
Mit dem Besuch der Notfallstation beginnt eine ganze Abfolge von Terminen. Untersuchungen, Diagnosestellung, Operation. Darauf folgt eine äusserst spannende Zeit, bis das Resultat der Histologie (Gewebeuntersuchung) bekannt gegeben wird. In dieser Zeit ist kein Ausweichen möglich, kein Verdrängen, kein Schönreden. Die Grundstruktur des Denkens und des Gottvertrauens werden in einem hellen Scheinwerferlicht durchleuchtet und geprüft. Und man muss Antworten finden, die dem Sturm standhalten. Es ist das, was ich gerade durchlebe, während ich dies schreibe.
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Gibt es ein Thema, welches mit mehr Spannung behaftet ist als „Israel und sein Land“? – Und dies bereits während Jahrtausenden! Wem gehört jener Landstreifen zwischen Mittelmeer und Jordan? Je nach Blickwinkel, aus welchem argumentiert wird, kommt man zu sehr unterschiedlichen Meinungen. Alle gehen davon aus, das Recht auf ihrer Seite zu haben. Aber wer hat wirklich recht?
mich noch während einiger Zeit beschäftigte. Es ging um das Gleichnis von der bittenden Witwe und dem ungerechten Richter in Lukas 18,1-8. Das Gleichnis ist eine Ermunterung zum beharrlichen Beten. Ich freute mich sehr über die sorgfältige Auslegung des Textes und den klaren Hinweis, dass beharrliches Gebet nicht dazu dienen kann, den Willen Gottes zu manipulieren. Die Ausführungen mündeten in den Gedanken, dass das Gebet vor allem auch eine Rückwirkung auf den Betenden habe, wie dies im „Unser-Vater“ Gebet deutlich zum Ausdruck komme: „…vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben …“