aber selbst wenn sein Tod von Gott so vorgesehen war, dürfen wir Jesus nicht einer passiven Rolle zuordnen. Er selbst bezeugte über sein Ende (Johannes 10,18): Niemand kann mir das Leben nehmen. Ich gebe es aus freiem Entschluss. Es steht in meiner Macht, es zu geben, und auch in meiner Macht, es wieder an mich zu nehmen. Damit erfülle ich den Auftrag meines Vaters.

So etwas kann kein gewöhnlicher Mensch von sich behaupten. Natürlich gibt es Menschen, die sich selbst umbringen. Aber dann ist Schluss. Sie alle können das Leben nicht wieder an sich nehmen. Und wenn Jesus sagt: „Es steht in meiner Macht, es (das Leben) zu geben“, so hat Er, auch wenn Er aktiv in diesen Tod hinein ging, doch niemals sich selbst umgebracht. Das Geheimnis seines Sterbens ist in seiner Sendung begründet, wie wir es oben in Vers 10,18 gelesen haben. Er wurde vom Vater als der „Messias“, der Gesalbte Gottes, gesandt. Das heisst, es war sein Sendungsauftrag, König zu sein. Aber zunächst nicht ein König, der über Untergebene befiehlt, sondern der als guter Hirt sein Leben für seine Schafe gibt. Jesus selbst bezeugte seinen Königsanspruch überraschend klar vor Pilatus: Johannes 18,37: Ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass Ich die Wahrheit bezeuge. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme.

Abschied

Ein König stirbt. Dies ist also die besondere Dimension des Karfreitags, die wir uns vor Augen führen wollen. Der Karfreitag war im Todesjahr Jesu identisch mit dem Tag der Pessachfeier. Er begann entsprechend dem jüdischen Kalender am Donnerstag bei Sonnenuntergang. Da war Jesus zum letzten Mal mit seinen Jüngern versammelt (Johannes Kapitel 13-17). Er feierte mit ihnen Pessach (Kap. 13), gab ihnen die letzten Anweisungen (Kap. 14-16) und betete das hohepriesterliche Gebet (Kap. 17). Alles geschieht in königlicher Würde.

Dass Jesus aktiv den Weg des Sterbens geht, sehen wir zum ersten Mal in der Bezeichnung des Verräters. Er weiss genau, wer Ihn verraten wird, versucht jedoch nicht, Judas von seinem Vorhaben abzubringen, sondern befiehlt ihm in königlicher Autorität (13,27): „Was du zu tun vorhast, das tu bald!“ Dieses schnelle Handeln des Verräters war nötig, um die prophetischen Voraussagen zu erfüllen. Die führenden Priester hatten zwei Tage vor dem Fest beschlossen, Jesus zu töten. Doch wollten sie dies keinesfalls während des Pessachfests ausführen, weil sie einen Volksaufstand fürchteten (Matthäus 26,5). Nach Gottes Plan sollte aber Jesus genau am Pessachfest sterben. So musste Judas, ohne es selbst zu wissen, den Plan der Feinde Jesu beschleunigen.

Anschliessend geht es um den Jünger Petrus, welcher Jesus verleugnen wird. Ihm sagt Jesus ebenfalls in königlicher Autorität auf den Kopf zu, dass er Ihn dreimal verleugnen wird (13,38).

In königlicher Würde spricht Jesus dann mit seinen Jüngern über die unmittelbar bevorstehenden Ereignisse und gibt ihnen tröstliche Anweisungen für die Zeit, in welcher Er nicht mehr sichtbar unter ihnen sein wird (Kap. 14-16).

In königlicher Würde betet Jesus in Kapitel 17 und fordert in Vers 24 seinen Anspruch beim Vater ein: „Vater, Ich will, dass alle, die Du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo Ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die Du mir gegeben hast, weil Du mich schon geliebt hast vor Grundlegung der Welt.“

Verhaftung

Nun folgt die Verhaftung im Garten Gethsemane (Kapitel 18). Beachten wir, wie Jesus während der ganzen Aktion die Initiative innehat. Er beginnt mit der Frage (Vers 4): „Wen sucht ihr?“ Dann sagt Er ihnen frei heraus: „Ich bin’s.“ Mit diesen Worten identifiziert Er sich mit dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der sich einst Mose beim brennenden Busch als der „Ich bin“ offenbart hatte. Die Wirkung dieser beiden Worte ist hier so gewaltig, dass der Polizeitrupp zu Boden stürzt (Vers 6). Dann befiehlt Jesus mit königlicher Autorität (Vers 8): „Wenn ihr also mich sucht, dann lasst diese gehen!“ Auf diese Weise sorgt Er noch während seiner Verhaftung für die Sicherheit seiner Jünger.

