
Es vergeht kein Tag, ohne dass wir uns mit niederdrückenden Nachrichten auseinander setzen müssen. Zum Glück liegt die Corona-Zeit schon länger hinter uns. Damals waren es die angstschürenden täglichen Nachrichten über Fallzahlen, Belegung der Intensivstationen, Übersterblichkeit usw.. Vorbei! ‑ wir fühlen uns erleichtert.
Aber dann folgten gleich die bedrohlichen Nachrichten über den Einmarsch Russlands in die Ukraine. Das Bombardieren strategischer und auch ziviler Ziele. Die riesige Flüchtlingswelle. Die kontroversen Diskussionen über Waffenlieferungen an die Ukraine.
Und während der Krieg dort immer noch tobt, ist der Fokus längst in den Nahen Osten gerückt. Ein barbarischer Überfall auf Israel am 7. Oktober. Und wie wenn das nicht schon genug wäre, erfolgte der Raketenangriff der Hisbollah auf den Norden Israels. Schliesslich kam es zum Einmarsch der IDF in den Gazastreifen. Das Evakuieren der Palästinensischen Bevölkerung. Dabei ging ein Aufschrei durch die Welt, wegen der „ach so armen und doch unschuldigen“ Palästinensischen Bevölkerung. (Nun, sie haben immerhin die Hamas gewählt und würden sie heute laut Umfragen mit grossem Mehr wieder wählen!)
Mittlerweile gibt es rings um den Globus Pro-Palästinensische Demonstrationen. Juden fühlen sich nirgends in der Welt mehr sicher. Mehr und mehr zeigt die UNO ihr wahres Gesicht. Sie ist seit langem antisemitisch unterwandert und agiert ohne Skrupel antisemitisch. Und während auf der grossen Weltbühne alles versucht wird, um einen Einmarsch der IDF nach Raffa zu verhindern, gibt es immer noch jene 132 israelischen Geiseln, die im Gazastreifen (vermutlich in Raffa unter schrecklichen Bedingungen) festgehalten werden. Wobei nicht klar ist, wie viele von diesen noch leben.
Ist Rückzug die Lösung?
Und wir? Wir sind weit weg. Wir sind in Sicherheit. Und doch kommen diese Nachrichten und belasten uns. Wie sollen wir das alles verkraften. Meist sind wir uns gar nicht bewusst, dass eine solche Nachrichtenflut nicht spurlos an uns vorüber geht. Wir können uns den daraus resultierenden Folgen nicht entziehen. Was wir an negativ-Nachrichten täglich hören und aufnehmen, übt unmerklich einen negativen Einfluss auf unser Denken, auf unser Wohlbefinden, auf unsere Leistungsfähigkeit und auch ganz praktisch auf unsere Gesundheit aus.
Ja natürlich, unsere Geräte, die uns mit der medialen Welt verbinden, haben einen Knopf um sie auszuschalten. Das habe ich mir vorwärts und rückwärts überlegt und landete bei der Frage: Ist es die Lösung, wenn wir uns von allem zurück ziehen, was rund um uns vor sich geht? Ist es eine kluge Massnahme, wenn wir uns abkapseln und unser eigenes Leben fristen? Sollen wir den inneren Frieden im Einsiedlertum suchen?
Ausweichen geht nicht
Gestern kam es ganz unerwartet zu einer Situation, welche kein Ausweichen zulässt. Das ging folgendermassen:
Ich erhielt per E-Mail die schmerzliche Nachricht, dass eine meiner Kusinen die Diagnose einer schweren Aortenklappenstenose erhalten hat. Ich versuche diesen medizinischen Fachausdruck zu erklären. Es handelt sich um jene Klappen, welche das Blut beim Verlassen des Herzens am Zurückströmen hindern. Im vorliegenden Fall ist die Öffnung der Klappen auf einen kleinen Bruchteil des Normalwerts reduziert. Das Herz muss also entsprechend viel mehr leisten. Eine alarmierende Situation. Und weil es sich um eine Person im Verwandtenkreis handelt, lässt sich die Nachricht nicht ausblenden. Es schmerzt.
Dann folgte heute ebenfalls per E-Mail eine Reaktion meines älteren Bruders. Er ist in medizinischen Angelegenheiten bewandert, weil er während vieler Jahre als Hörsaalpfleger in der Uniklinik Zürich gearbeitet hat. Er schreibt:
„Die Herzklappen sind das einzige Material weltweit, das so viele Wechselzyklen aushält.“
Eine andere Blickrichtung
Mit diesem einen Satz meines Bruders wird der Blick von der bedrückenden Diagnose weg auf den Schöpfer gelenkt. Er hat für die Herzklappen ein ganz spezielles Material geschaffen, welches den hohen Anforderungen standhält. Wie viele Wechselzyklen sind es? Bei jedem Herzschlag müssen die Klappen öffnen und dann wieder schliessen. Im Durchschnitt 60 Mal pro Minute. Das ergibt bei einem Lebensalter von 85 Jahren etwa Zweieinhalb Milliarden Zyklen!!! Und dies völlig ohne Betriebsunterbruch für Reparaturen.
Wir nehmen es so selbstverständlich hin, dass das Herz einfach funktioniert. Es schlägt und schlägt, ohne dass wir ihm Befehle erteilen, ohne dass wir einen Gedanken verlieren über diese gewaltige Arbeit, welche unser zentrales Organ zu bewältigen hat. Erst wenn sich Probleme anmelden, wird uns bewusst, dass uns unser Schöpfer ein Herz mit auf den Lebensweg gegeben hat, das während Jahrzehnten ohne Unterbrechung funktioniert hat.
Der Schöpfer hat dazu ein spezielles Material geschaffen, das als einziges diese Belastung aushält. Mittlerweile gibt es weit mehr als 200 verschiedene Arten von Kunststoffen und jährlich kommen noch welche dazu. Aber keiner dieser künstlichen Stoffe erreicht die Dauerelastizität und Alterungsbeständigkeit wie die Herzklappen. Da kann man wirklich nur staunen über die Weisheit und das überragende Können unseres Schöpfers.
Ja, es ist schmerzlich, wenn ein nahestehender Mensch an Aortenklappenstenose leidet. Aber genau diese negative Tatsache hat mich zu jener anderen Blickrichtung geführt, nämlich zur Dankbarkeit. Und die Aortenklappen sind nur ein kleines Detail von den Tausenden von Wunderwerken, aus denen unser Körper besteht. Von denen wir so selbstverständlich annehmen, dass sie einfach funktionieren. Dass sie funktionieren müssen, wie wir es erwarten.
Nein, sie müssen nicht funktionieren. Dass sie dies doch tun, ist ein riesiges Geschenk unseres Schöpfers, der uns damit Seine Liebe bekundet. Ein Geschenk, das uns täglich zum Danken und zur Anbetung motivieren will. Und aus dieser Blickrichtung rückt auch die belastende Diagnose meiner Kusine in ein anderes Licht.
Gott lässt gesundheitliche Nöte zu, nicht weil Er Lust hätte, uns zu quälen, sondern um uns eine Plattform für eine neue Gotteserfahrung zu bieten. Und somit haben wir viel Grund zur Dankbarkeit.
Der Schlüssel
Was ich im Zusammenhang mit der Krankheit meiner Kusine beschrieben habe, ist ein Schlüssel auch im Umgang mit all den belastenden Nachrichten, die täglich auf uns einwirken. Auch hier wollen wir uns vom Negativen weg zu einer neuen Blickrichtung führen lassen.
Unser Blick darf nicht bei den „bösen Menschen“ stehen bleiben, sondern soll auf DEN gerichtet werden, der hoch über diesen Menschen steht. Er hat alles unter Seiner Kontrolle. Und alle Menschen auf dieser Erde (auch diejenigen, welche von teuflischem Hass erfüllt sind gegen die Juden und gegen Israel) – sie alle müssen dazu dienen, dass Gottes Plan zum Ziel geführt wird.
Worum geht es?
Wir stehen ganz klar an einer Zeitenwende. Die Zeit, welche für die Gemeinde Jesu Christi bestimmt ist, geht dem Ende entgegen. Paulus weist in Römer 11,25 sehr deutlich auf eine Begrenzung der Gnadenzeit hin, die für Menschen aus den Nationen vorgesehen ist. Beachten wir den Begriff „volle Zahl!“:
„…Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, bis die volle Zahl der Heiden hinzugekommen ist.“
Es gibt heute drei verschiedene Entwicklungen im Blick auf die Gemeinde Jesu Christi:
1. In manchen Ländern, die bis anhin vom Evangelium unerreicht waren, ist ein deutliches Wachstum der christlichen Gemeinde zu beobachten. Viele Menschen kommen zum Glauben.
2. Die Christenverfolgungen nehmen weltweit und von Jahr zu Jahr enorm zu.
3. In den „christlichen Ländern“ kann ein erschreckender Abfall vom Glauben beobachtet werden, verbunden mit einer bewussten, willentlichen Abkehr von Gottes Geboten.
Das deutet darauf hin, dass die Zeit für die Gemeinde wohl bald zu Ende gehen wird. Und was kommt dann? Paulus fährt in Römer 11,26a weiter und sagt:
„…Und so wird ganz Israel gerettet werden …“
Das bedeutet, dass wir heute an der Nahtstelle leben. Die Zeit der Gemeinde Jesu geht ihrem Ende entgegen, und die Zukunft Israels ist seit 1948 (d.h. seit der Gründung des Staates Israel) am Kommen. Dabei fällt besonders auf, dass seit der Staatsgründung Israels Kriege zwischen den Arabern und Israel aufflammten. Warum dies? Satan weiss genau, dass es mit seiner Herrschaft über diese Erde vorbei ist, sobald Christus (Jeschua HaMaschiach), der von Gott eingesetzte rechtmässige König, erscheinen wird. Darum bietet er alles auf, um das Volk des kommenden Königs zu vernichten. Er sät Hass in die Herzen der Palästinenser und der Araber. Aber auch weltweit können wir feststellen, wie dieser Hass gegen die Juden zunimmt und unverhohlen zu Tage tritt.