Verhör vor Hannas

Die nächste Station ist das Verhör bei Hannas, dem Schwiegervater des amtierenden Hohepriesters Kajaphas. Als König geht Jesus gar nicht auf Hannas‘ Fragen ein (Verse 20-21). Er lässt sich nicht in die Stellung eines Schuldigen drängen, dessen Delikte gerichtlich untersucht werden müssten. Er ist und bleibt Herr und König und hat es nicht nötig, sich vor Hannas zu verteidigen.

Ein Gerichtsdiener schlägt Jesus ins Gesicht und fragt (Vers 22): „Antwortest du so dem Hohepriester?“ In seinen Augen ist Jesus ein Gesetzesbrecher, also ganz unten auf der sozialen Skala einzuordnen, während der Hohepriester die oberste Stelle einnimmt. Jesus korrigiert ihn in königlicher Autorität (Vers 23): „Jesus entgegnete ihm: Wenn es nicht recht war, was Ich gesagt habe, dann weise es nach; wenn es aber recht war, warum schlägst du mich?“ Das böse Spiel des Hohepriesters geht nicht auf. Jesus kann nicht in die Stellung eines Angeklagten abgeschoben werden. So wird Er zunächst zu Kajaphas und anschliessend zu Pilatus überstellt.

Verhör vor Pilatus

Was im Text vorausgehend nicht erwähnt wird, ist der eigentliche Anklagegrund, welchen die führenden Juden bei Pilatus geltend machten. Erst aus den Verhörfragen des Prokurators wird ersichtlich, dass sie Jesus wegen seinem Anspruch, König der Juden zu sein, bei Pilatus verklagt hatten. Diese Feststellung ist wichtig, denn religiöse Fragen interessierten den römischen Richter nicht. Hingegen ist es politisch höchst brisant, wenn sich jemand als König ausgibt, ohne vom römischen Kaiser in dieses Amt eingesetzt worden zu sein (vgl. 19,12). Entsprechend lautet denn auch die erste Frage des Pilatus (Vers 34): „Bist du der Juden König?“

Wieder haben wir die Situation vor uns, dass der irdische Richter vom Angeklagten ein Schuldgeständnis einfordert. Jesus geht gar nicht darauf ein, sondern behält auch hier die Initiative, wenn Er mit einer Gegenfrage antwortet (Vers 34b): „Sagst du das von dir aus, oder haben dir’s andere über mich gesagt?“ Daraufhin wird Pilatus ungehalten und versucht seine Machtstellung auszuspielen (Vers 35). Erst jetzt nimmt Jesus Stellung zur Frage seines Königtums (Vers 36): „Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass Ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von hier.“ Was für eine Würde und welche Klarheit bringt diese Antwort zum Ausdruck!

  1. Jesus spricht von seinem Reich. Also ist Er ein König.
  2. Sein Reich ist nicht von dieser Welt. Somit steht Jesus nicht in Konkurrenz zum römischen Kaiser, und der Anklagegrund der Juden ist hinfällig.
  3. Wenn sein Reich von dieser Welt wäre, würden seine Diener darum kämpfen … das bedeutet vermutlich, dass Jesus dann gegen die Ankläger seine himmlischen Heerscharen einsetzen würde.
  4. Sein königliches Auftreten bewirkt eine Scheidung: Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.

Diese Antwort überrascht und verwirrt den Prokurator. Seine nächste Frage scheint ehrlich zu sein (Vers 37): „So bist du dennoch ein König?“ Daraufhin bestätigt Jesus mit klaren Worten seine königliche Stellung. Aber Jesus ist nicht ein Herrscher, der sich mit irdischer Gewalt durchsetzt. Er weist auf die geistliche Dimension seines Königtums hin: „Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass Ich die Wahrheit bezeuge.“ Dieser Satz bedarf einer Erklärung. Jesus ist in eine Welt hinein gekommen, in welcher der Fürst dieser Welt, der Satan, herrscht. Dessen Reich ist das Reich der Finsternis und er selbst ist der Vater der Lüge (Johannes 8,44): „Er ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.“

In diesem Reich der Finsternis ist Jesus mit königlicher Autorität aufgetreten und hat die Wahrheit bezeugt. Licht und Finsternis, Wahrheit und Lüge vertragen einander nicht. Zwischen diesen beiden gegenpoligen Reichen herrscht Krieg. Das ist letztlich der Grund, weshalb Jesus von den führenden Männern seines Volks verworfen und durch die Römer gekreuzigt wurde.

Was Jesus mit königlicher Autorität vor Pilatus bezeugte, erfordert eine persönliche Stellungnahme, ein Ja oder ein Nein zur Wahrheit. Wird der Prokurator darauf eingehen? Er relativiert den Anspruch Jesu und schiebt ihn mit der Frage „was ist Wahrheit?“ in die Belanglosigkeit. Allerdings hat er begriffen, dass Jesus schuldlos ist und versucht diesen Untersuchungsbefund vor den Juden geltend zu machen. Wird er sich durchsetzen?

Wäre er der Entscheidung nicht ausgewichen, sondern hätte sich auf die Seite der Wahrheit gestellt, hätte er jetzt die Kraft, den Juden zu widerstehen. Nun aber kommt sein wankelmütiger Charakter zum Zug. Pilatus lässt Jesus wider besseres Wissen geisseln. In königlicher Würde erträgt Jesus die Folter der Geisselung, den Spott der Soldaten, das schmerzvolle Tragen der Dornenkrone (Kapitel 19,1-5).

Schliesslich kommt es zu einem letzten Gespräch zwischen Pilatus und Jesus. Nachdem die Juden Jesus beschuldigten Er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht – kriegte es Pilatus mit der Angst zu tun und fragte Jesus (Vers 9) „Woher bist du?“ – Jesus gab ihm keine Antwort, denn seine himmlische Herkunft ist für das römische Gericht kein strafwürdiger Tatbestand. Nun bringt Pilatus seine Machtstellung ins Spiel (Vers 10): „Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weisst du nicht, dass ich Macht habe, dich loszugeben, und Macht habe, dich zu kreuzigen?“ Fast symbolhaft steht dieser Satz hier für das Sinnen und Trachten der Menschen in dieser Welt. Wir leben in einer Zeit des rasend schnellen Fortschritts. Dies gibt uns das Gefühl unbegrenzter Macht. Angefangen bei der Atomphysik bis hin zur Erforschung der Galaxien, vom Experimentieren mit lebenden Zellen bis hin zur Herstellung neuer Lebewesen scheint alles möglich zu sein – und Gott – den braucht man nicht mehr.

Wie einfach stellt Jesus in Vers 11 den gewaltigen Unterschied zwischen Gott und Mensch klar: Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben gegeben wäre. Derjenige, der vor Pilatus steht, ist König. Er hat alles in der Hand und erfüllt in diesen Augenblicken den Willen Gottes bis zum Ziel. Pilatus, der nun Jesus zum Kreuzestod verurteilt, ist nur von Gott eingesetzte, ausführende Person.

Am Kreuz

In königlicher Würde trägt Jesus sein Kreuz und geht den Weg nach Golgatha zu jenem qualvollen und schändlichen Tod. Über dem Kreuz wird eine Tafel befestigt, die auf die Todesursache hinweisen sollte. In hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache ist zu lesen (Vers 19): „Jesus von Nazaret, König der Juden.“ Und die führenden Priester können nicht verhindern, dass diese Worte so stehen bleiben (Verse 21‑22), denn Jesus ist König. Er ist der rechtmässige König der Juden und ebenso der rechtmässige König der ganzen Welt.

Ergänzend füge ich hier einen Hinweis aus Matthäus 27,45 an: „Um zwölf Uhr mittags brach über das ganze Land eine Finsternis herein, die bis drei Uhr nachmittags andauerte.“ Aus zwei Gründen kann es sich unmöglich um eine Sonnenfinsternis handeln:

  1. Das Pessachfest findet immer während des ersten Frühjahresvollmonds statt. Eine Sonnenfinsternis kann jedoch nur bei Neumond entstehen, wenn der Mond zwischen Sonne und Erde steht.
  2. Die längste theoretisch mögliche Sonnenfinsternis (Kernschatten) dauert nur 7 Minuten und 32 Sekunden. Beim Tod Jesu war es hingegen 3 Stunden lang dunkel.

Die hier beschriebene Dunkelheit war überirdischer Natur und steht in dem Zusammenhang, dass jetzt die Sünde der Welt gerichtet wurde. Jesus wurde am Kreuz zum Sündenträger. Weil Gott aber keine Beziehung zur Sünde hat, musste Er sich vor seinem Sohn verbergen. Diese Gottverlassenheit ist das eigentliche Wesen der Hölle. Weil Jesus uns erlösen wollte, musste Er als unser Stellvertreter die Strafe der Gottesferne auf sich nehmen. Deshalb schrie Er laut (Vers 47): „Eli, Eli, lema sabachtani?“ Das bedeutet: Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen? – In diesem Zusammenhang können wir besser verstehen, weshalb Jesus in seinem Gebetskampf im Garten Gethsemane so tief erschüttert war. Angesichts der zu ertragenden Gottesferne betete Er, dass Gott Ihm diesen Leidenskelch, wenn es möglich wäre, erspare.