Gottes Werk
Diese Entwicklungen könnten uns Angst einjagen. Aber es geschieht nichts, ohne dass Gott es zulässt. Aus meiner Sicht ist das Wiederaufleben des weltweiten Antisemitismus nötig, damit Israel vorbereitet wird, seinem König zu begegnen. Israel als Ganzes ist heute weit davon entfernt, eine Gott-ergebene Nation zu sein. Ein ansehnlicher Teil der Bevölkerung sind Atheisten. Im weiteren suchen Juden in allen möglichen, auch heidnischen Religionen ihren Frieden zu finden. Der Staat versteht sich als säkularer Staat. Entsprechend sieht es im Lebensvollzug aus. Tel Aviv zum Beispiel ist eine Sündenstadt wie einst Sodom und Gomorrha.
Auch wenn einzelne Kämpfer im gegenwärtigen Krieg in Gaza erstaunliche Wunder erlebt haben, darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Armeeführung mehr auf sich selbst und auf die Waffen vertraut, statt auf Gott. Wie wurde es immer wieder formuliert? Wir werden die Hamas eliminieren. → Wir werden ←. Gott hat also noch ein rechtes Stück Arbeit, um den Überrest Seines Volks zu jenem demütigen Volk zu machen, wie es durch den Propheten Zefanja vorausgesagt wird (Zef 3,11-12):
„An jenem Tag brauchst du dich nicht mehr all deiner Taten zu schämen, durch die du den Bruch mit mir vollzogen hast. Denn dann werde Ich deine hochmütigen Prahler aus deiner Mitte wegnehmen, und du wirst künftig nicht mehr überheblich sein auf meinem heiligen Berg. Und Ich werde in deiner Mitte ein demütiges und geringes Volk übrig lassen, und sie werden beim Namen des HERRN Zuflucht suchen.“
Meines Erachtens dient die heutige verworrene Situation dazu, dass Israel an den Punkt geführt wird, wo es mit aller eigenen Weisheit und allen eigenen Anstrengungen am Ende ist und sich dann von ganzem Herzen seinem HERRN zuwendet. Dann wird sich der Rest dessen erfüllen, was Paulus in Römer 11 angesprochen hat (11,26b-27):
„…wie geschrieben steht: Es wird kommen aus Zion der Erlöser; der wird abwenden alle Gottlosigkeit von Jakob. Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn Ich ihre Sünden wegnehmen werde.“
Wenn wir uns dies vor Augen halten, kann uns die verwirrende Situation nicht aus der Fassung bringen. Sie muss dazu dienen, dass Gottes Ziel mit Israel verwirklicht wird. Und dies ist ein Grund zum Danken. Es ist ein lauter Ruf zur Anbetung dieses allmächtigen HERRN, der seinem erwählten Volk durch all die Jahrhunderte des Abirrens und des Bundesbruchs die Liebe und Treue nicht aufgekündigt hat. Er führt zwar durch schwere Wege, aber Seine Wege führen zu einem herrlichen Ziel. So ist unser Gott!
Dies alles gilt auch für uns. Denn Gottes Treue, die in der ganzen Geschichte Israels sichtbar wurde, ist für uns heute der Garant, dass dieser treue Gott auch uns trotz allem Versagen zum Ziel bringen wird.
Nun hoffe ich, dass meine Ausführungen auch meine Leser von der problembezogenen Sichtweise weg zur Sichtweise auf unseren erhabenen, wunderbaren HERRN und Gott führen. Er ist es wert, dass wir in jeder Situation und für alles Ihm danken.

Lieber Heini
Deine Worte zum „aktuellen Weltgeschehen in Beziehung zur Bibel“ sind eindrücklich und berühren mein Herz. Herzlichen Dank!
Ich wollte mich ehrlich gesagt auch schon in mein Schneckenhaus zurückziehen und die ganzen schrecklichen Nachrichten und Ereignisse nicht mehr auf mich einwirken lassen. Verdrängen und Wegschauen ist aber keine Lösung. DANKEN für die kleinen und grossen Wunder hingegen schon…!!
Merci vielmal für deine Erinnerung an diesen befreienden Perspektivwechsel. Es ist, als ob man bewusst eine neue Schallplatte auf den Plattenteller legt und sich auf eine andere Melodie einlässt…
Liebe Grüsse und
„Bhüet di Gott“!
Claudia