Im weiteren weist die Finsternis auch auf jenes unglaubliche Verbrechen hin, dass eine von Gott abgefallene und mit Ihm verfeindete Menschheit ihren von Gott gesandten König kreuzigt.

Zurück ins Johannesevangelium. In 19,30 wird das letzte Wort Jesu am Kreuz berichtet: „Nachdem Er ein wenig von dem Essig genommen hatte, sagte Er: Es ist vollbracht. Dann neigte Er den Kopf und starb.“ Gerade diese Aussage – es ist vollbracht – weist darauf hin, dass Jesus bis zum Schluss selbst aktiv war. Was Er in diesen Stunden an geistlichem Kampf durchzustehen hatte, wird nicht berichtet. Das müssen wir nicht wissen, es ist sein Geheimnis. Für uns entscheidend ist sein königlicher Triumph in der Feststellung: Es ist vollbracht. Das Ziel ist erreicht.

Das Gefolge des Königs

Immer wieder und mit klaren Worten hatte Jesus seine Nachfolger darauf hingewiesen, dass wir als seine Erlösten den Weg zu gehen haben, welchen Er vorangegangen ist. Ich bin wirklich erstaunt, dass heute kaum über diesen doch so wichtigen Aspekt des Christseins gepredigt wird. Schauen wir uns einige Bibelstellen an:

  • Lukas 9,23-24: Jesus selbst sagt: „Wenn jemand mein Jünger sein will, muss er sich selbst verleugnen, sein Kreuz täglich auf sich nehmen und mir nachfolgen.
    Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.“
  • Matthäus 5,10-12 Glücklich zu preisen sind die, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
    Glücklich zu preisen seid ihr, wenn man euch um meinetwillen beschimpft und verfolgt und euch zu Unrecht die schlimmsten Dinge nachsagt.
    Freut euch und jubelt! Denn im Himmel wartet eine grosse Belohnung auf euch. Genauso hat man ja vor euch schon die Propheten verfolgt.
  • So geht es auch in der Apostelgeschichte und in den Briefen weiter: Apg 14,22: Paulus und Barnabas besuchten die neugegründeten Gemeinden. In diesem Zusammenhang heisst es: „Sie stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und sagten, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes hineingehen müssen.“
  • 2Korinther 4,8-10: „Von allen Seiten dringen Schwierigkeiten auf uns ein, und doch werden wir nicht erdrückt. Oft wissen wir nicht mehr weiter, und doch verzweifeln wir nicht. Wir werden verfolgt und sind doch nicht verlassen; wir werden zu Boden geworfen und kommen doch nicht um. Auf Schritt und Tritt erfahren wir am eigenen Leib, was es heisst, am Sterben Jesu teilzuhaben. Aber gerade auf diese Weise soll auch sichtbar werden, dass wir schon jetzt, in unserem irdischen Dasein, am Leben des auferstandenen Jesus teilhaben.“
  • Römer 8,17: „Wenn wir aber Kinder sind, sind wir auch Erben – Erben Gottes und Miterben mit Christus. Dazu gehört allerdings, dass wir jetzt mit Ihm leiden; dann werden wir auch an seiner Herrlichkeit teilhaben.“

Natürlich müssen wir uns nicht selbst Leiden zufügen, auch nicht das Leiden suchen, es kommt von selbst. Entscheidend ist für einen Nachfolger Jesu Christi, dass wir dem Leiden nicht ausweichen, sondern willig und getrost hindurchgehen, wenn der Weg durch Leiden führen sollte. Es kann uns eine grosse Hilfe sein, wenn wir uns immer wieder vor Augen halten: Der König ist den Weg durch Leiden zur Herrlichkeit vorangegangen, darum ist es ein Privileg, Ihm auf diesem königlichen Weg zu folgen.

Fazit

Jesus war gehorsam bis zum Tod am Kreuz. Dieser Gehorsam hat durch sein Leben und seinen Tod viel Frucht gewirkt. Dasselbe Prinzip gilt auch für uns. Für fruchtbare Missionsarbeit und nachhaltigen Gemeindebau sind nicht so sehr die überzeugenden Programme und Konzepte massgebend, als viel mehr die Menschen, welche bereit sind, Jesus auf dem Weg, den Er vorangegangen ist, zu folgen. Das sind Menschen, die ihr Leben ohne Wenn und Aber in Gottes Auftrag investieren.

4 Antworten auf „„Ein König stirbt“ – Bibelstudium zum Karfreitag“

  1. Guten Abend Herr Kuhn

    Vielen Dank für den Hinweis zu Ihrem Blog.
    Danke für die tiefgründige Anschauung zum Karfreitag „Ein König stirbt“. Hat mich gerade sehr bewegt!
    mfg B.Wäfler

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